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Full Text: Globus, 25.1874

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cSättder - 
Band XXV . 
Iii besonderer Serücksicktigung der AntkroxoloZie und Gtknologie . 
In 
Verbindung mit Fachmännern und Künstlern herausgegeben von 
Karl Andree . 
Braunschweig 
Jährlich 2 Bände . Jeder Band enthält 24 Nummern . Monatlich 4 Nummern . Preis pro Band 4 Thlr . Einzelne Nummern 5 Sgr . 
1874 . 
Wanderungen an der Westküste von Afrika . 
in . 
Elmina und die anderen Factoreien an der Goldküste . — Zur Geschichte der Aschantikriege . — Feindselige Haltung der Eng - länder - ihre Begünstigung der Fantis . — Verschiedene Arten von Eid . — Das gefährliche Klima ; Sterblichkeit . — Cape Coast . — Die Geschworenengerichte . — Leichenbestattung . — Kleidung und Haarputz ; Kankey . — Krankheiten . — Reichthum 
an Gold . — Allerlei Sitten und Gebräuche . — Geister . 
Wir wenden uns von Groß - Bassam nach Osten , wo beim Cap der drei Spitzen die eigentliche Goldküste beginnt , welche bis zum Cap St . Paul reicht . Der Schiffer erblickt schon aus weiter Ferne die hohen Mauern des Forts St . Georg , welches auf einem Berge steht und die Stadt Elmina beherrscht ; östlich von demselben mündet der Fluß , welcher die Stadt bespült . Diese Factorei war , als sie noch den Holländern gehörte , für den Handel die wichtigste an der Guineaküste , bis sie dann von Lagos überflügelt worden ist . Zum Fort hinauf hat man einen auf unserer Jllustra - tion angedeuteten Weg in den Felsen gehauen ; an der Seite desselben liegt noch der Stein , an welchem die Portugiesen einst den siegreichen Niederländern den Platz übergaben ; die Inschrift auf demselben ist kaum noch leserlich . Innerhalb der festen Bnrg befinden sich die Wohnungen der weißen Beam - ten , jene der Offiziere und die Casernen ; von der Höhe , auf welcher man das Branden der Wogen hört , hat das Auge einen prächtigen Blick auf das Meer ; die Häufer , welche den europäischen übrigens sehr kleinen Stadttheil bilden , liegen am linken Ufer des Flusses . Die Eingeborenen ge - hören zum Stamme der Fantis ; die Fraueu gelten für putz - süchtig und verwenden die äußerste Sorgfalt auf ihren Haar - schmuck . Wir geben die Abbildungen zu Nutz und Frommen Glvbus XXV . Nr . 15 . 
unserer europäischen Närrinnen , welche vielleicht die Moden ihrer dunkelfarbigen Schwestern nachahmen . Es sei bemerkt , daß dieselben getreu einem Aquarelle des Schisfslieuteuants Leonard nachgebildet sind . ( S . 230 . ) 
Richard Burton hat in seinen „ Wanderings in West Asrica " ( London 1863 ) die Zustände in den Küstenplätzen sehr lebendig geschildert . Während die Zahnküste nur we - nige Factoreien hat , finden wir die Goldküste , von Dixcove an , mit Factoreien und zumeist verfallenen Burgen gleichsam bespickt . Da ist Boutry mit den Ruinen von Fort Bar - tenstein , dan» folgen Pompendy und an der Takorady - spitze , ein von den Holländern gebanetes Fort an der Küste der Ahantas . Diese überfielen im Jahre 1834 dasselbe und ermordeten 'den Commandanten nebst der Besatzung . Der - gleichen Vorfälle sind an der Küste , an welcher eigentlich memals Ruhe herrscht , keineswegs selten ; man war in der Lage für die Missethat Vergeltung zu üben und 1838 wurde dann Bonsu , Häuptling der Ahantas , von den Holländern gezüchtigt ; er hatte seinen Frevel mit dem Leben zu büßen . 
Aehnlich ist es im Jahre 1873 mit den Bewohnern von Tschama ( Chamah ) gehalten worden ; sie hatten mit den Aschantis gemeinschaftliche Sache gemacht und ihre Stadt wurde von den Engländern zerstört . Der richtige Name 
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