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Inhalt / Download : Tribus, 28.1979,N.F.

Buchbesprechungen 
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behandelt, im zweiten Teil beschreibt und 
analysiert der Autor die Sozialorganisation. 
Die größte Einheit stellt der (Um)tangilo dar, 
eine putative partilineare Deszendenzgruppe, 
deren Mitglieder den gleichen Namen tragen 
und dasselbe Speisetabu beobachten, jedoch 
heute nicht mehr exogam sind. Erst ihre Seg 
mente, jeweils (Ulu)xolo genannt, verbunden 
durch den gemeinsamen Ursprung von einem 
bekannten Vorfahren, sind exogam. Im Bereich 
der Siedlung und der Kooperation wird dieses 
Strukturprinzip jedoch durch die Bildung des 
(Luta)nana durchbrochen, einer Lokalgruppe, 
die nicht durch Verwandtschaft, sondern durch 
gemeinsames Siedeln befreundeter Familien ge 
bildet wird. Diese Form der Sozialeinheit ist 
jedoch jung und wurde durch die horrende 
Dezimierung der Pangwa während der Maji- 
maji-Freiheitsbewegung 1905—7 bedingt. Aus 
führlich beschreibt der Autor Verwandtschafts 
system und -termini, die Verhaltensweisen der 
Verwandten gegeneinander, Heiratsregeln so 
wie -tabus und illustriert sie mit Fallbeispie 
len. Im dritten, wiederum kürzeren Teil be 
schreibt Stirnimann die politische Organisa 
tion vor, während und nach der Kolonial 
periode, im vierten Teil (S. 153—280) legt er 
die Riten des Lebens vor: Vorbereitung der 
Pubertät mit rudimentärer Beschneidung und 
Unyago, Heirat, erste Schwangerschaft, Ge 
burt, Bestattungs- und Trauerriten. Auch hier 
werden wiederum viele Fallbeispiele und hi 
storische Wandlungen gezeigt. Der letzte ab 
schließende Teil bringt als Zusammenfassung 
eine Darstellung des Weltanschauungssytems 
der Pangwa und eine Analyse der soziologi 
schen Aspekte der Verwandtschaftsriten. 
Auch die Sprache der Pangwa kommt im 
Rahmen der beiden Bände nicht zu kurz, da 
für Anbaupflanzen, Werkzeuge, Tätigkeiten, 
Institutionen, Symbole, Brauchtümer usw. je 
weils die einheimischen Termini (in Sg. und 
PI.) wiedergegeben werden, und traditionelle 
Gebete, Verse, Sprüche, Lieder sowie Klagen 
in Xi-Pangwa und Übersetzung in reicher 
Fülle geboten werden. H. Stirnimann arbeitet 
bereits an einem weiteren Band, in dem eine 
sprachwissenschaftliche Darstellung des Xi- 
Pangwa gebracht werden soll. 
Zusammenfassd kann festgestellt werden, 
daß die beiden Bände eine wertvolle Berei 
cherung des ethnographischen Wissens über 
Afrika darstellen, deren in langer Arbeit ge 
sammelte Datenfülle und Datenzusammenstel- 
lung weiterer Afrikaforschung zum Vorbild 
gereichen kann. 
Rupert Moser 
Johannes Kalter: 
Die materielle Kultur der Massai und ihr 
Wandel. Veröffentlichungen aus dem Über 
see-Museum Bremen, Reihe F, Bremer Af 
rika Archiv, Band 4. Bremen: Übersee- 
Museum. 1978. VI + 258 S., 12 Pläne u. 
Zeichn. i. T., 40 Zeichn. a. 11 Taf., 1 Kar 
te. 
Der Verfasser hat die Massai auf zwei kur 
zen Feldaufenthalten (Februar—März 1971; 
Oktober—Dezember 1972) in Kenia kennen 
gelernt und sich speziell mit ihrer materiellen 
Kultur befaßt. Er hat dabei auch Sammlungen 
für mehrere Museen angelegt, so daß Beleg 
stücke aus rezenter Zeit greifbar sind. Außer 
dem hat er die alten Massai-Sammlungen in 
den Museen für Völkerkunde in Berlin, Bre 
men, Hamburg, Heidelberg, Mannheim und 
Stuttgart, die Sammlung des Instituts für Völ 
kerkunde in Mainz und die Privatsammlung 
von Hermann Seeger in Kornthal, deren eine 
Stärke Massai-Material ist, in die Untersu 
chung einbezogen. Als Zweck der Arbeit be 
zeichnet der Verfasser die zusammenfassende 
Darstellung des alten und des rezenten mate 
riellen Kulturinventars sowie den Versuch, 
dessen Entwicklung aufzuzeigen. 
In der Einleitung gibt Kalter eine sehr 
nützliche kritische Bibliographie über die Mas 
sai, die gleichzeitig eine kurze Forschungsge 
schichte ist. Weitere Abschnitte der Einleitung 
sind den Sammlungen und einer Darstellung 
der eigenen Forschung Kalters gewidmet. 
Zum Hauptteil leiten ein historischer Abriß 
und Kapitel über Wirtschaft und Eigentums 
verhältnisse sowie Sozialstruktur über. 
Den Hauptteil hat der Verfasser „Die ma 
terielle Kultur und ihr Wandel“ überschrieben. 
Er ist in sieben Kapitel gegliedert, nämlich 
Hütte und Dorfanlage, Hausrat und Werk 
zeug, Verwertung des Viehs und Hilfsmittel 
zur Viehhaltung, Waffen und ihre Hersteller, 
Schmuck, persönliche Gebrauchsgegenstände, 
Spiel. In jedem Kapitel werden zunächst die 
Belegstellen der Literatur kritisch diskutiert, 
eventuell unter Hinzuziehung von Belegstük- 
ken alter Sammlungen der Museen. Danach 
erfolgt die Erläuterung der zeitgenössischen 
materiellen Kultur, wie der Verfasser sie vor 
fand. Da es Kalter auf einen Überblick an 
kam, wurden keine Einzelstücke, sondern Ty 
pen diskutiert. Dies ist ein sehr sinnvolles Ver 
fahren. 
Etwas eigenartig mutet es an, daß der 
Autor die Kleidung im Kapitel über den 
Schmuck abhandelt. Er begründet dies (S. 94 f.)
	        
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