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Objekt: Globus, 59/60.1891

Aus allen Erdteilen. 
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anderweiten Disziplinen der physichen Erdkunde, zu deren 
Gliede sich die Pflanzcngeographie selbständig ausgestalte 
dieser srcien Entwickelung richtet sie ihr eigenes Lehrgcvauvc 
aus und die zahllosen Gegenstände, welche der vergleiche 
Pflanzengeographik aus allen Teilen der Eede zufließen, erhalten 
hier erst den richtigen Platz angewiesen, ihre Bedeutung für 
das Allgeineine erst hier klargcstellt." 
Der Inhalt des Drudeschcn Werkes gliedert sich folgen 
dermaßen: Begriff und Ausgabe der Pflanzrngcographic, deren 
Richtungen und ihre Stellung zur physikalischen Geographie — 
dieses als Einleitung. Darauf wird die geographische Biologie 
der Pflanzen abgehandelt, wobei die Wirkungen des Klimas, 
die Orographie mit ihren Beziehungen zur Pflanzenwelt, die 
biologische Verschiedenheit der Organisation (Vegetationsformen 
und Vegctationtzzonen) zur Besprechung gelangen. Nun solgt 
der geologische Teil, d. h. die Entwickelung der gegenwärtig abge 
sonderten Areale, die Bevölkerung der Florenreiche durch hervor 
ragende Gruppen des Pflanzensystcms, wobei als Beispiele einige 
Familien (Palmen, Coniferen, Eupuliscren, Ericaccen u. s. w.) 
näher behandelt werden. Die pflanzengeographische Physiogomik, 
in der uns die gesellschaftlich vorkommenden Formen vorge- 
sührt werden, mit den Schilderungen der verschiedenen Wald- 
sormationen, den Grasflur- und Staudenformationcn, den Moos- 
nnd Flechtenformationen, den ozeanischen Formationen, bildet 
denjenigen Teil des Werkes, welcher den weniger botanisch 
gebildeten Geographen am meisten anzicht. Zum Schlüsse 
folgen die pflanzcngeographischen Regionen und eine Karte der 
Flvrenrciche der Erde, gezeichnet aus Grundlage von W. Köppens 
Wärmegürteln. Reiche Litteraturangaben ermöglichen es, da, 
jdfop nicht auszurcichcn scheint, sich 
F. K. 
wo das Werk Trudes 
weiter zu unterrichten. 
G. Gnrich, Geologische Übersichtskarte von Schlesien, 
1:400000, nebst Erläuterungen. 104 S. -Breslau 1890. 
Kerns Verlag. 
einen 
Leitfaden 
„„w mV», wujuIIOIS9 ju uci|uju||iu. Deshalb 
wurde dem Herausgeber der Karte auch die Unterstützung der 
schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur zu teil. Als 
Rose, I. Roll) 
)ine voir Nieder- 
c Leitung sowie 
. . , - - —u- vollendete Kartierung 
von Oberschlesien. — Die '■' :t " 10ür ‘ -- * " 
getretene kgl. pr 
Die Karte entsprang dem Bedürfnisse, Jachgeologen ei 
Überblick, einheimischen Freunden der Geologie einen Leilsa 
und Führer für das Gebiet Schlesiens zu verschaffen. Test 
wurde dem Herausgeber der Karte auch die Ur*— ri,t ' 
schlesischen Gefellschast für vaterländische Kultur 
wesentliche Grundlage diente die von Beyrich, G 
und Runge auügcsührte karthographische Ausnah 
schlcsicn aus dem Jahre 1867 und die unter 
persönlicher Beteiligung von F. Römer 1860 vollei 
cit 1882 in Schlcsìen in Thàtigkeit 
... geologische Landesaufnahme wìrd viete neve 
und wichtìge Ergebnisse sur die Geologìe deS Gebiet 
fordern, und wohl ìnsbcsonderc Klarheit in die ,, . 
essanten wie kompìiziertcn Berband- und Lagcrungsverhaltnissc 
sowic die Gìicdernng des Grundgebirges zu bringen haben, 
tes zu Tage 
ebenso inter 
zi! bringen haben, 
vor, um bis aus längere Zeit 
den vorliegenden entbehrlich 
,n es vom Verfasser, daß zum geo 
logischen Verständnis von Nieder- und Oberschlesien die Landes 
beträchtlich überschritten wurde und die anliegenden 
, -*» Il «va v»iiu 
doch schreitet dieselbe, zu langsam 
einen geologischen Überblick wie 
und überholt erscheinen zu lassen. 
Sehr verdienstlich ist 
grenze oeiracymcy überschritten wurde und die anliegenden 
Teile von Österreich und Polen mit zur Darstellung gelangten. 
Aus diese Weise gewährt die Karte in der That einen recht 
befriedigenden Gesamtüberblick über die beiden 
Hinsicht so vielfach von einander 
Nieder- und Obcrschlcsien, von de 
einen 
in geologischer 
abweichenden Gebietsteile 
Basalt, Phonolith, Gneis, Glimmerschiefer, Amphibolit, Silur, 
kristalliner Kalkstein, Devon, Kulm, Kohlcnkalk, productives 
Karbon, Rotliegendes, Zechstein, Buntsandstein. Muschelkalk, 
Keuper, brauner Jura, weißer Jura, untere Kreide, Cenoman, 
obere Kreide. Eocän, Braunkohlenformation, Miocän, Löß, gla- 
ciales Diluvium, Alluvium — wie man sieht, eine recht stattliche 
Reihe von Gesteinen und Formationsgliedern. 
Ein knapper erläuternder Text vermittelt in zweckent 
sprechender Weise fauch mit den nötigen Litteraturnachweisungen 
versehen) das nähere Verständnis der kartographischen Übersicht. 
Im Kapitel über Diluvium wirkt störend und sicherlich auf 
einen Teil der Leser der Karte verwirrend, daß Vers. mit 
bezug auf Entstehung des glacialen Diluviums die glücklich 
überwundene Dristthcorie wieder zu Ehren zu bringen sucht. 
Wenigstens hätte er dazu bemerken sollen, daß diese Theorie 
gegenwärtig nur noch wenige Vertreter besitzt und das meist 
unter den Geologen, die sich nicht eingehender mit Tiluvial- 
sragen zu beschäftigen Pflegen. A. Sauer. 
vi'. Cenek Zibrt, Myslivecke povery a eary za starych 
cas? v Oechach. Prispevek ke kulturnim dejinäm 
ceskym. — (Weidmannsglauben und Zaubereien in alten 
Zeiten bei den Tschechen. Ein Beitrag zur tschechischen 
Kulturgeschichte, gesammelt von —. Pisck 1869. 67 S. 8". 
Verlag von V. Simek.) 
Der Name Zibrt, nach deutscher Schreibweise Siebert, 
hat mit einer tendenziösen Slavisiernng nichts zu schassen. Der 
Urgroßvater des Tr. Zibrt mag als Handwerker oder als Land 
mann unter den Tschechen sich angesiedelt haben und die 
Schreibung Zibrt geht bloß auf die phonetische Wiedergabe 
des Wortes zurück. Zibrt ist ein emsiger Freund litterar- 
historischer Forschung. Er sammelt nicht als Folklorist im 
Volke, sondern stöbert sein Material in alten, seltenen Druck 
werken und noch selteneren Handschriften aus, ordnet es sein 
säuberlich, versieht es mit mehr oder weniger zufällig aufgelesenen 
und zusammengetragenen Parallelen und läßt es drucken. Zibrt 
stellte sein Büchlein aus zwei gedruckten Texten zusammen, 
wovon der eine in der Zeitschrift des tschechischen Museums 
1854 und der zweite in den „Jägerunterhaltungen" (cech. 1864) 
erschienen ist. Der letztere stammt aus einer im Jahre 1657 
verfaßten und im Jahre 1780 in Böhmisch -Kamnitz neu abge 
schriebenen Handschrift. Ferner standen ihm zur Verfügung 
zwei ungcdrnckte Quellen, eine Handschrift aus der zweiten Hälfte 
des 17. Jahrhunderts und eine ans dem Jahre 1779. Die 
zweite hat einen ausführlichen Titel: „Sehr schöne Beschreibung 
gegen Waffen" u. s. w., der unzweifelhaft bloß die Übersetzung 
eines gleichlautenden Titels einer deutschen gedruckten oder 
ungedruckten Vorlage ist. Zwei Ausgaben lagen dem Heraus 
geber zu lösen ob: 1) Tie Quellen seiner handschriftlichen 
Vorlagen aufzufinden und 2) festzustellen, was das tschechische 
Banernvolk thatsächlich an Jägerglauben und einschlägigen Über 
lieferungen besitzt. Dann wäre seine Arbeit eine wertvolle 
Bereicherung unsrer Wissenschaft gewesen. Er hat aber diese 
Ausgaben gar nicht berührt. Was uns das Büchlein bringt, 
findet sich so gut wie ausnahmslos in ähnlichen lateinischen 
und deutschen Büchern und wir sind nicht mehr berechtigt, den 
Inhalt dieses Wcrkchens als Beitrag zur tschechischen Kultur 
geschichte, als den Träger des Namens Zibrt als einen Ur- 
tschechen anzusehen! Wichtig und verdienstvoll ist die Arbeit 
Nieder- und Oberschleficn, von denen ersteres im allgemeinen Dr. Zibrt's dennoch, denn sie lehrt uns ^/altbekannte That- 
durch Massenentwickelung altkrystalliner schickst- und Eruptiv- fache neuerdings, daß der sogenannte mittelalterliche Köhler- 
gesteine, durch fast ausschließliches Vorherrschen der Flötzsorma- | glaube " ' M f i. SMmiimnm mt i inm. 
tlonen lEarbon, Trias. Jura. Tertiärs iim aiiSrriNin^l rnMimid ' tckiriitl 
tio„..„ ^ià,11eßlichcsVorherrschcn der Flötzsorma- glaube durch eigene Übersetzungen 
i» ,, ' sll y. rt ' ^^lär) sich auszeichnet, während schriftlich den kleineren slavischen V 
tio» in f.f! liegenden Gebiete die Dilnvialsorma- wurde. Tie Hauptsache ist aber 
aelannü> ,, . "acht «eher Herrschaft als Oberflächenbildner bei den Tschechen zu leisten: Gene 
unterbrochen^ UU ^ öon T nrchragungen älterer Gesteine Mittelungen über den wirklichen Vol 
Grani?"^la?' 1 J5 strt !L Umibfu überhaupt farbig unterschieden: 
", Graintlt, Serpentin, Gabbro, Mclaphyr, Porphyr, 
durch eigene Übersetzungen und Sammlungen auch Hand- 
Völkerschaften vielfach zugeführt 
noch größtenteils namentlich 
vn um Tschechen zu leisten: Genaueste und gewissenhafteste Er 
mittelungen über den wirklichen Volksglauben anzustellen. Manche 
gute Vorarbeit ist schon bei ihnen zu verzeichnen, an Folkloristen 
aber, wie solche bei den Polen und Russen sich finden, ist das 
Tfchechcnvolk arm. Dr. Friedr. S. Krauß. 
Aus allen Erdteilen. 
— Die Frühreife der Hindumädchen ist bisher 
bedeutend überschätzt worden, Noch Ploß (Das Weib l, 138) 
führt nach Hinduquellen das zehnte Lebensjahr an; daß diesem 
unrichtig, erfahren wir durch einen Vortrag, welchen Frau 
Ilr. m«à. Pechey Phipson am 11. Oktober 1890 m 
Bombay hielt. Auch sie kam mit dem Glauben nach Indien, 
das; die Hindumädchen früher reif würden als die europäi 
schen, fand aber bei ihrer ausgedehnten Praxis in Hindu 
familien bald, das; dieses ein Irrtum fei. Im Gegenteil, 
ein Hindumädchen von 15 Jahren steht in bezug auf physische 
Entwickelung einem englischen Mädchen von 12 Jahren gleich. 
Die Reife tritt später ein, als bei europäischen Mädchen.
	        
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