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Full Text: Studien zur Gesetzestechnik, 1, Der Begriff der Gesetzestechnik und sein Wert

Interpretationsmittel werden gleichzeitig mit der Kon­ 
statierung des Daseins von Recht auf empirischem Wege 
gefunden. Die Zwecke im Recht kommen nur als empirisch 
feststellbar in Betracht. Näheres über diese, allen Positivisten 
notwendig eigenen Ausgangspunkte und Näheres Uber die 
sich daran anknüpfende Art der Interpretation folgt später 
bei Darlegung des in dieser Arbeit eingehaltenen Stand­ 
punktes. 
2) Das Recht wird teleologisch erfaßt. Voraussetzung dieser 
Auffassung ist die Erkenntnis des Endzieles, das nicht 
rein „formal“ sein darf, da sonst kein Zwischenzweck 
nach ihm gerichtet werden kann. Rein „formal“ ist ja 
ein Endziel nur dann, wenn es jeden möglichen Zweck 
als Mittel zum Endzweck zuläßt. Die Erkenntnis eines 
inhaltlich determinierten Endzweckes von mehr als sub­ 
jektiver Bedeutung ist unmöglich, da gerade im Zweck 
das rein subjektive Willensmoment die Hauptrolle spielt. 
Die hypothetische Aufstellung eines Endzweckes käme 
aber gleich der hypothetischen Aufstellung des ganzen 
Rechtssystemes. Jede Handlung, die sich als Mittel zum 
Endzweck darstellen würde, wäre Recht, jede andere 
Unrecht. Die Rechtsfolgen selbst aber müßten wieder 
Mittel zum Zweck sein. Die juristische Interpretation 
hätte mit der Erkenntnis des Endzweckes ihr Ende ge­ 
funden, denn die Frage nach der Zwecktauglichkeit eines 
Mittels würde jedenfalls den Boden des Rechtes verlassen. 
Es käme zu rein deduktiver Gedankenarbeit, zu reinem 
Naturrecht. 
a) Eine Spielart dieser Auffassung ist jene, die als Zwecke 
des Rechtes die menschlichen Interessen gelten läßt. Das 
Recht habe eine Vereinigung derselben anzustreben. Die 
menschlichen Interessen lassen sich aus den menschlichen 
Handlungen und Worten herausinterpretieren. Die soziale 
Erfahrung ist Interpretationsmittel. Wo aber der Einigungs­ 
modus gefunden werden soll, bleibt völlig unklar. Auch 
ihm kann nur eine außerempirische, höchstpersönliche 
Wertung zugrundeliegen. 
b) Eine zweite Spielart der teleologischen Auffassung ist die
	        
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