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Full Text: Der Erdball, 5.1931

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sehr stark verblaßt. Es sind liier 
menschliche, bekleidete Figuren 
dargestellt, die auf den Köpfen 
einen Federschmuck tragen. Eine 
der dargestellten Figuren trägt in 
der rechten Hand einen Gegen 
stand, der sehr einer Keule oder 
auch einer der in den in der Nähe 
befindlichen Begräbnisstätten vor 
kommenden, hölzernen Grab 
schaufeln sehr ähnelt. Sonderbar 
mutet das rechts von der unteren 
Figur befindliche Zeichen an, das 
in seiner Form einer halben Glocke 
gleichkommt. Die Größe der in 
der ersten Reihe dargestellten 
Figuren beträgt etwa 18—20 cm, 
während die darunter angebrach 
ten nur 12—14 cm hoch sind. 
Abb. 4. In der linken, oberen 
Ecke sehen wir einige der schon 
in Abb. 3 beschriebenen Malereien, 
Die Figuren rechts davon befinden 
sich in einer Höhe von 50—60 cm 
über dem Erdboden und stellen be 
kleidete, menschliche Figuren dar, 
deren Köpfe mit Federn ge 
schmückt sind. Die Größe der ein 
zelnen Figuren schwankt von 
12—22 cm. Die zur Ausführung 
benutzte rote Farbe ist stark ver 
blaßt. 
Was nun das Alter von Fels 
malereien anlangt, so ist viel 
darüber diskutiert worden, ohne 
jedoch zu positiven Ergebnissen 
zu gelangen. Einen ungefähren 
Anhalt für das Alter der hier 
beschriebenen denke ich ge 
funden zu haben, ohne jedoch 
eine genaue Zeitbestimmung ab 
geben zu können. An einem der 
Felsen des Opachetales fand ich 
eine Malerei, die nichts anderes als 
einen spanischen Ritter mit Mantel, 
Schwert und Helm mit Federzier 
darstellen konnte. Aus Mangel an 
Filmmaterial habe ich diese Zeich 
nung leider nicht photographieren 
können. Nehmen wir nun an, daß 
das Bild des spanischen Ritters zur 
Zeit oder gleich nach der Erobe 
rung Nordchiles durch die Spanier 
entstand, so muß man aus dem 
Grad der Verblassung auf ein 
hohes Alter schließen. Genaues 
ließe sich erst sagen über das Alter, 
wenn man versuchen würde, den 
Grad des Verblassens während 
eines gewissen Zeitraumes festzu 
stellen und dann unter Berück 
sichtigung eines dem heutigen 
gleichen Klimas das ungefähre 
Herstellungsjahr der Bilder er- 
rechnete. 
Vielleicht gelingt es in der Zu 
kunft, hierüber noch Genaueres 
berichten zu können. 
Ein Tag der Tumerehän-Indianer. 
Von Elerbert Baldus. 
Heute ist wieder ein wunder 
barer Tag. Ich habe gerade meinen 
Kopf aus der Waschschüssel ge 
nommen, trockne ihn bedächtig ab. 
Und weil die Waschschüssel vor 
unsrer Hütte steht, kann ich einen 
braunen Mann aus dem Wald 
kommen sehn. Er geht schnell. 
Hat die Haare mit einem Strick so 
nach hinten gebunden, daß der 
Schopf schräg absteht. Lange 
schwarze Hahnenfedern sind daran 
befestigt. Er ist schlank. Aber 
man sieht die Rippen nicht, er hat 
genügend Fleisch auf der Brust. 
In den Händen hält er nichts; an 
hat er auch nichts außer dem 
Strick, den Federn, einer Halskette 
aus schwarzen Samen und einer 
zu Fetzen verwitterten Hose. Er 
sagt dem Paraguayer, dem Herrn 
unsrer Hütte, daß er hier wohnen