A. Referate. Urgeschichte.
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wobei sich die Negroiden inkonstanter zeigen als die anderen. Hier und da
finden sich kleinere lokale Gruppen mit geringen Abweichungen von den an
deren — Einwanderungen darstellend.
Zum Schluß gibt ein Anhang einige bibliographische Hinweise, mathe
matische Ausführungen zu den Kurven, Angaben über die Gräber usw.
Als Monographie der ägyptischen Schädel scheint Referenten die Arbeit
ganz unzureichend, viel zu kursorisch, als Erörterung der Veränderlichkeit
oder Konstanz der Schädelformen hätte viel, viel gekürzt werden können!
Doch steckt für künftige Arbeiten viel gutes Material und manch gute An
regung’ in dem Werke. E. Fischer-Freiburg i. Fr.
414. Arthur Keitli: Were the Aucient Egytians a Dual Race? Man
1906, Nr. 2, p. [3]—[5].
Keith unterwirft die Ansicht Thomsons und Mac Ivers, daß die
alten Ägypter aus zwei Rassen bestanden haben, Negroide und Nichtnegroide
(vgl. Ref. 413), einer scharfen Wahrheitsprobe auf eine ganz andere Art,
wie es Myers (vgl. Ref. 415) getan hat, der dieselbe Variabilität usw. an
den modernen Ägyptern findet, die jene Autoren an den alten konstatiert.
Keith nimmt einige Maße (Kopf-Längen-Breiten-Index, Gesichts-Breiten-Ober-
höhen-Index) aus den Tabellen Thomsons über etwa 700—800 Altägypter
und dieselben Maße an etwa 100 modernen Negerschädeln aus Shrubsalls
Tabellen und mischt beide. Er bat nun eine Mischung von Negern und Alt
ägyptern im Verhältnis von etwa 1 : 7—8 und legt für diese gemischte Schädel
serie vor: die Mittelwerte obiger Maße, die mittlere Abweichung, den Varia
tionskoeffizienten und den wahrscheinlichen Fehler. Alles dies weicht auffällig
wenig ab von den betreffenden Werten für die etwa 700 — 800 Altägypter allein,
ohne die Neger! Z. B. differiert von den Mittelwerten die Jochbogenbreite am
meisten — für die gemischte Serie ist sie um 0,6 mm breiter als für die Alt
ägypter allein! — Dabei gibt Verfasser allerdings zu, daß gerade diese Maße
ungeeignet sind, um die zwei Rassen zu unterscheiden — aber es wurde auf
diese Weise versucht (Miss Fawcet)! — Jedenfalls geht hieraus hervor,
daß die neue biometrische Methode nicht als solche beweisend hier angewandt
werden kann!
Aber auch die Methode Thomsons, eine kurze anatomisch-deskriptive
und metrische Formanalyse, hält Verfasser für unrichtig. Sie zeigt nur, daß
20 Proz. der Schädel auffällig breite Nasen und Gesiebter haben; man müßte
erst, meint Verfasser mit Recht, nachweisen, daß die natürliche Variabilität
der Altägypter so gering war, daß jene scheinbar negroiden einzig nur durch
Rassenmischung erklärbar wären; die obigen Proben zeigen aber die Variabi
lität deutlich, ebenso hat sie Myers als gleich erwiesen für Alt- und Neu-
Ägvpter. — Verfassers Einwürfe zeigen, wie man mit der Statuierung von
Rassenmischung, sobald einige Maße stark differieren, vorsichtig sein muß,
und sind methodisch besonders beachtenswert. E. Fi scher-Freiburg i. Br.
415. Ch. S. Myers: Note on tlie relative variability of modern and
ancient, and of rural and urban Peoples. Man 1906, Nr. 14,
P- [ 24 1—[26]. .....
Myers fügt zu seinen Ausführungen über die Ähnlichkeit heutiger und
alter ägyptischer Schädel, die in oben stehendem Referat erwähnt sind, einige
Daten zu; er stellt die Mittelwerte und Variationskoeffizienten nebeneinander
je für den Schädelindex bei Alt- und Neuägyptern (Index alt: 72,99, neur
74,13, Koeffizient alt: 3,83, neu: 4,1), für Alt- und Neubayern (Index: 83,A
Zentralblatt für Anthropologie. 1906. 24