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Volltext: Arbeiten aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte, 44.1913

208 Um die Behauptung, daß das Brunnenwasser durch die Unreinlichkeiten des Flusses unbrauchbar gemacht würde, beurteilen zu können, ist das Wasser von den drei hauptsächlich in Betracht kommenden Brunnen, dem des Herrn Köhler in Reppis, dem des Herrn Müller Weber in Saathain, dem des Herrn Müller Flüssig in Prieschka, untersucht worden. Die Analysen sind in der nachstehenden Tabelle 4 verzeichnet. Tabelle 4. Untersuchung des Wassers von Brunnen an der Röder (Milligramme im Liter). Ort der Entnahme . . Reppis Röder bei R. Prieschka Röder bei P. Mühle Saathain Röder bei S. Reppis Untersucher................. Gärtner Metge Gärtner Spitta Gärtner Spitta Gärtner Zeit ............................... 4. 4. 1911 30. 4.1910 4. 4.1911 4. 4. 1911 4. 4.1911 8. 8.1911 23. 8. 1911 Abdampfrückstand. . . 960 576 1180 244 450 881 1200 Glührückstand .... 610 355 720 143 200 318 620 Glühverlust................. 350 221 460 101 250 563 580 Kalk.............................. 130,0 675 57,5 38,5 42,5 — 135 Magnesia................. .... 81,05 241 70,0 17,0 25,02 — 48,6 Schwefelsäure .... Gesamt-Härte (Deutsche Grade): 82,76 109,8 78,1 48,06 7,8 97,84 berechnet................. 22,4 10,2 22,0 6,2 7,7 20,1 gefunden ................. 24,3 — 16,5 — 7,5 — 19,8 Bleibende Härte . . . 16,5 — 18,4 4,2 7,2 — 16,6 Chlor.......................... 149,10 38,3 175,5 24(am 8. 4.) 99,4 20 266,25 Ammoniak................. starke Spuren deutlich starke Spuren Spuren sehr deutlich stark vor­ handen Salpetrige Säure . . . 0 0 0 0 0 0 0 Salpetersäure................. Kaliumpermanganat-V er- starke Spuren Spur Spuren 0 0 brauch ...................... 118,7 908 174,3 233 179 1448,0 2559,37 Eisen.......................... 0,15 — 4,25 — 2,75 — ~~ Opt. Helligkeitsprüfung . 71 — 180 188 Aus ihnen ergibt sich eine für die dortigen Verhältnisse hohe Härte bei den Brunnen in Reppis und Prieschka; bei Saathain ist dieselbe nur etwas höher wie im Flußwasser. Mit den Härten stimmen überein die Gehalte an Kalk, Magnesia und auch an Schwefelsäure. Sie differieren mit den Gehalten des Flusses, besonders was Kalk und Magnesia angeht, erheblich, bei der Schwefelsäure tritt der Unterschied weniger zu Tage. Bei den Abdampfrückständen überwiegt der Glührückstand gegen­ über dem Glühverlust ganz bedeutend, während im Flußwasser der Glühverlust den Glührückstand bei weitem übersteigt. Ein Vergleich der Zahlen, die sich auf das Flußwasser beziehen, mit den Zahlen des Brunnenwassers läßt so erhebliche und nach verschiedenen Richtungen auseinandergehende Differenzen erkennen, daß ein Zusammenhang zwischen Brunnen und Bach und eine Verschlechterung des Brunnen­ wassers durch das Bachwasser nicht angenommen werden kann.
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