Page Banner

Full Text: Globus, 14.1868

Mage's Reise vom Senegal bis an den obern Niger . 
Zweiter Artikel . 
Aufenthalt in Bafnlabe . — Ein Gesandter des Häuptlings von Knndian . — Diango und dessen Gefolge ; Kriegsmusik . — Aufenthalt in Kundian ; die Festung ; Cafernen der Kriegersklaven . — Habsucht und Bettelei . — Der obere Senegal ist nicht schiffbar . — Medina Gongu . — Die Negcrdörfer und ihre Unbequemlichkeiten . — Eine verödete Gegend . — Der Berg bei Firia . — Vaobabbäume . — Niantanfo . — Am Vakhoy . — Die Landschaft Kita . — Ein maurischer Marabut und dessen Tochter . — Die Ortschaft Makandiambugu . — In Kaarta . — Schwarze Kaufleute und deren Sklaven . — Das Dorf Kurundingkoto . — Ein Albino - Neger . — In Gettala . — Kopfputz der Frauen . — Wandernde Kaufleute ; Steinsalz aus der Sahara . — In Gemukura . — Der Häuptling Tierno Usman . — Daudagura von Farabugu . — Allerlei Verdrießlichkeiten . — Ankunft zu Diangirte in . Diangnnte . 
Wir haben den Reisenden bis dorthin begleitet , wo der Bafing nnd der Bakhoy nach ihrem Znsammenflusse den Senegal bilden , nach Bafnlabe . Dort verweilte er zwanzig Tage , zeichnete Pläne nnd suchte nach Baumaterial , das er auch in Menge fand , Kalk allein ausgenommen . Es han - delte sich , wie schon früher bemerkt wurde , darum , zu gelege - ner Zeit an diesem Punkte einen Handels Posten zu er - richten . 
Die Kunde von der Anwesenheit einiger Europäer hatte sich bald weit umher verbreitet , und deshalb konnte es nicht befremden , daß eines schönen Tages Gesandte erschienen , welche im Auftrage Diango's kamen . Dieser war Häupt - ling vou Kundian und dem Hadsch Omar nnterthan ; ließ sagen , daß die Fremden sofort das Land räumen muß - ten , wenn sie nicht gekommen seien , den Hadsch zu besuchen . Mage bemerkt , daß ihm das gerade gelegen gekommen sei ; er hatte nun mit den Tonconlenrs zu thnn nnd mußte über das Schicksal seiner Reise ins Klare kommen . Nun erfuhr er auch , daß Kundian in landesüblicher Weife stark befestigt fei und eine zahlreiche Besatzung habe , vermittelst welcher die vom Hadsch bezwungenen Malinkeländer in Un - terwerfnng gehalten und unbarmherzig ausgeplündert wurden . Der dort commaudirende General oder Häuptling Diango war ein Sklav des Hadfch und ließ eine freundliche Auf - nähme versprechen durch seinen Gesandten , der sich , wie un - fere Illustration zeigt , ganz martialisch ausnahm . Dieser Tall ( d . h . Mann von einem Toucouleurstamme der kriege - rischeu Torodos , zu welcher der Hadsch selber gehörte ) war schlank gewachsen , starkknochig und in seinen Gesichtszügen lag etwas Wildes und Grausames . Nachdem er früher zu Podor am nntern Senegal Diener bei einem Kaufmanne gewesen , war er jetzt General in Kundian . Seine Beglei - tung bestand aus dreißig Mann Fußvolk und sechs Reitern , ^e recht gute Pferde hatten . 
Mnge erklärte , daß er mit ihm nach Kundian gehen , bis auf Weiteres aber fein Gepäck zurücklassen wolle ; zunächst komme es ihm darauf au , von Diango zu erfahren , in cher Richtung die Weiterreife zu erfolgeu habe . Trotz aller Hindernisse , die der Bafing darbot , fuhr er dann mit seinem Boote bis Waliha , einem Malinkedorfe , wo er im Gebüfche 
Globns XIV . Nr . 2 . ( Juli 1868 . ) 
sein Lager ausschlug und dann mit Dr . Quintin und zwei Leuten sich nach Kundian aufmachte . Der Pfad läuft zu - meist in einer kleinen Entfernung vom Flusse , manchmal aber auch dicht an demselben hin ; man trifft nur an zwei Stellen auf Hindernisse , weil man über einige tiefe Marigots ( Ne - bengewässer , Hinterwasser ) muß ; der eine liegt bei Koria , der andere , unweit von Kundian , ist der Galamagi , und in dessen Nähe liegt das Dorf Kabada . Hier verabschie - bete sich General Tall , um in Kuudian bei Diango die An - kunst der Europäer zu melden , nnd führte diese in das Dorf Bngara . 
Dort erschien bald nachher Diango an der Spitze von drei Compagnien Fußvolk und mit etwa hundert Reitern , die ohne Ordnung nmhergalopirten , während die Infanterie nach dem Tone der Tabala ( Negertrommel ) einherschritt . Diese besteht aus einer großen hölzernen Halbkugel , die mit Ochsenhaut überzogen wird ; den Trommelstock bildet ein bieg - samer Stiel mit einer dicken Kantschnkkngel ; ans einen Schlag folgen nach einer kleinen Pause zwei andere Schläge und das ist die Regimentsmnsik . Diango hatte einen rothen Burnus übergeworfen und trug einen schwarzen Turban ; sein Pserd wurde am Kopfe von vier Sklaven geführt ; vier andere hiel - ten den Schweif . In feinem Gefolge befanden sich viele Marabnts nnd Talib es ; die letzteren sind Schüler und Zög - liuge der Marabuts und vom Hadfch Omar zu Soldaten gemacht worden , obwohl es fönst bei den Mohammedanern als Regel gilt , daß weder Marabuts noch Talibes Waffen tragen und Krieg führen dürfen . 
Der Empfang war ganz freundlich , aber es ließ sich doch ein gewisses Mißtrauen nicht verkennen . Dieses wurde in - deß erklärlich , als Mage erfuhr , daß der früher erwähnte Sambala , der sogenannte König von Medine , ein Dorf geplündert habe . Er wnßte , daß Mage auf der Reife war , hatte sogar dessen Leuten prophezeiet , keiner von ihnen werde lebendig auch nur bis Bafnlabe kommen , und er hatte das Dorf vielleicht nur in der Absicht geplündert , um den Euro - päeru Verlegenheit zu bereiten . Er sah es nur höchst un - gern , daß die Franzosen mit dem Hadsch , der einen Theil seiner Angehörigen ermordet hatte und mit dem er srüher selbst Krieg geführt , in Verbindung treten wollten . Eine 
5
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.