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Full Text: Zeitschrift für Ethnologie, 75/77.1950/52

Herbert Tischner: Eine Häuptlingsbestattung auf Luf 53 
Abschließend wird dann als Resultat der zehntägigen Expedition gemeldet: 
X, das Bigentum der Einwohner, bestehend in etwa 67 Häusern, 54 Kanoes, 
E C samtliches kleines Eigentum vernichtet, die Pflanzungen zerstórt und 
Ee ener getótet, die übrigen Bewohner aber von ihrer Insel vertrieben" 
Und Er Überzeugung Ausdruck gegeben, daB so ,,... das Erreichbare geleistet 
ie gestellte Aufgabe im Sinne der erteilten hohen Befehle erfüllt" 
Worden sei. 
pi DUC derartige Katastrophen wurde die Lebenskraft des einst kriege- 
te Vôlkchens endgültig gebrochen und hat sich nie wieder davon erholt. 
E um Jahre 1874 Lieutenant Sanders anläßlich der ersten englischen Straf- 
D mit dem Schoner ,Alacrity" die Bevólkerung von Luf auf 450 
für. da HR geschätzt (laut Bericht an die Brit. Admiralität), so gibt Thilenius 
Zöhlun, enr 1899 noch etwa 40 Männer und Frauen an, was sich mit der 
e ellwigs 1904 deckt, der 22 männliche und 18 weibliche Personen 
Neri e. In rund 20 Jahren war demnach die Bevólkerung von Luf auf 
lger als ein Zehntel zusammengeschrumpft! 
hie der hoffnungslosen Auflösung, in der die Luf- Kultur bereits im 
„AU de 9 begriffen war, gibt Thilenius eine kurze, ergreifende Schilderung: 
ani en centralen Inseln bezeichnen Sáume von Kokospalmen am Strande 
Pide o Wald dahinter die Lage früherer Dórfer und ihrer Pflanzungen. 
sin Dors Stenen auf Arkieb nur noch zwei dem Verfall nahe Häuser, auf Luf 
falls, des en acht Häusern. Das ist alles. Es ist ein Bild vollkommenen Ver- 
di ie Inseln bieten, und ihm fügen sich die Eingeborenen ein. Im 
bis Em CSI sue 40 Eingeborene vorhanden, davon die Hälfte Frauen, acht 
werden k \albwüchsige Knaben und Mädchen kommen hinzu; seit Jahren 
N keine Kinder mehr geboren, können vielmehr nicht geboren werden. 
Unte 
er T der ganzen Bevólkerung gibt es etwa 3 bis 4 Individuen, die gesund 
Scheinen Pa 1) 1a) 
Die Site roter dieser kleinen Eilande im Norden Neuguineas ist also 
noch jemal > alle Zeiten erloschen, und es besteht keine Hoffnung mehr, 
Daten zn d eR Forschung an Ort und Stelle brauchbare ethnologische 
SO D] ven und so gibt es wenige Südsee - Inseln, über die unsere 
betrifft __. Une e Kenntnis — vor allem, was die gesamte geistige Kultur an- 
Cripps ION dürftig und lückenhait ist, wie die der paramikronesischen 
gebräuche ind was wir aus den wenigen Quellenwerken über Bestattungs- 
die später es een. beschränkt sich auf einige kurze Angaben bei Thilenius, 
wiedergegeben arkinson inhaltlich, ohne Hinzufügen neuer Beobachtungen, 
Leiche des pen worden sind. Bei Thilenius heiBt es in bezug auf Luf: , Die 
Busch Se wird im Bootshaus begraben, nur die Kranken werden im 
ganze Habe P der Geisterglaube bringt es mit sich, dab dem Toten seine 
gegeben Werden“ er Aexte, Messer, Tabak, Pfeifen, Streichhólzer u.s.w. mit- 
über Gebräuche DE Und Parkinson sagt im Anschluß an kurze Bemerkungen 
wie die (sic) > ei Todesfallen auf Kaniet: ,,Auf Luf ist von Zeremonien, 
Aus früheren Ree beschriebenen auf Kaniet, heute nicht. mehr die Rede. 
nicht beurten ren liegen keine Aufzeichnungen vor, wir können also auch 
CN, ob man dort jemals ähnliche Bräuche kannte' 3). 
Es kan 
n also nach all dem als ein glücklicher Umstand angesehen 
Werden, daf si 
Schilderung ea einigen von F. E. Hellwig hinterlassenen Notizen eine 
ES estattung des Luf-Häuptlings Komachuau*) anfand. Hellwig, 
Thilenius, G 
daß ii Während CE DE Ergebnisse aus Melanesien. Bd. 2. Halle 1903, p. 162 f. 
Arbeitern 1938 Capt. Mant Sond erhalte ich von Dr. Nevermann, Berlin, die freundliche Mitteilung, 
heute ern rur noch einen a s Rabaul berichtete, er habe im Jahre 1937 auf Luf außer fremden 
M ig ausgestorben ist en Einheimischen vorgefunden. Wir müssen also damit rechnen, daf Luf 
3) Parkinso 95, Y 
3a) ch don, = Dreißig Jahre in der Südsee. Stuttgart 1907. p. 442 
gesprochen, au als betonter Diphthong gesprochen. : 
inzw 
 
	        
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