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Full Text: Anthropos, 32.1937

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Robert Bleichsteiner, 
sischen Nationalbezirk des Nordkaukasischen Gaues sowie in einigen Sied 
lungen des Schwarzen-Meer-Bezirkes gesprochen (über 45.000). Ebensoviel 
beträgt wohl die Zahl der Tscherkessen, die in der asiatischen Türkei zerstreut 
angesiedelt sind, die Nachkommen der nach der Besitzergreifung des Tseher- 
kessenlandes durch die Russen (1864) in die Türkei Ausgewanderten. Aus 
dieser Zeit stammen auch die Tscherkessensiedlungen in Syrien und auf dem 
Kossowo P’olje in Jugoslawien, wo sie nur mehr in geringer Zahl vorhanden 
sind. Die kjachischen Dialekte des nordkauikasischen Gaues zerfallen in eine 
östliche Gruppe (Alt-Abadzechisch, N,eu - Ab a d z ec h i s c h, T e- 
mirgoisch; letzteres die Grundlage der in Entwicklung begriffenen kja- 
chischem Schriftsprache) und eine westliche (B s h e d u c h i s c h, Schap- 
s u g i s c h und das verschwindende Chakut'schische). 
2. Das Kabardische oder Osttscherkessische, die Sprache 
des tscherkessischen Teiles der Bevölkerung des Kabardinisch-Balkarischen 
Bezirkes des Nordkaukasischen Gaues (151.000) mit den Dialekten des Terek- 
und Kuban-Kabardischen. Die Mundart des Stammes der Besleneer bildet 
den Übergang zum Kjachischen. 
3. Das EJbychische, das sich am Schwarzen Meer und in seinem 
Hinterland südöstlich an das Tscherkessische anschloß, ist im Kaukasusgebiet 
verschwunden, da die Bevölkerung nach 1864 vollzählig in die Türkei aus- 
wanderte. Die letzten Reste der Ubychen wohnen zwischen Ismid und dem 
Sakariya am Sapandscha-See im westlichen Kleinasien, wo es in neuester Zeit 
gelang, die in raschem Aussterben begriffene Sprache aus dem Munde alter 
Leute aufzuzeichnen. 
4. Das Abchasische in der zu Georgien gehörigen Abchasischen 
Autonomen Sowjetrepublik (über 71.000). Das Gebiet schloß sich im Süden 
an das Ubychische an. Einzelne Siedlungen der Abchasen gibt es im kjachi 
schen Gebiet an der Kuma und am Kuban (Distrikt Batalbaschinsk), ferner 
bei Batum und in der kleinasiatischen Türkei. Vier Hauptmuindarten: A ba 
sin i s c h, B s y b i s c h, A b s h u j, Samursaqanisch. 
IE Der nordostkaukasische Sprachstamm, zwischen 
dem Terek und dem Kaspischen Meer sich erstreckend, im Nordwesten bis in 
die Ebene vorstoßend, während im östlichen Transkaukasien die zwei udischen 
Sprachinseln die letzten Reste der einstigen albanischen Bevölkerung dar 
stellen. Der Westostrichtung folgend finden wir in diesem Gebiet folgende 
Sprachen: 
A. Die tschetschenische Untergruppe mit drei Sprachen: 
5. Das Tschetschenische, die Sprache der Tschetschenen oder Nacht- 
schou, die in der Zahl von über 296.000 das Autonome Tschefsehenen-Gebiet 
des Nordkaukasischen Gaues und einzelne Siedlungen am oberen Alasan be 
wohnen. Von ihnen ist der Stamm der Karabulaken oder Arstchuoj fast voll 
zählig in die Türkei ausgewandert. 
6. Das I n g u s c h i s c h e, die Sprache der Inguschen, Ghalgaier oder 
Khisten (über 72.000) im Autonomen Inguschengebiet des Nordkaukasischen 
Gaues.
	        
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