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Livingstone's Bericht über seine Entdeckungen im süd - äquatorialen Afrika .
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Congo oder sei es vom Nil trenne . Seitdem habe er sich durch ausgedehntere Beobachtungen Uberzeugt , daß seine da - malige Wahrnehmung richtig gewesen . Nach Allem , was er selber gesehen und von intelligenten Eingeborenen erfahren habe , glaube er mit Zuversicht behaupten zu dürfen , daß die Hanptqnelle des Nils zwischen dem 10 . und 12 . Grade südlicher Breite eutspriuge , also etwa in der Lage , welche schon Ptolemäus angegeben habe ; der Fluß Rhapta der alten Geographen sei wahrscheinlich der heutige Novuma . „ Ich weiß , daß Andere sich geirrt haben , und ich meinerseits mache keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit ; deshalb drücke ich mich nicht sehr positiv ans , namentlich nicht über die Gegen - den im Westen und Nordwesten des Tanganyika ( — auf welche freilich für die zu beantwortende Frage das Meiste ankommt — ) ; denn diese habe ich noch nicht erforscht . In - deß wird sich aus der nachfolgenden Skizze über meine Wan - dernngen wohl ergeben , daß man bisher die Quell - gewässer des Nils viel zu weilt nach Norden hin ge - sucht hat . Sie liegen vielmehr einige 400 Miles weiter nach Süden als das Südende des Victoria - Nyanza - Sees , und in der That südlicher als alle übrigen Seen , mit allei - niger Ausnahme des Bangweolo . " Dann folgt die Reife - skizze .
„ Nachdem wir das Thal des Loangwa verlassen , wel - cher bei Zumbo in den Sambesi mündet , erstiegen wir eine , wie es schien , große Gebirgsmasse ; in der That war aber dieselbe nur der Südrand einer Erhebung , welche von 3000 bis zu 6000 Fuß Meereshöhe hat . Dieses Hochland nimmt im Süden des Tanganyika etwa 350 Geviertmiles ein , ist durchgängig mit dichten oder offenen Waldungen bestanden , hat eine wellenförmige , manchmal auch eine hügelige fläche und fruchtbaren Boden , sie ist auch gut bewässert und hat , für Afrika , ein kaltes Klima . Die Abdachung ist nach Norden und Westen , und ich habe keinen Punkt unter 3000 Fnß Meereshöhe gefunden .
Das Land Ufango liegt östlich von dieser Region , ist auch ein Hochland ( „ Upland " ) und hat Weidegründe für die unzähligen Viehherden derBasango ; diese habeu eine merk - würdig helle Hautfarbe und sind gegen Fremde sehr freundlich . Usango bildet die Ostseite eines großen , aber noch recht hochgelegenen Thales . Die andere , d . h . die weft - liche Seite , wird von den sogenannten Kone - Bergen ge - bildet ; diese liegen jenseit der Kupfergruben von Ka - tanga . Noch weiter gen Westen und jenseits der Kette oder des Plateaus von Kone , soll mein alter Bekannter , der Sambesi , unter der Benennung Dschembadschi ( Jam - baji ) seine Quelle haben .
Das südliche Ende des großen Thales , zwischen Usango und der Konekette , liegt zwischen 11 und 12 Grad Süd . Ich sah dort nur selten einen Stern , als ich aber eines Mor - gens zwischen 2 und 3 Uhr erwachte , konnte ich meine Beob - achtnng anstellen und fand 11 Grad 56 Minuten Süd ; ich befand mich damals eben hoch anfdem Uplande . Am nächsten Tage überschritten wir zwei Bäche , die nach Norden flof - fen , und weiterhin fanden wir zahlreiche perennirende Bäche . Einige hatten ihren Lauf nach Osten zum Loangwa , andere nach Nordwesten zum „ Chambeze " . Irregeleitet durch eine Karte , welche diesen Fluß ohne Weiteres als „ Zambezi , östlicher Arm " , bezeichnet , nahm ich an , daß es sich hier um den südlichen Fluß dieses Namens handle ; allein der Cham - beze strömt sammt allen seinen Nebenflüssen von der öst - lichen Seite her in das Centrum des eben erwähnten Hoch - landsthales , und dieses ist wahrscheinlich das Thal des Nils .
Der Fluß ist schon deshalb sehr bemerkenswerth , weil er dazu beiträgt , drei Seen zu bilden , und auf den 500 bis
600 Miles feines Laufes seinen Namen dreimal ver - ändert . Er ist zuerst von den Portugiesen überschritten worden ; diese fragten aber stets nur nach Elfenbein und Skla - ven , ohne sich um andere Dinge zu bekümmern . Ein Mann , der Alles zusammenstellte , selbst die „ Vouhöreusageu - Geo - graphie " der Portugiesen , wußte von den wirklichen Verhält - nissen dieser Gegend so wenig , daß er hier einen großen , 3000 Fuß in die Höhe laufenden Strom einzeichnete , welchen er den „ Neuen Zambesi " nannte !
Ich überschritt den Chambeze in 10 Grad 34 Minn - ten Süd , und dann mehrere seiner Zuflüsse von Süd und Nord her ; sie waren so breit wie die Isis bei Oxford , flössen aber rascher . Ich sah in ihnen Hippopotami , und erwähne diesen Umstand , weil ich früher bei meiner Fahrt auf dem Sambesi den Dampfer allemal dort fahren lassen konnte , wo ich - jene Thiere fand ; ich hatte dann immer zum min - desten 8 Fuß Wassertiefe .
Der Chambeze ergießt fich in den See Bang - weolo ; da wo er denselben verläßt , nimmt er den Namen Lnapula an . Dieser Lnapula fließt gerade nach Norden an der Stadt des Cazembe vorüber und strömt 12 Miles weiter abwärts in den See Moero . Diesen verläßt er an dessen nördlichem Ende vermittelst einer Spalte , eines Ein - risses , in die Rnagebirge , heißt dannLnalaba , nimmt sei - nen Lans nach Nordnordwest und bildet den Ulenge , in dem Lande westlich vom Tauganyika . Ich habe ihn nur an der Stelle gesehen , wo er den Moero - See verläßt und da , wo er aus dem Spalt in den Ruabergeu herauskommt . Jndeß bin ich fest überzeugt , daß er , selbst bevor er den Fluß So - sunso aus dem Lande Maruugu und den Sobnri aus dem Lande Baloba aufnimmt , wasserreich genug ist , den Ulembe zu bilden . Ob dieser , wie Manche sagen , ein See mit vielen Inseln ist , oder eine Art von Pendschab , eine Ver - theiluug in verschiedene Stromarme , wie Andere wollen , muß ich unentschieden lassen . Aber alle diese Arme fließen zum Lufira . Dieser ist ein großer Fluß , vermittelst dessen viele seiner Nebengewässer von der Westseite des großen Thales her ihren Abzug finden . Ich selber habe den Lufira nicht gefehen , hörte aber , daß er westlich vom 11 . Grade Süd im - mer mit Kähnen befahren werden muß ( — d . h . wohl keiue gangbaren Führten mehr darbietet — ) . Das ist aber eine Nachricht , die ich von Eingeborenen erhielt . Einige telligente Leute versichern , daß der Lufira , nachdem er die Ulengagewässer aufgenommen habe , gen Nordnordwest in den Chowambe - See fließe , welcher , wie ich vermuthete , der von Baker entdeckte See ( — der Albert — ) ist . Andere dagegen meinen , daß er bei Uvira in den Tanganyika - See fließe , und nach Norden hin , ver - möge eines Fluffes , der Loauda heißt , in den Cho - wambe falle .
Ueber diese Dinge muß ich jedoch mein Urtheil ansschie - ben . Sind die Annahmen irrig , so werde ich , falls mir das Leben vergönnt bleibt , dieselben berichtigen . Meine ge - genwärtige Ansicht geht dahin , daß wenn die große Wasser - menge , welche ich nach Norden hinfließen sah , nicht westlich am Tanganyika hinzieht , sie einen Abfluß aus dem See haben muß , und dieser ist aller Wahrscheinlichkeit zufolge der Loauda .
Wenn ich nun einen Blick auf das Upland zurückwerfe , so zeigt sich , daß dasselbe in manche Districte zerfällt : Lobisa , Lobemba , Ubengn , Jtawa , Lopere , Kabuire , Ma - rungu , Londa oder Luuda und Rna . Das Volk wird durch die Vorfetzesylbe B a bezeichnet , das Land durch Lo oder U . Die Araber sagen statt Ba Wa , gemäß ihrem Snaheleidialekte ; die Eingeborenen aber thnn das nie .
Am Nordabhange des Uplandes habe ich am 2 . April 1867 den See Liemba entdeckt ; er liegt in einer
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