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Um die Behauptung, daß das Brunnenwasser durch die Unreinlichkeiten des
Flusses unbrauchbar gemacht würde, beurteilen zu können, ist das Wasser von den
drei hauptsächlich in Betracht kommenden Brunnen, dem des Herrn Köhler in Reppis,
dem des Herrn Müller Weber in Saathain, dem des Herrn Müller Flüssig in Prieschka,
untersucht worden. Die Analysen sind in der nachstehenden Tabelle 4 verzeichnet.
Tabelle 4. Untersuchung des Wassers von Brunnen an der Röder
(Milligramme im Liter).
Ort der Entnahme . . Reppis Röder
bei R.
Prieschka Röder
bei P.
Mühle
Saathain
Röder
bei S.
Reppis
Untersucher................. Gärtner Metge Gärtner Spitta Gärtner Spitta Gärtner
Zeit ............................... 4. 4. 1911 30. 4.1910 4. 4.1911 4. 4. 1911 4. 4.1911 8. 8.1911 23. 8. 1911
Abdampfrückstand. . . 960 576 1180 244 450 881 1200
Glührückstand .... 610 355 720 143 200 318 620
Glühverlust................. 350 221 460 101 250 563 580
Kalk.............................. 130,0 675 57,5 38,5 42,5 — 135
Magnesia................. .... 81,05 241 70,0 17,0 25,02 — 48,6
Schwefelsäure ....
Gesamt-Härte (Deutsche
Grade):
82,76 109,8 78,1 48,06
7,8
97,84
berechnet................. 22,4 10,2 22,0 6,2 7,7 20,1
gefunden ................. 24,3 — 16,5 — 7,5 — 19,8
Bleibende Härte . . . 16,5 — 18,4 4,2 7,2 — 16,6
Chlor.......................... 149,10 38,3 175,5 24(am 8. 4.)
99,4 20 266,25
Ammoniak................. starke
Spuren
deutlich starke
Spuren
Spuren sehr
deutlich
stark vor
handen
Salpetrige Säure . . . 0 0 0 0 0 0 0
Salpetersäure.................
Kaliumpermanganat-V er-
starke
Spuren
Spur Spuren 0 0
brauch ...................... 118,7 908 174,3 233 179 1448,0 2559,37
Eisen.......................... 0,15 — 4,25 — 2,75 — ~~
Opt. Helligkeitsprüfung . 71 — 180 188
Aus ihnen ergibt sich eine für die dortigen Verhältnisse hohe Härte bei den
Brunnen in Reppis und Prieschka; bei Saathain ist dieselbe nur etwas höher wie im
Flußwasser. Mit den Härten stimmen überein die Gehalte an Kalk, Magnesia und
auch an Schwefelsäure. Sie differieren mit den Gehalten des Flusses, besonders was
Kalk und Magnesia angeht, erheblich, bei der Schwefelsäure tritt der Unterschied
weniger zu Tage. Bei den Abdampfrückständen überwiegt der Glührückstand gegen
über dem Glühverlust ganz bedeutend, während im Flußwasser der Glühverlust den
Glührückstand bei weitem übersteigt. Ein Vergleich der Zahlen, die sich auf das
Flußwasser beziehen, mit den Zahlen des Brunnenwassers läßt so erhebliche und
nach verschiedenen Richtungen auseinandergehende Differenzen erkennen, daß ein
Zusammenhang zwischen Brunnen und Bach und eine Verschlechterung des Brunnen
wassers durch das Bachwasser nicht angenommen werden kann.