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Bibliographische Daten: Anthropos, 89.1994,1/3

Anthropos 89.1994 
130 
Dorothee Schneider-Christians 
Als alle diese Länder emporgewachsen waren, begab sich Ta- 
galoa, der Schöpfer, hinab in einer schwarzen Wolke, um sich 
diese Länder anzusehen, und er war hoch erfreut über sie, und 
er sprach: es ist gut. 
Dann stellte er sich auf die Gipfel der Berge, um sie hinunterzu 
treten, auf daß das Land vorbereitet sein möge, daß Menschen 
auf ihm wohnen würden. 
Anschließend kehrte er zurück. 
Und Tagaloa, der Schöpfer, sprach zu Tagaloa, dem Botschaf 
ter: Komm jetzt, geh zurück auf dem Wege, den du gekommen 
bist; nimm Menschen, die die östliche Inselgruppe besitzen 
sollen; nimm Atu und Sasa’e; jene sind ein Paar; sie werden 
auch gemeinsam Atu-Sasa’e genannt; diese beiden Menschen 
kamen vom Himmel aus der Menge der Kinder Tagaloas. 
Darauf ging Tagaloa, der Botschafter, wiederum zur Fiji-Grup- 
pe; er nahm auch wieder zwei Personen mit, ein Paar - ihre 
Namen waren Atu und Fiji - aus der Menge von Tagaloas 
Kindern; also wurde diese Inselgruppe Atu-Fiji genannt. 
Dann wandte er sein Gesicht gegen Tonga; er nahm ein Paar; 
ihre Namen waren Atu und Tonga; diese beiden bevölker 
ten diese Inselgruppe; ihr Name war Atu-Tonga; diese beiden 
waren Leute Tagaloas. 
Anschließend kehrte Tagaloa, der Botschafter, zurück zu die 
sem Manu’a, zu Le-Fatu und Le-Ele’ele und ihren Abkömm 
lingen, aufgrund des Befehls Tagaloas, des Erschaffers der 
Himmel, daß Le-Fatu und Le-Ele’ele sich dorthin begeben soll 
ten, um diese Seite der Welt zu bevölkern. Dann zogen Valu’a 
und Ti’apa aus, um Savai’i zu bevölkern; diese beiden sind die 
Kinder von Le-Fatu und Le-Ele’ele; diese beiden entstammen 
diesem Manu’a; Savai’i und dieses Manu’a sind eins; diese 
beiden waren die Eltern von I’i und Sava; I’i war das Mädchen, 
Sava war der Junge; jene Insel wurde von ihnen bevölkert und 
wurde Savai’i genannt. 
Und Tagaloa, der Botschafter, kam wiederum zu diesem Ma 
nu’a; da stand er still und blickte in die Himmel, als wenn er ein 
Gebet spräche; da blickte Tagaloa, der Schöpfer, hinab, und das 
Land von Upolu kam hervor. Da stand Tagaloa, der Botschafter, 
und schaute nochmals in die Himmel und auf Tagaloa, den 
Schöpfer; und Tagaloa, der Schöpfer, blickte herab von den 
Himmeln, und das Land von Tutuila kam hervor. 
Daraufhin wandte sich Tagaloa, der Botschafter, zum Himmel 
und sprach: Zwei Länder sind nun entstanden, auf denen ich 
verweilen kann. Und Tagaloa, der Schöpfer, sagte: Komm jetzt, 
und geh mit Fue, den alles umwachsenden Wein; nimm ihn 
und lege ihn draußen in die Sonne; laß ihn dort, auf daß er 
hervorbringe; sobald du siehst, daß er etwas hervorgebracht 
hat, unterrichte mich. 
Da nahm er ihn und legte ihn auf Salea-au-mua, einen Ver 
sammlungsort, welcher jetzt “Malae der Sonne” genannt wird. 
Dann schritt Tagaloa, der Botschafter, auf und ab; und er 
besuchte den Ort, an dem der Fue lag; er begab sich dorthin, 
und der Fue hatte etwas hervorgebracht. 
Da kehrte er zurück, um Tagaloa davon zu unterrichten, daß Fue 
etwas hervorgebracht hatte. 
Daraufhin schritt Tagaloa, der Schöpfer, zuerst hinab; er begab 
sich zu ihm; er schaute nach, und der Wein hatte etwas hervor 
gebracht, das aussah wie Würmer; wunderbar war die Vielzahl 
der Würmer; dann riß Tagaloa, der Schöpfer, sie in Streifen und 
formte sie in Glieder, so daß der Kopf und das Gesicht und die 
Hände und die Beine unterscheidbar wurden; der Körper war 
nun vollendet wie der Körper eines Menschen; er gab ihnen 
Herz und Geist; vier Personen wuchsen heran; so wurde dieses 
Land bevölkert; es wuchsen heran Tele und Upolu, die Kinder 
von Fue sind; Tutu und Ila, welche ein Paar sind; diese sind 
Kinder von Fue. 
Vier Personen, Tele und Upolu, Tutu und Ila. Tele und Upolu 
wurden dazu abgestellt, das Land von Upolu-tele zu bevölkern, 
aber Tutu und Ila, diese beiden hatten das Land zu bevölkern, 
das heute Tutuila heißt. 
Fue, der Sohn des Tagaloa, der herabkam vom Himmel, hatte 
zwei Namen, Fue-tagata und Fue-sa; er bevölkerte die beiden 
flachen Länder. 
Abschließend gab Tagaloa seinen Abschiedsbefehl wie folgt: 
Zeigt stets euren Respekt gegenüber Manu’a; wenn einer dieses 
nicht tut, wird er in schwere Bedrängnis geraten; aber laßt jeden 
von euch mit seinem Land tun, wie es ihm beliebt. 
Die Geschichte von der Schöpfung Samoas endet mit diesem 
Abschiedsbefehl, der gegeben wurde zu Malae-la. 
6. Die alte Erzählung von der Welt 
(O le Talafa’aanamu i le Lalolagi) 
Dieses ist die Meinung der Leute von Samoa: 
Der Häuptling Tagaloa und sein Sohn beherrschten die Welt. 
Beide kamen herunter, um zu angeln; jeder hatte sein eigenes 
Boot. Zuerst kam das Boot des Vaters, ihm folgte das Boot 
des Sohnes. 
Da wurde der Fischhaken des Jungen verschluckt und sein Vater 
befahl ihm, den Fisch einzuholen. 
Da hielt das Boot, und beide sprachen zugleich: 
Es ist unser Land, das wir hier haben. 
Sie hatten nicht ein einziges Land gefunden, sondern die ganze 
Welt. 
Dieses ist die Meinung über die Entstehung der Welt. 
So bekamen sie die Erde, auf der ein Krieg zwischen dem 
Tintenfisch und dem hellen Feuer entstand. Das Feuer war 
unterlegen, indem es verschüttet wurde. Der Tintenfisch 
siegte. 
Der Tintenfisch kämpfte mit dem großen Fels; er wurde besiegt 
und der große Fels war der Sieger. 
Der große Fels kämpfte mit dem unbeweglichen Fels; der große 
Fels verlor, der unbewegliche Fels siegte. 
Der unbewegliche Fels kämpfte mit dem flachen Fels; 
der unbewegliche Fels verlor, der flache Fels siegte. 
Der flache Fels kämpfte mit dem abrutschenden Fels; 
der flache Fels verlor und der abrutschende Fels siegte. 
Der abrutschende Fels kämpfte mit der Felsplatte; der abrut 
schende Fels verlor, die Felsplatte siegte. 
Die Felsplatte kämpfte mit dem festen Fels; 
die Felsplatte verlor und der feste Fels siegte. 
Der feste Fels kämpfte mit dem ihn beengenden Fels; 
der feste Fels verlor und es siegte der ihn beengende Fels. 
Der beengende Fels kämpfte mit dem erhabenen Fels; der 
beengende Fels verlor und der erhabene Fels siegte. 
Der erhabene Fels kämpfte mit dem porösen Fels; der erhabene 
Fels verlor, der poröse Fels siegte. 
Der poröse Fels kämpfte gegen den aufrecht stehenden Fels; 
der poröse Fels verlor und der aufrecht stehende Fels siegte. 
Der aufrecht stehende Fels kämpfte gegen den einklemmen 
den Fels; der aufrecht stehende Fels verlor, es siegte der 
einklemmende Fels. 
Der einklemmende Fels kämpfte gegen den ebenen Fels; 
der einklemmende Fels verlor, es siegte der ebene Fels. 
Der ebene Fels kämpfte gegen den zackigen Fels; der ebene 
Fels verlor, es siegte der zackige Fels. 
Der zackige Fels kämpfte gegen den erhöhten Fels; der zackige 
Fels verlor und der erhöhte Fels siegte. 
Der erhöhte Fels kämpfte gegen den dröhnenden Fels; 
der erhöhte Fels verlor und der dröhnende Fels siegte. 
Der dröhnende Fels kämpfte gegen den erdigen Fels; der dröh 
nende Fels verlor, es siegte der erdige Fels.
	        
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