In der peruanische
( urkundlich Luzin ) , Loschwitz bei Dresden ( urkundlich 1073 Lnzewice ) . Vom Adjectivum luöny ( Wiesen - ) Lukau , Lucca in Altenburg , Luckenwalde .
Von Bor und Khojna , die Kiefer , stammen Bora , Bohrau , Boritz , die Borberge , Borlas ( Bor und les — Wald ) bei Dippoldiswalde , Sabor ( za = hinter ) ; Kaine , Kaina , Loitsch , Kyhnitzsch und Kunitz .
Vom Grundworte lös , Diminutiv lesk , Busch , Wald , Forst , und den Adjectivbilduugen lesowy und lesny men Lessa , Löschen , Leßko , Lieskau , Lissa ( urkundlich lezzin ) ; auch gehört hierhin der Familienname Lessing , welcher Waldmann bedeutet , wieLeisewitz , Waldessohn . Dann Leisnig und Lößnitz ( letzteres urkundlich Lißniz und Les - seniz ) .
Plauen im Voigtland , Plauen bei Dresden , Plaue , ein Dorf bei Flöha in Sachsen , urkundlich Plavia , Plave , Pla - die bedeutet stets Schwemmplatz ; alle drei liegen an Flüs - sen , auf denen heute noch Holz geflößt wird ; das flavische Wort , welches zu Grunde liegt , ist plav , das Schwemmen , plavny , was zum Flößen gehört . Dahin gehören noch
Küsten - Cordillere . 61
Planitz bei Zwickau ( urkundlich Plawnitz ) , Plawa in Ga - lizien , Plowce in Polen , Plaven bei Bndweis .
^ito ist Korn , Getreide , besonders Roggen , davon das Adjectiv zitowy . Hiermit hängen zusammen : Zittau ( zitava ) im Volksmunde „ die Sitte " , Schlettau ( urkundlich zetowe ) , Sitten , Seitschen , Zettan , Zetha .
Von trava , Gras : der Fluß Trave , Trawitz , Traw - nik ( Grasplatz ) , Zschanin bei Rochlitz .
Zwönitz endlich bietet die leichte Ableitung von zvon , die Glocke , zvonica , Glockenthurm . Die Einführung der Glocken in Deutschland erfolgte im elften Jahrhundert und steht also vom culturhistorischen Standpunkte der Ablei - tuug weiter kein Hinderniß im Wege .
Schon aus den wenigen mitgetheilten Beispielen , die leicht hätten vermehrt werden können , ergiebt sich das trefflich be - zeichnende und die Mannichfaltigkeit der slavischen Ortsnamen . Sie sind aber überall dieselben , und so finden wir sie denn von Griechenland an durch die Balkanhalbinsel nnd das illyri - sche Dreieck bis nach Benetien und in die Alpenthäler , durch Ungarn uud ganz Ostdeutschland bis zu den dänischen Inseln in fast identischen Formen .
In der peruanischen
Den ersten Weihnachtsabend , fern von der Heimath , ver - lebte ich im Kreise fröhlicher Landsleute , die um einen Tan - nenbaum versammelt waren , den der deutsche Tischler aus den Aesten der breiten , schönen australischen Tanne , wovon in Tacna verschiedene Exemplare vorhanden sind , künstlich ge - zimmert hatte , und dessen Lichter uns in freundlicher Weife an den frohen Abend fern überm Ocean erinnerten .
Heute sollte es mir nicht so gut werden . Der Tag des 24 . December 1861 war heiß gewesen , und schlaff und müde stand ich in der Thür unseres Hauses , im Herzen wünschend , daß die langweiligen Feiertage erst vorüber sein möchten . War doch an Sonn - und Festtagen das sonst so geschäftige Tacna wie ausgestorben . Die öden Straßen mit den geschlossenen Läden , auf denen der helle Sonnenschein lag , durchrollte keine güterbeladene Carreta ; schweigend lag die Stadt in der stillen Umgebung der Chacaras und dem braunen Sande der Wüste , aus der zu beiden Seiten die nackten Hügelmauern , das Thal umschließend , aufsteigen . In der Alameda rauschte das Wasser durch den breiten Steingraben bergunter , über ihm zitterten die feinen Blätter schlanker Weidenbäume , leise be - wegt von dem Windeshauche , der während des Tages von der See heraufkommt . Im Graben tummelte sich eine Schaar nackter , lärmender , dunkler Gestalten , Kinder und Erwachsene genossen das Bad . Bis zum Frühstück trug ich noch immer das sonntägliche Gefühl mit mir herum , jene ans den Schul - jähren bekannte , erwartungsvolle Festfreude eines freien Ta - ges , — aber sie war bald verschwunden und machte der Langeweile Platz . — In jenem verweichlichenden Klima hat man nicht immer Lust zu geistiger Beschäftigung , und man ist nicht so genügsam , wie der rothbrauue Sohn des Landes , welcher das Spiel seiner Guitarre mit näselnder Stimme begleitet , Agnardiente ( Branntwein ) trinkt und Cigarritos raucht , derweil vor ihm ein erregtes Paar die Zam azneca tanzt .
* ) Von einem deutschen Kaufmanne . Red .
Küsten - Cordillere * ) .
Ich verträumte , nachdem ich während des Morgens mich am Claviere müde gespielt , den übrigen Theil des Tages in der kühlen Sala des Hauses im süßen Nichtsthun , rauchte eine Cigarre nach der andern , bis 6 Uhr , die Stunde des Hauptmahles , heranrückte , bei welchem wir bis 7 Uhr saßen , einen Spaziergang durch die dunkle Alameda machten , nach Hause gingen , um den Thee zu nehmen , und bald ins Bett stiegen , um den Montag mit seiner Arbeit als eine Erlösung zu begrüßen .
Das war der Inhalt eines kirchlichen Festtages in Tacna , und zwei solche lagen vor mir . In stiller Resignation sah ich ihnen entgegen . Während ich mir noch die frohen See - nen des Vaterlandes an diesem Abende , die heiteren Vereint - guugeu in der eigenen und in befreundeten Familien aus - malte , kam „ Don Otto " , ein junger Deutscher , und schlug mir vor , die Feiertage mit ihm in Pachia , einem gegen die Cordillere hin gelegenen , wenige Meilen von Tacna entfern - ten Dorfe , zuzubringen . Standen uns dort auch nicht die Genüsse eines Aufenthaltes in einer vegetationsreichen Ge - gend in Aussicht , so war doch Aussicht , einmal aus der tag - lichen Umgebung herauszukommen , die freiere Luft des höher gelegenen Ortes zu athmeu und in größerer Nähe der Ge - birgsmassen , die stets eine so große Anziehungskraft auf mich ausgeübt , zu verweilen . Don Otto's Vorschlag kam mir daher sehr erwünscht , um so mehr , als er die Freundlichkeit hatte , mir ein Pferd zu dieser Excursion zur Verfügung zu stellen . Ich begleitete ihn nach seinem Hanse , und wir be - sprachen uns über die Ausrüstung für den morgigen Tag . Noch eine Weile erheiterte ich mich an dem prächtigen Pleyel - fchen Instrumente , welches sein Onkel besaß ; dann verließ ich ihn , um im Hause den Majordomo mit der Besorgung der nöthigen Provisionen zu beauftragen .
Am Sonntag Morgen 7 Uhr brachen wir auf , unsere Alsorjas ( Satteltaschen , welche hinter dem Sattel quer über dem Rücken des Pferdes hängeu ) wohl gefüllt . Otto bestieg