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Full Text: Tribus, 61.2012

Jürgen Heck Ein Mythos aus Krankheit und Fruchtbarkeit 
'57 
Abstract 
A myth of disease and fertility 
Considerations on a motif in the art of the Moche 
A strange motif in figurative ceramics of the Moche (North Coast of Peru, ca. 0-800 
AD) is analyzed including medical aspects. The motif represents a sick man com 
bining him with insignia of a deity who was held responsible for fertility in nature. 
The disease is interpreted as Verruga peruana, an infection limited to oases. Based 
on occurrence in the same space, magical understanding evidently associated Verru 
ga peruana with fertility of the earth. The paper argues that the motif presents 
visional expressions of a mythical concept that considered persons suffering from 
Verruga peruana as personifications of a fertility god. 
Unter den Bildnereien, die sich auf Tongefäßen der Moche-Kultur (Nordküste Perus, 
ca. 0-800 n. Chr.) als Grabbeigaben erhalten haben, finden sich figürliche Gestaltungen 
in weitgehender Naturtreue. Dennoch bleiben manche Motive schwer verständlich. 
Erläuterungen durch authentische Texte fehlen. Die Moche-Kultur war schriftlos. Eines 
jener Motive, die trotz realitätsnaher Darstellungsweise Rätsel aufgeben, wird hier 
betrachtet. Der Eigenart des Motivs entsprechend werden ärztliche Aspekte einbezogen. 
Beschreibung des Motivs 
Bisher hat sich für das Motiv, das wir analysieren wollen, kein spezieller Name eingeführt. 
Das mag nicht nur daran liegen, dass ihm Rätsel anhaften, sondern auch daran, dass 
es in der Moche-Kunst nicht sehr häufig auftaucht. Das Motiv wiederholt sich nicht 
stereotyp, sondern variierend. Was ist zu sehen? Ein Mensch (immer männlich) liegt 
auf dem Rücken oder auf einer Seite oder kniet oder steht gebückt. Die Körperhaltung 
wechselt, doch stets drückt sie Leiden aus. Der Körper ist mit Hautveränderungen 
übersät. Sie sind entweder als halbkugelförmige Vorwölbungen plastisch dargestellt 
oder als kreisrunde Flecken aufgemalt. Vereinzelt fehlt die Andeutung krankhafter 
Hautveränderungen. Der Mensch (nennen wir ihn, um eine Bezeichnung zu haben, den 
„kranken Mann“) ist abgesehen von einer Kopfbedeckung entweder völlig oder teilweise 
unbekleidet. Der Mann legt sich eine Scheibe oder auch nur eine Hand ohne Scheibe
	        
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