Tannhäuser un ( l die Tannhäusersagc .
3
knüpft und die man g - eradezu die 'Dichterheldensage nennen könnte . — Diese Anschauungen fasst z . B . nieine Darstellung ( AdB . 37 , 385 ; wieder abgedruckt in meinen 'Deutschen Charakteren' S . 60f . ) zusammen .
Sie erschien 1894 . Drei Jahre später kamen die allerdings brechenden Untersuchungen' von Gaston Paris und Yerner Söderhjelm ( vgl . Kluge , Bunte Blätter S . 28 Anni . ) . Sie wirkten sehr langsam auf die deutsche Auffassung der Sage ein . Allerdings führte Fr . Kluge ( Der Yenusberg ; Beilage zur Allgemeinen Zeitung 1898 , 123 , 24 . März , wieder abgedruckt in seinen 'Bunten Blättern' 1908 S . 28f . ) im unmittelbaren schluss an die beiden Romanisten die Untersuchung sofort in einem wichtigen Punkt ( Verhältnis des Sibyllenbergs zum Yenusberg ) weiter , und Erich Schmidt ( Tannhäuser : Charakteristiken 2 , 24f . 1901 ) sowie Karl Reuschel ( Die Tannhäusersage . Neue Jahrbücher 13 , 653f . 1904 ) mittelten den heimischen Kreisen die fremde Anschauung , wobei sie jedoch ( wie später Ernst Elster , Tannhäuser in Geschichte , Sage und Dichtung . Bromberg 1908 ) ihr Hauptinteresse der späteren Entwicklung zuwandten , wie sie vor allem durch die Namen Tieck , Heine , Wagner bezeichnet ist . Aber eigentlich brennend ward die Frage erst durch die volle Untersuchung von Heinrich Dübi in dieser Zeitschrift ( 17 , 249f . 1907 ) und durch den Vortrag von Fridrich Pfaff auf der Baseler Philologen - versammlung ( 1907 . Kurzes Referat in den Verhandlungen der 49 . sammlung deutscher Philologen und Schulmänner S . 104f . ) . Die Jahre 1897 und 1907 können als kritische Tage der Tannhäuserlegende zeichnet werden . — Mit zum Teil ganz neuen Ansichten schritt endlich ( in dem angeführten Werkchen ) Nyrop , wie ich glaube , aus der Bahn der Forschung heraus , die nach den Früheren G . Paris , Söderhjelm , Kluge , Dübi , Pfaff festgelegt haben ; bis sich dann P . S . Barto ( Journal of English and Germanic Philology 9 , 293 ) ganz vom Wege verlor . ( Wertlos ist nach Boites freundlicher Mitteilung Wattez , De legende van T . , Verslagen der k . vlaamsche Académie te Gent 1909 , S . 127f . ) .
WTir müssen nun Tatsachen und Hypothesen unterscheiden .
1 . Festgestellt ist durch die angeführten Forscher :
a ) In Italien gab es früh die Ortssage von einem Berg der Sibylle . Von ihm erzählte zuerst ( nicht , wie Pfaff S . 106 meint Pietro Bersuire gest . 1362 , vgl . Kluge S . 32 , sondern ) Andrea dei Magnabotti in seinem Roman Guerino il Meschino ( vgl . Kluge S . 46 f . , Dübi S . 250 , Nyrop S . 66f . ) und besonders eingehend Antoine de la Sale ( geb . 13S7 ) in seiner Salade „ einer Erziehungsschrift für Johann von Anjou , den Sohn des Königs René " ( vgl . Kluge S . 37f . , Dübi S . 252f . , Nyrop S . 46f . ) . Dieser hat 1420 seine Forschungsreise auf den Monte della Sibilla gemacht und 1438 — 1442 sein WTerk niedergeschrieben ( Kluge S . 43 , Nyrop S . 46 ) . Beide erzählen , dass in der Grotte dieses 'Paradieses der Sibylle' , wie de la Sale sagt ( Dübi S . 253 ; vgl . Nyrop S . 53f . ) , die Sibylle mit ihren
1 *