Spiel und Sport auf Nàoefo.
Als Regeln gelten folgende:
1. Trifft ein Spieler gleich beim ersten Wurfe die drei Kügelchen
der Gegenpartei, dann hat er das ganze Spiel gewonnen.'Es
heißt dann: „ruon ubuien: der Jubel ist auf seiner Seite“. Er
leitet nun gleich ein neues Spiel ein.
2. Ein jeder \C'urf bringt der Partei so viele Gewinner als Kügel
chen getroffen sind.
3. Die Sieger in einer Runde bleiben am Spiel und leiten die
folgende Runde ein, während die Gegenpartei durch neue
Spieler ersetzt wird.
4. Hat eine Partei bereits fünf Gewinner erzielt, während die
andere Partei noch keinen einzigen erhalten hat, dann hat
erstere das Spiel gewonnen. Alles jubelt und klatscht vor
Freude in die Hände (r ibuibua sie klatschen in die Hände;
r ibuibueij iruo sie beklatschen den Sieg).
5. Sind nach gleichen Runden die Gewinner gleich auf beiden
Seiten, dann heißt es: an t ädedu: laßt uns zurückzählen.
Man nimmt dann bei jeder Partei so viele Sternchen weg als
Spieler zu der Partei gehören und setzt die erhaltene Zahl
als Siegerzahl für das weitere Spiel fest. Spielen z. B. auf
jeder Seite drei Personen und haben beide Parteien acht Stern
chen, dann wird der Sieg mit der Zahl 8 — 3 — 5 davon
getragen sein.
6. Nimmt das Spiel einen normalen Verlauf, dann ist der Sieg
mit dem zehnten Sternchen errungen: ruon ubuien: die Partei
jubelt. Der Sieg heißt teimedduwa.
Obwohl immer eine große Menge Volkes als Zuschauer her- ^
beiströmt, verläuft das harmlose Spiel in aller Ruhe und Stille. Nur ^ , *
hört man hie und da einen spontanen Juchzer oder man gibt der
gewinnenden Partei zu Ehren einen kurzen Gassenhauer zum besten. *
Das Spiel dauert wochenlang fort; hört man abends in einer Hütte auf,
dann zieht man am Morgen des folgenden dritten Tages in das Haus eines
Spielers der Gegenpartei, um weiter zu spielen. Die Hausinsassen müssen
diese Tage hindurch reichlich für Nahrungsmittel sorgen.
14. Ekaburinago (Werfen mit Rnochenscheibohen).
Vier Spieler beteiligen sich am Spiel und sitzen zu je zwei auf 6—7 m
Abstand einander gegenüber. Zwischen ihnen liegen zwei plattgedrückte Matten
rollen (eoquo genannt). Als Spielgeräte dienen flache, auf Talergröße abge
rundete Knochenscheibchen aus dem Panzer der Schildkröte; in Ermanglung
solcher bedient man sich auch großer, flacher Bohnen (ikirimedan), die nach
den Südweststürmen zahlreich am Strande antreiben. Einem jeden Spieler
stehen fünf solcher Scheibchen, resp. Bohnen beim Spiel zur Verfügung. Um
sie beim Spiele kenntlich zu machen, versieht eine Partei ihre Scheibchen mit
einem Erkennungszeichen. Das Spiel verläuft folgendermaßen: