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Bibliographische Daten: Jahrbuch für Volkskunde und Kulturgeschichte, 6=21.1978

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Besprechungen 
Ëtnografja v stranach socializma. Ocerki razviti)a nauki. [Die Ethnographie in den Ländern des Sozia 
lismus. Abriß der Entwicklung der Wissenschaft]. Moskva, izd. „Nauka“, 1975. 344 S., Abb. 
Mit diesem Sammelband wird dem wissenschaftlich interessierten Leser erstmalig eine gedrängte 
Übersicht über Entwicklungsstand und -problème der Ethnographie und Folkloristik sozialistischer 
Länder in die Hand gegeben. Sein Erscheinen geht auf die Initiative führender sowjetischer Fachver 
treter zurück, die auch die Zusammenstellung und redaktionelle Bearbeitung des Bandes übernahmen. 
Er vereinigt 15 Beiträge, die sich mit dem Zustand und den Perspektiven der Disziplin in der Sowjet 
union, in Bulgarien, Ungarn, der DDR, der DR Vietnam, der VR Korea, in der Mongolischen VR, 
in Polen, Kuba, Rumänien, der CSSR und der FSR Jugoslawien befassen. Bei einem Vorhaben von 
solchem Ausmaß und angesichts der Vielfalt in der Einheit der marxistisch-leninistischen Ethnographie 
und Folkloristik konnten die FIrsg. nur allgemeine Vorstellungen als Vorgaben für die Anlage der 
einzelnen Beiträge fixieren. Normierung und Reglementierung in Richtung auf eine rigorose Unifizie 
rung hätten der Darstellung unvermeidlich Fesseln auferlegt, denn die marxistisch-leninistische Eth 
nographie und Folkloristik befindet sich in den einzelnen Ländern in unterschiedlichen Stadien der 
Ausprägung ihres theoretisch-methodologischen Profils. 
Von gemeinsamen, die sozialistischen Länder verbindenden Positionen ausgehend, greifen die 
Forscherkollektive der Ethnographie und Folkloristik in den einzelnen Ländern Themen auf, deren 
Notwendigkeit und Berechtigung sich aus jeweils konkrethistorischen Bedürfnissen der weiteren 
Entwicklung der sozialistischen Kulturrevolution ergibt. Das wird durch die Gesamtheit der Beiträge 
ausgewiesen. Der enge Zusammenhang der theoretisch-methodologischen und thematischen Aufgaben 
stellung der Disziplin mit den kulturpolitischen Erfordernissen der Pflege des wertvollen Erbes der 
traditionellen Volkskultur und der Entwicklung der sozialistischen Lebensweise und Kultur der werk 
tätigen Klassen und Schichten während der verschiedenen Etappen der gesellschaftlichen Entwicklung 
wird in allen Beiträgen als einheitliche Leitlinie der Darstellung sichtbar. Die Vertreter der Fach 
disziplinen fanden zu Beginn der sozialistischen Entwicklung in den verschiedenen Ländern jedoch 
unterschiedliche wissenschaftsgeschichtliche und forschungsmethodologische Ausgangspositionen vor. 
Dementsprechend weist auch die Auseinandersetzung mit dem reaktionären Erbe und die kritische 
Würdigung progressiver wissenschaftlicher und kulturpolitischer Traditionen in der Geschichte der 
Disziplin eine Vielfalt konkreter, jeweils im Maßstab eines einzelnen Landes zu lösender Aufgaben 
auf. 
Unter diesen Bedingungen, auf die die Hrsg, im Vorwort bei der Vorstellung des Vorhabens näher 
eingehen, bestand das Anliegen vor allem darin, wissenschaftlich zuverlässige Informationen über 
Entwicklungsstand und -Perspektiven der Disziplin in den sozialistischen Ländern einem interessierten 
Leserkreis - auch in kapitalistischen Staaten - zu vermitteln. Dieses Ziel wurde erreicht. Die von 
namhaften Fachvertretern ihrer Länder, im Falle Kubas, Vietnams, Koreas und der Mongolischen VR 
von bekannten sowjetischen Spezialisten verfaßten Beiträge referieren kenntnisreich und sachdienlich 
über Hauptprobleme und Hauptrichtungen der Disziplin in den einzelnen Ländern. Der Leser ge 
winnt einen Einblick in die organisatorische Struktur der mit der Erforschung der Lebensweise und 
Kultur der werktätigen Klassen und Schichten und mit der ethnographisch-folkloristischen Lehre 
befaßten wissenschaftlichen Institutionen und ihre jeweiligen Schwerpunkte in der Forschungs- und 
Lehrtätigkeit sowie in der Arbeit auf dem Gebiet des Museumswesens. Relativ umfangreiche Aus 
wahlbibliographien geben dem Interessierten Hilfsmittel zum vertieften Studium in die Hand. 
Die Beiträge weisen überzeugend nach, daß der Sozialismus die Disziplin von Zwängen und Ein 
schränkungen befreite, die letztlich im System der Ausbeutung begründet waren, und ihr eine würdige 
Entwicklungsperspektive eröffnete. Das gilt in gleicher Weise für die Sowjetunion mit ihren reichen 
Arbeitsergebnissen und -erfahrungen, in sechs Jahrzehnten sozialistischer Gesellschaftspraxis bei der 
Durchführung der Leninschen Nationalitätenpolitik gewonnen, wie für die DR Vietnam oder die 
VR Kuba, wo im Kampf um die Überwindung des schweren kolonialen Erbes soeben erst ein neues 
Kapitel in der Geschichte der Ethnographie als Wissenschaft begonnen wurde. 
Bei der Komplexität des Forschungsgegenstandes und den vielfältigen Beziehungen zu anderen 
gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen, die das Profil der Ethnographie und Folkloristik als 
Wissenschaft mitprägen, mußten sich die Autoren große Beschränkung bei der Wahl der Themen auE 
erlegen, an denen die marxistisch-leninistische Orientierung in der Entwicklung der Disziplin abzulesen 
ist. Neben einem Aufriß der Forschungsthemen zur Geschichte der materiellen und geistigen Kultur, 
die im Falle der VR Ungarn, der VR Kuba und der Mongolischen VR in gesonderten Beiträgen
	        
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