DIE PARESSI-KAB1SI
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Hand zu einer kleinen Anhäufung zusammengedrückt. Es
war ein schöner Anblick, den elastischen Körperbewegungen
der Spieler zuzusehen, wie dieselben sich häufig im letzten
Moment auf den Boden schnellten, um den schon fast
niedergefallenen Ball noch rechtzeitig parieren zu können. 1 )
Daß auf eine kräftige Entwickelung der jungen Männer
viel Wert gelegt wird, zeigt eine besondere Art von Kraft
probe, welche die Jünglinge abzulegen haben. Zwei große
mit Schlangenfriustern und anderen Figuren bemalte Pfähle 1 2 )
(himatinatse) werden in einem Abstande von etwa 1 m mit
dem unteren Ende in den Erdboden eingegraben. Ein dünnerer Pfahl, der mahatsenatse
heißt, wird nach Art einer Reckstange in die am oberen Ende der beiden vertikalen Pfähle
befindlichen Löcher gesteckt, und die jungen Leute haben nun in der Weise ihre Kraft zu
zeigen, daß sie unter das Reck treten und die Querstange mit den Schultern zu durch
brechen suchen. Um das Durchbrechen überhaupt zu ermöglichen, ist der ziemlich starke
Querpfahl vorher an einer bestimmten Stelle am Feuer angekohlt. Ich fand die Pfähle
für die eben geschilderte Zeremonie, die gewöhnlich mit Tschitscha-Festen in Verbindung
steht 3 ), in der Festhütte in Uazirimi und frei umherliegend in Atiahirtivirtigo vor. In Uazirimi
erwarb ich einen der großen Pfähle, die in der eben geschilderten Art vertikal in den
Boden gesteckt werden und den dazugehörigen Querpfahl, und brachte die schweren Hölzer
mit großer Mühe auf dem beschwerlichen Wege bis zur Militärstraße. Fig. 27 gibt diese beiden
Pfähle so, wie sie aufgestellt werden, unter Ergänzung des einen vertikalen Pfahles wieder.
Die Länge des großen, vertikal gerichteten Pfahles beträgt 220 cm, die des Querpfahles 134 cm.
1) Über das Auftreten dieses Spieles im Süden bei den Chañé und Chiquito siehe Erland Nordenskiöld:
Indianerleben. Leipzig 1912. S. 193, 194.
2) Über die figürlichen Darstellungen vergleiche Abschnitt IX. 3) Vergleiche Abschnitt X.
Fig. 26. Kopfballspiel der Paressi-Kabisi in Kalugare am Jauru.
BAESSLER-ARCHIV IV, 4/5.
Fig. 25. Kamm der Paressi-Kabisi von Kalugare
am Jauru.