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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 4.1872

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
   
   
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
   
  
  
  
  
    
   
(91) 
ahmungen von Hieroglyphen halten, welche sich zu den letzteren verhielten, wie die 
Inschriften auf den in Holland verfertigten pseudochinesischen Theedosen, Flaschen, 
Krügen etc. zur wahren chinesischen Schrift. 
„Einige in der That auffallende Umstände veranlassten mich zu dieser Be- 
hauptung: 
„1) sieht die eine Leydener Gesichtsurne, welche bestimmt aus Aegypten stammt, 
Zweien deutschen auffallend ähnlich. 
„2) Während die schönen ägyptischen Kanopen von Alabaster, welche Sie ken- 
nen, schon beinahe Kunstwerke genannt werden dürfen, sind die Leydener Krüge ge- 
meines Tópferwerk. 
59) Wir finden auch auf altägyptischen Thonkrügen Inschriften. 
,4) Und diesen fehlt, da sie meistentheils religiósen Inhalts sind, nur selten das 
Zeichen meter (Gott), das, nach Ihrer Figur 6, horizontal daliegend LL, sich als 
erstes Zeichen vorfindet. Das dritte Zeichen gleicht einigermassen dem ägygtischen 
== (£) oder ^X. (mer). Auffallend war es mir ferner, dass der Kopf des an. vier- 
ter Stelle stehenden Thieres Y dem des schakalkópfigen Anubis gleicht, der ja als 
Deckel einer grossen Gruppe von Kanopen vorkommt. Der Name des Anubis wird 
auch oftmals mit dem auf einer Kapelle oder Standarte liegenden Schakal de- 
terminirt. In nächster Nähe des Namens D oder ls 4 ànup (Anubis) fehlt 
Selten die Gruppe ]i neter äa, der grosse Gott, welche mir doch insoweit wenig- 
Stens den Zeichen 1 und 2 auf Fig. 6 zu gleichen scheint, dass die Annahme, hier 
Sei von ungeübten Háünden eine hieroglyphische Inschrift ganz mechanisch und ohne 
das Streben oder Vermägen, genau zu sein, nachgeahmt worden, erlaubt zu sein 
Scheint, Der Anubis-Schakal wird gewóhnlich liegend dargestellt; er kommt aber 
auch gehend vor, Sow Sw dann freilich gewóhnlich mit der Lesung sab. Das 
hier Fig. 6 steht, und das dürfte nicht überraschen, wenn auch das Vorbild des 
Dordischen Tópfers ein liegender Schakal gewesen würe; mag doch Niemand bezwei- 
feln, dass kindliche Zeichner eine Quadrupede leichter mit den vier Beinen, als in 
legender Stellung aufzufassen und malerisch zur Darstellung zu bringen vermôgen. 
Die anderen, Ihnen bekannten Argumente hinzugenommen, scheint mir meine 
Annahme, dass mit Hieroglyphen versehene, kanopenartige Töpfe als ägyptische Dro- 
8uen enthaltende Gefässe durch römische Händler nach Norden gekommen und von 
den Bewohnern Pomerellen's in ihrer Weise nachgeahmt worden sind, der Berück- 
Sichtigung werth zu sein.“ 
Herr Virchow bemerkt dazu, dass die von dem Referenten des deutschen Cor- 
"éSpondenzblattes hervorgehobene Belehrung über die ,Kanoben* der alten Aegypter . 
Schon durch Hrn. Lepsius in der Sitzung unserer Gesellschaft vom 14. Januar 1871 
9rfolgt sei dass sber im Uebrigen die Besprechung des Hrn. Ebers in ebenso sach- 
Yerständiger, als daneben anzuerkennender Weise die von hier ausgegangene An- 
"gung aufgenommen und weitergeführt habe. — 
(5) Herr Appellationsgerichtsrath Langerhans aus Frankfurt a. O. spricht unter 
Vorlegung der Fundstücke 
über Metallgerüthe aus einem Torfmoor der Uckermark, 
. Bei Niederlandin (Kreis Angermünde) sind kürzlich im Torfmoor zahlreiche, aus 
“er ziemlich rothen Kupferbronze bestehende Gegenstände bei einander gefunden 
Worden, Einzelne davon scheinen zu einem Pferdeschmuck gehört zu haben, andere 
(7%) 
  
  
  
  
  
  
  
  
 
	        
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