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Full Text: Tribus, 61.2012

194 
AFRIKA 
Ruth Kuta/ek & Armin Prinz (Hrsg.) 
Essays in Medical Anthropology. 
The Austrian Ethnomédical Society 
after Thirty Years. 
(Wiener ethnomedizinische Reihe Band 6) 
Wien: LIT Verlag, 2009. 
417 Seiten, 33 SW-Abbildungen, 5 Tabellen, 
2 Grafiken, i Karte. 
ISBN 978-3-643-50008-3. 
1978 wurde die Österreichische Ethno 
medizinische Gesellschaft gegründet. 
Von Beginn an interdisziplinär ange 
legt, blickt sie nunmehr auf eine mehr 
als 30-jährige Erfolgsgeschichte zurück. 
Der von außen betrachtete wohl bedeu 
tendste Erfolg ist, dass die Ethnomedizin 
(medical anthropology) fester Bestandteil 
der heutigen Medizinischen Universität 
von Wien ist. Darüber hinaus initiierte 
die Gesellschaft die wohl umfangreichs 
te Literatursammlung zur Ethnomedizin 
im deutschen Sprachraum, gibt seit 1996 
den regelmäßig erscheinenden und be 
reichernden Viense Ethnomedicine News 
letter (VEU) heraus und begann 1999 mit 
dem Aufbau einer ethnomedizinischen 
Sammlung; außerdem gibt sie die Wiener 
ethnomedizinische Reihe heraus. 
In der vorliegenden Festschrift haben die 
Herausgeber 29 Autorinnen und Autoren 
versammelt, die auf vielfältige Weise mit 
der Österreichischen Ethnomedizini 
schen Gesellschaft verbunden sind, sei 
es als Gastprofessoren, Vortragsredner, 
Kooperationspartner bei Projekten oder 
Mentoren. Entsprechend der interdiszi 
plinären Ausrichtung der Gesellschaft 
haben die Autoren sowohl ethnologisch 
sozialwissenschaftlichen Hintergrund 
als auch naturwissenschaftlich-medizi 
nischen. Die 24 Aufsätze sind zu fünf 
Kapiteln gruppiert. 
Nach einer Einleitung zur Geschichte der 
Österreichischen Ethnomedizinischen 
Gesellschaft (S. 3-13) wird im Kapitel 
„Institutions“ (S. 17-87) über die Heraus 
forderung und Aufgabe der Ethnomedi 
zin in der medizinischen Ausbildung in 
Wien berichtet, die ethnomedizinische 
Sammlung wird an Hand repräsentativer 
Einzelstücke ebenso vorgestellt wie eine 
Forschung zum Gebrauch traditioneller 
Heilpflanzen in Österreich. Am Ende des 
Kapitels wird in zwei Aufsätzen die je 
weilige Entwicklung der Ethnomedizin in 
Deutschlang und in Ungarn vorgestellt. 
Im folgenden „Theorie“-Kapitel (S. 91- 
135) werden zunächst vier analytische 
Fragen zur Untersuchung der sozialen 
Reproduktion von Gesundheit formu 
liert, anschließend erfolgt aufgrund der 
naturwissenschaftlichen Erkenntnisse 
der Epigenetik, die zum Beispiel die Ent 
stehung von Krankheiten auf ein Zusam 
menspiel von Genom und Umweltfakto 
ren zurückführt, ein Plädoyer für einen 
„Abschied von der Dekontextualisierung 
des Körpers“. 
Die elf im Kapitel „Themes in Medical 
Anthropology“ (S. 139-328) versammel 
ten Aufsätze geben die große Breite der 
ethnomedizinischen Forschung wieder. 
Geografischer Schwerpunkt ist Afrika 
(mit sechs Aufsätzen), gefolgt von Oze 
anien (zwei Aufsätze) sowie Asien, Ame 
rika und einem interkulturell verglei 
chenden Aufsatz. Auch thematisch sind 
die Aufsätze weit gefächert. Sie reichen 
vom sozialen Zusammenhang zwischen 
Kindern und Dreck in einem Teil Ghanas 
bis zu Menopause und Altern aus der 
Sicht der Maori-Frauen, von Interviews 
mit Anführern synkretistischer Cargo- 
Kulte in Papua Neuguinea zu Verständ 
nis und Behandlung der Schlafkrankheit 
in der Geschichte der Traditionellen Chi 
nesischen Medizin, von dem spirituellen 
Kontext rituellen Heilens in der Karibik 
zum interkulturellen Vergleich zum Um 
gang mit Schmerz. Selbstverständlich 
darf das Thema HIV/AIDS nicht fehlen, 
es ist mit drei Aufsätzen vertreten. 
Im letzten Kapitel (S. 331-401) werden in 
ebenfalls weiter Fächerung in fünf Auf 
sätzen ethnopharmakologische und er 
nährungsethnologische Themen aus Asi 
en (drei Aufsätze) und Ozeanien (zwei 
Aufsätze) behandelt. Hier reicht das
	        
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