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Globus, 6.1864

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Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Volltext: Globus, 6.1864

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-714787
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714787
Persistenter Identifier:
BV041698801
Titel:
Zeitschrift für Ethnologie der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde und der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte
ISSN:
0949-6718
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Reimer
Erscheinungsjahr:
1989
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-712320
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-712320
Persistenter Identifier:
1543422993933
Titel:
Zeitschrift für Ethnologie der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde und der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte, 119.1994
Erscheinungsjahr:
1994
Signatur:
LA 7600
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Bd. 119, 1994, Heft 1
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenartikel

Strukturtyp:
Zeitschriftenartikel
Titel:
Technologies of resistance: Structural alteration of trade cloth in four societies
Sonstige Person:
Steiner, Christopher Burghard
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
    -
  • Globus, 6.1864
    [I]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel
    -
  • Vorsatzblatt
    -
  • Titelseite
    [I]
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis
    [III]
  • Abbildungsverzeichnis: Illustrationsverzeichnis
    [VI]
  • Leerseite
    [VIII]
  • Zeitschriftenheft
    [1]
  • Zeitschriftenheft
    [33]
  • Zeitschriftenheft
    [65]
  • Zeitschriftenheft
    [97]
  • Zeitschriftenartikel: Aus meinem brasilianischen Tagebuche. I. / Schultz, Woldemar
    [97]
  • Zeitschriftenartikel: Die Katholischen Missionen nach Lhassa bis nun Jahre 1864 / ..t.
    104
  • Zeitschriftenartikel: Die ägyptische Hieroglyphenschrift und ihre Erklärer. II. / Kaiser
    107
  • Zeitschriftenartikel: Heinrich von Maltzahns Besuch in der Hauptstadt Marokko im Jahre 1859. II.
    112
  • Zeitschriftenartikel: Die Bedeutung der Hausthiere für die Kulturentwickluug der Völker. III. Der Elephant / A.
    115
  • Zeitschriftenartikel: Nachrichten über die Insel Formosa
    120
  • Zeitschriftenartikel: Leben und Treiben in den Grubenrevieren Ostsibiriens
    121
  • Zeitschriftenartikel: Zur Kennzeichnung der Zustände Ostindiens
    123
  • Zeitschriftenartikel: Aus allen Erdtheilen
    125
  • Zeitschriftenheft
    [129]
  • Zeitschriftenheft
    [161]
  • Zeitschriftenheft
    [193]
  • Zeitschriftenheft
    [225]
  • Zeitschriftenheft
    [257]
  • Zeitschriftenheft
    [289]
  • Zeitschriftenheft
    [321]
  • Zeitschriftenheft
    [353]
  • Nachsatzblatt
    -
  • Hinterer Buchspiegel
    -
  • Hinterer Einband
    -
  • Farbkeil
    -

Volltext

Die ägyptische Hieroglypheuschrift und ihre Erklärer. 
111 
thums beschäftigt hat, weiß, daß man bis nicht vor gar- 
langer Zeit die spärliche Ktinde über die ältesten Geschicke 
Aegyptens aus den dürftigen Nachrichten eines Herodot aus 
Halicarnaß uub Diodor von Sicilien, aus den gelegent 
lichen Mittheililngen des Alten Testaments, ans den 
kümmerlichen Fragmenten des einheimischen Historikers 
Manetho schöpfen mlißte. Letzterer war aus Sebennytos 
gebürtig, lebte zur Zeit des Ptolemäns Soter und Philo 
pator ilnd schrieb um das. Jahr 250 v. Chr. mit Be 
nutzung ausgedehnter Originalquellen eine Geschichte 
^Aegyptens in griechischer Sprache. Nur wenige Bruch 
stücke aus diesem verloren gegangenen Werke sind bei dem 
jüdischen Schriftsteller Flavins Josephus, von dem Kirchen 
historiker Eusebius, von Julius Africanus, besonders von 
Georgins Syncellus erhalten. Die Mittheilungen dieser 
Schriftsteller sind jedoch so lückenhaft, so widersprechend, 
so sehr mit Fabel- und Sagenhaftem durchsetzt, daß es 
selbst dem Scheidewasser der schärfsten Kritik nicht ge 
lingen trollte, aus diesem wirren Conglomerate das regn- 
linische Metall blanker Wahrheit auszusondern. Schon 
verzweifelte man vielfach an der Möglichkeit einer ägyp 
tischen Geschichte und Alterthumskunde überhaupt- unb ver 
meinte alle Ueberlieferungen eines Herodot und Diodor 
als Priesterbetrng, die Mauethonischcn Königslisten des 
Syncellus als orientalische Phantasien, die gelegentlicheil 
Notizen der hl. Schrift als Fabeleien ansehen, kurz den 
ganzen Apparat der altägyptifchen Geschichte als Schlacken 
und todtes Gestein verächtlich bei Seite werfen zu müssen. 
Da kam das Studium der ägyptischen Denkmäler, die 
Entzifferung der Hieroglyphen und damit Licht in die 
Finsterniß der ägyptischen Geschichte und Alterthumskunde. 
Durch die Hieroglyphen - Inschriften der Pyramiden 
und Obelisken, der Palast- lind Tempelgemächer, der 
Königsgräber und Sarkophage, durch die nunmehr les 
baren Papyrusrollen ist es möglich geworden, Wahrheit 
und Irrthum bei Herodot und Diodor zu sondern, die 
Manethonischen Königslisten zu würdigen. Aber nicht 
blos als Correctiv dienen die entzifferten Hieroglypheu- 
Jnschriften, auch manche neue Thatsache der ägyptischen 
Geschichte ist durch sie ans Licht gebracht. Besonders ist 
aber die Kenntniß der ägyptischen Alterthümer dadurch in 
überraschender Weise geklärt und gefördert. Durch die 
Denkmäler mit ihren Bildern und Hieroglyphen ftub wir 
über die Zustände des ältesten aller Kulturvölker, über 
sein religiöses und häusliches Leben, über seine Kunst und 
Industrie, über seine Mythen uub Kultgebräuche, wie sie 
vor 4000 Jahren bestanden, besser und genauer informirt, 
als über Griechen und Römer. Die ägyptische Geschichte 
und Alterthumskunde, die noch vor 30 Jahren auf einigen 
Blättern abgehandelt werden konnte, füllt jetzt ganze Bände 
mit den interessantesten und zierlichsten Details. Und je 
weiter sich die ägyptischen Forschungen ausdehnen, je tiefer 
sie eindringen, desto mehr nimmt die bistoria aegyptiaca 
die Gestalt der Geschichte noch nicht lange entschwundener 
Jahrhunderte an. — Besonders verdient angemerkt zu 
werden, daß die historischen Bücher des Alten Testaments, 
sofern sie ägyptische Zustände und Geschichte berühren, 
dariil einen unumstößlichen Beleg ihrer Wahrheit und 
Treue finden, ein Umstand, der um so frappanter erschei 
nen muß, da man gerade aus der ägyptischen Geschichte 
und Alterthumskunde wie aus einem wohlgefpickten Köcher 
mit Vorliebe die Pfeile entnahm, welche gegen die histo 
rische Glaubwürdigkeit der Bibel abzuschnellen, Viele sich 
zur Lust genlacht. Zur Erhärtung lind Bestätigung dieser 
allgemeinen Umrisse nur einige Beispiele, so wie sie mir 
im Wege liegen. 
Jeder kennt den Traum des köiliglichen Mundschenks, 
welchen Joseph im Gefängnisse deutete. Dieser Traum 
setzt den Wcinstock und den Weinbau und den Weinge 
nuß in Aegypten voraus. Herodot berichtet aber, daß 
die Rebe im Nilthale nicht gedeihe (II, 77), die Aegypter 
tränken als Silrrogat eine Art Bier (§vöog). Plutarch 
bestätigt diese Nachricht, indem er sagt: Den Aegyptern 
galt der Wein als Blut des Typhon, sie tranken ihn 
nicht vor Psammetichs Zeiten und brachten ihn auch nicht 
zunl Opfer (Is. Osir. 6). Man hat es nicht versäumt, 
auf diesen Widerspruch des Oeftern hinzuweisen und daraus 
bibelfeindliches Kapital zu bereiten. Die ältesten Denk 
mäler zeigeil uns aber, wie aus Rosellini's uub Wilkin- 
sons Abbildungen zil sehen, Weinbau und Weinlese, das 
Abbeeren und Keltern, das Füllen in Flaschell uub Krüge. 
Selbst Betrunkene sind bisweilen abgebildet, welche von 
Sklaven nach Hause geführt oder getragen werden. Ro- 
sellini sagt über diese Abbildungen: „Jene Gegenstände 
finden sich nicht allein in beit Gräbern ans der Zeit der 
18. Dynastie, sondern auch iu solchen, welche in die Zeiteil 
yv-vpvwv 
war schon oben von dem ägyptischen Historiker Malletho 
die Rede. In seinen Fragmenten sind uns außer den 
Zeitangaben über die Herrschaft der Götter uub Halb 
götter die Verzeichnisse von 30 menschlichen Königsdynastien 
mit Angabe ihrer Regierungszeit erhalten. Mau war 
lange Zeit geneigt, diese Königslisteil für pure Fictioneil 
anzusehen lind als unnützes Gerümpel zil verwerfen. 
Hengstenberg erklärte sie noch in den dreißiger Jahren 
für die Erfindung eines müßigen Kopfes. 'Durch die 
Enträthselung der Hieroglyphen ist die Geschichtsforschung 
in deil Stand gesetzt, über das Ailsinneil einer so leichl- 
sinnigen Abfertigung zur motivirten Tagesordnung über 
gehen zu können. Denn die Mehrzahl der Manethoni 
schen Königsnamen ist ails den Königsringeil der Monu 
mente herausgelesen, so daß an dem historischen Charakter 
der dadurch bezeichneten Personen ilicht länger gezweifelt 
werden kann. Nun erhob sich eine andere Schwierigkeit, 
welche nicht wenig Gemüther beunruhigte. Die Zahl der 
Regierungsjahre der Manethonischen Könige Aegyptens 
gibt bis Alerander eine Reihe von 5462 Jahreil'— eine 
Zeit, die nicht blos weit über die Zeit jeglicher Kultur, 
wovon die Geschichte zu berichten hat, zurückgreift, sondern 
auch über die Zeit, in welche die Erschaffung des ersten 
Menschen versetzt wird, hinausragt. Doch auch hier ha 
ben die Hieroglyphen-Entzifsernngen das laute Geschrei 
verstummen lassen, welches sich gegen die Chronologie der 
Bibel erhob und gezeigt, daß verschiedene der ältesten 
Dynastien gleichzeitig neben einander in dem getheilten 
Aegypten regierten; Manetho hat in seinem Geschichts 
werke an einander gereiht, was zum Theil coordinirt war. 
Osburne, ein um die Aegyptologie verdienter Engländer, 
hat z. B. noch vor Kurzem alis den Hieroglyphen er 
wiesen, daß auf die erste Dynastie die 12. gefolgt sein 
müsse, während die dazwischen liegenden Namen Neben 
dynastien angehören. Wie weit das prätendirte Alter 
der ägyptischen Geschichte nnnmehr abgekürzt werden muß, 
das ist eine Streitfrage, worüber die Akten noch nicht ge 
schlossen sind. Aber darüber sind alle Forscher schon jetzt 
einverstanden, daß dieselbe ausreichend sei, um den ver 
meintlichen Widerspruch zwischen der biblischen und ägyp 
tischen Chronologie zu beseitigen. 
zahre der Regierung Roboams zog Schischak, König von 
Aegypten, gen Jerusalem, raubte die Schätze des Hauses 
des Herrn rmd des Königs und verwüstete Alles." — 
Man hatte wohl schon vermuthet, daß der Pharao Schi 
schak, von dem wir sonst Nichts wissen, der Sesonchis 
Pcanetho s (ein müsse, und in dieser Angabe eine Bestä- 
ti.ÜU"Ü ver biblischen Nachricht erkannt. Die Hieroglyphen- 
Entzfiserungen sollten jedoch ein deutlicheres Zeugniß ab 
legen. Champollion entdeckte unter den Skulpturen des 
Palastes von Karnak zil Theben eine Schilderung der 
Eroberungen eines Königs, der dlirch die Inschrift als 
Sifak bezeichnet wurde. Er ist dargestellt, wie er der hl. 
Trias von Theben die von ihm 'besiegten Völker und
	        

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