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Full Text: Anthropos, 16/17.1921/22

Spiel und Sport auf Näoero. 
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Die Spieler teilen sich in zwei Parteien, die abwechselnd spielen. Die 
erste Partei stellt sich in einer Reihe auf. In einer Entfernung von ungefähr 
10 m steht vor ihnen der amqn kata mit einem am Ende eingekerbten Stock 
von 1 m Länge und mit den demen. Dieser amqn kata hat die Aufgabe, das 
demen in die Höhe zu werfen, damit es geschleudert werden kann. Zu diesem 
Zwecke legt er es in die Kerbe des senkrecht stehenden Stockes und wirft 
letzteren aufrechtstehend in die Höhe, und zwar so hoch als möglich. Infolge 
der eigenen Schwere wird der Stock rasch zur Erde zurückfallen, während das 
demen im Zickzack nur langsam herunterschwebt. Es stellt einen Fregattvogel 
dar, der über dem Vogelgestell (etqö) kreist und geschleudert werden soll. 
Sobald das demen schwebt, schleudert einer der Spieler nach demselben. 
Den Ring der Leine hat er an den kleinen Finger der linken Hand gesteckt. 
Mit der Rechten läßt er das tetonaü einigemal kreisen, um zum Wurfe aus 
zuholen, und schleudert es dann im geeigneten Augenblicke nach dem demen. 
Holt er es herunter, dann hat seine Partei einen Gewinner (ein Steinchen); 
fehlt er es hingegen, dann wird ein solcher Wurf nicht berücksichtigt. Ein 
jeder Spieler schleudert bloß einmal und kommt erst wieder an die Reihe, 
wenn die ganze Runde für beide Parteien abgetan ist. Als Regeln gelten: 
1. Um Sieger zu sein, muß die Partei zehn Treffer (zehn Steinchen) erhalten 
haben. Mit dem zehnten Steinchen wird das Spiel abgebrochen und ein 
neues Spiel beginnt. 
2. Hat eine Partei bei einer Runde oder überhaupt bereits fünf Treffer 
(fünf Steinchen) erzielt, während die Gegner noch gar keinen erhalten 
haben, dann ist ebenfalls das Spiel bereits gewonnen. Die Sieger bleiben 
am Spiel, während die ganze Gegenpartei durch neue Spieler ersetzt 
werden muß. 
3. Sind nach gleichen Runden auf jeder Seite zehn Treffer (zehn Steinchen) 
erzielt worden, dann ist das Spiel unentschieden. Man nimmt in diesem 
Falle von jeder Partei so viele Steinchen weg, als die Partei Spieler zählt. 
Die Summe der übrigbleibenden Steinchen wird nun Siegerzahl werden. 
Spielen z. B. auf jeder Seite sechs Mann, dann wird die Zahl, bei der 
das Spiel gewonnen (äib> qibeij) sein, wird, sein: 10 — 6 = 4 Steinchen. 
Das ekabänaban ist sehr harmlos, aber nicht ohne Interesse für den 
Nauruer. Bei ihm zeigt es sich, wer ein tüchtiger Schleuderer (amat id) werden 
wird, ist es doch eine Vorübung zum späteren Fregattvogelfang, der auf der 
Insel eine große Rolle spielt. Außer den gelegentlichen privaten Veranstal 
tungen des Spieles gibt es auch regelmäßig im Laufe des Jahres offizielle, 
die stets mit großem Volksauflauf verbunden sind. Ein einügör (Essen) be 
schließt gewöhnlich die Spielsaison. 
Das ekabänaban wird schon in der Sage des Araw fükiiükitq erwähnt. 11 
11. Iri (Hochspmng). 
Mittels eines spitzen Steines wird ein Loch in die Rinde des Kokos 
baumes geklopft. Gewöhnlich beginnt man in der Höhe von 1 m. Ein Mann 
stellt sich neben den angeklopften Stamm und hält einen Stock wagerecht, die
	        
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