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Full Text: Tribus, 44.1995,N.F.

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Bericht des Direktors über das Linden-Museum im Jahr 1994 
Die »Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde zu Stuttgart e. V.« hatte im Winterhalb 
jahr 1993/94 ihren Vortragszyklus unter das Leitthema »Völker und Kulturen des Ori 
ents« gestellt. Nach der großen Sommerausstellung »Die Gärten des Islam« 1993 
sollten üblicherweise in den Veranstaltungen der Gesellschaft weiterführende und 
vertiefende Themen zum Orient behandelt werden. Im ersten Quartal 1994 sprachen 
u.a. Eugen Wirth über »Die orientalische Stadt«; Franz Schaffer über »Türkisch- 
Thrakien: Brücke zwischen Europa und Asien«, Hans Hopfinger über »Syrien - ein 
funktionierendes Agrarland sozialistischer Prägung« und Friedrich Spuhler über den 
»Klassischen Orientteppich«. Alle Vorträge waren außergewöhnlich gut besucht und 
fanden großen Anklang nicht nur bei unseren Gesellschaftsmitgliedem, sondern 
auch bei vielen Besuchern unseres Hauses sowie bei unseren ausländischen Mitbür 
gern. 
Als Fördergesellschaft des Linden-Museums hat uns die GEV auch 1994 wieder 
finanziell unterstützt, so daß die Inventarisierung unserer Sammlungsbestände fort 
geschrieben werden konnte. Da die Afrika-Abteilung mit über 50000 Objekten den 
zahlenmäßig umfangreichsten Bestand aufweist, wird hier die Computerinventari 
sierung noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ich möchte an dieser Stelle der 
Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde zu Stuttgart e.V. sehr herzlich für die För 
dermaßnahmen danken, mit denen sie satzungsgemäß ihren Zielsetzungen, nämlich 
die wissenschaftliche Arbeit des Linden-Museums zu unterstützen, voll nach 
kommt. 
Im Jahr 1994 konnte das Linden-Museum mit vier Ausstellungen aufwarten; 
1. BETELSCHNEIDER - Kunst und Brauchtum des Betelgenusses in Süd- und 
Südostasien (27.11.93 - 30.1.1994). Sie wurde von Dr. Gerd Kreisel, dem Südasien- 
Referenten am Linden-Museum konzipiert und realisiert. In der Ausstellung wurden 
187 Betelschneider und andere Geräte zur Betelherstellung von Indien bis Indone 
sien gezeigt. Neben den ästhetischen Ausgestaltungen - Formen höchsten metalli 
schen Kunsthandwerks - wurde auch die soziale Funktion des Betelgenusses näher 
beleuchtet. Die Objekte stammten aus der berühmten Sammlung von Prof. Dr. 
Samuel Eilenberg/London. Der 137 Seiten umfassende, gut bebilderte Katalog 
zeigte alle Exponate der Ausstellung. 
2. KANGA - Sprechende Tücher aus Ostafrika (2. 3.- 1.5.1994). Diese Ausstellung 
basierte auf einem Konzept von Elisabeth Linnebuhr/Berlin, realisiert wurde sie von 
Dr. Hermann Forkl, dem Afrika-Referenten am Linden-Museum. Auf mehreren Ebe 
nen wurden die Multifunktionalität sowie die kommunikative Rolle der Kangas ver 
mittelt. Auch zu dieser Ausstellung erschien ein gut bebilderter Katalog. 
3. Die Ausstellung GEMALTES LAND - Kunst aus Arnhemland war die große Jah 
resausstellung des Linden-Museums (4.6.-25.9.1994). Sie wurde von Frau Dr. 
Ingrid Heermann, Südsee-Referentin am Linden-Museum, unter Mitarbeit von Uli 
Menter, M.A., konzipiert und realisiert. Die Ausstellung zeigte unterschiedliche 
Kunststilregionen der Aborigines Arnhemlands und der Melville-Bathurst-Gruppe 
sowie überregionale Themen der Mythologie. Neben Rinden-Malereien wurden 
sogenannte »Log Coffins« und »Pukumani«-Pfosten gezeigt. Diese Kunstausstel 
lung wurde durch einen ethnographischen Bereich ergänzt, der sich sowohl auf das 
traditionelle Leben als auch auf die gegenwärtigen Lebensbedingungen bezog. So 
wurden u.a. Fragen der Sozialorganisation, des Landrechts sowie Konzepte von 
»Heilig und Geheim«, im weitesten Sinne also das Gesetz, beleuchtet. 
Es erschien ein umfangreicher Katalog zur Ausstellung. Neben Leihgaben aus Basel, 
Paris, Perth und Frankfurt/Main bestand die Ausstellung hauptsächlich aus eigenen 
Beständen des Linden-Museums. Wir konnten die Ausstellung nach Hamburg wei 
tergeben, wo sie zu unserer großen Freude über 40 000 Besucher anzog. 
Die Ausstellung MADAGASKAR - Land zwischen den Kontinenten (26.10.1994 - 
30.4.1995) wurde von Herrn Dr. Roth/Tübingen, erstellt. Über sie werde ich - da
	        
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