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Deutsche Waidmannssprache

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Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Volltext: Deutsche Waidmannssprache

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-714788
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714788
Persistenter Identifier:
BV035173706
Titel:
Zeitschrift für Ethnologie
Untertitel:
ZfE
ISSN:
0044-2666
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Reimer
Erscheinungsjahr:
1869
Lizenz:
Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0)
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-712359
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-712359
Persistenter Identifier:
1550575639441
Titel:
Zeitschrift für Ethnologie, 93.1968
Erscheinungsjahr:
1968
Signatur:
LA 7600
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Vorderer Einband

Strukturtyp:
Vorderer Einband
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Deutsche Waidmannssprache
    [1]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel
    -
  • Anmerkungen: E. von Petersdorff-Campen 1895
    -
  • Vorsatzblatt
    -
  • Titelseite
    [1]
  • Einleitung: Einleitung
    [3]
  • Kapitel: A
    7
  • Kapitel: B
    32
  • Kapitel: C
    41
  • Kapitel: D
    42
  • Kapitel: E
    45
  • Kapitel: F
    49
  • Kapitel: G
    57
  • Kapitel: H
    62
  • Kapitel: I (Vokal)
    68
  • Kapitel: J (Jot, Konsonant)
    68
  • Kapitel: K
    70
  • Kapitel: L
    76
  • Kapitel: M
    80
  • Kapitel: N
    83
  • Kapitel: O
    85
  • Kapitel: P
    86
  • Kapitel: Q
    89
  • Kapitel: R
    89
  • Kapitel: S
    94
  • Kapitel: T
    107
  • Kapitel: U
    109
  • Kapitel: V
    110
  • Kapitel: W
    114
  • Kapitel: Z
    117
  • Nachsatzblatt
    -
  • Hinterer Buchspiegel
    -
  • Hinterer Einband
    -
  • Farbkeil
    -

Volltext

80 — 
Gegenden mit Recht — als der normale Ankunfts— 
tag der Waldschnepfe im Frühjahr in Mittel— 
europa; daher der altbekannte Vers: „Reminis— 
cere, putzt die Gewehre, Oculi, da kommen sie, 
Lätare, das ist das wahre, Ju dica sind sie guch 
noch da, Palmarum geh'n sie tralarum, Quasi— 
modogeniti, halt Jaͤger, da brüten sie.“ Man 
nennt diese sechs Sonntage die Schnepfen— 
sonntage. 
Ode, afj. heißt ein Revier, wenn es wildleer, 
ausgeschossen ist; vergl. ausöden, veröden. 
Offen, adj. 1D) Die Jagd auf ein bestimmtes 
Wild ist offen oder geschlossen, je nachdem sie 
in einer bestimmten Zeit gesetzlich gestattet oder 
verboten ist. 2) Ofsen nennt man auch das 
Wetter oder den Boden, wenn im Winter die 
Kälte nachläßt und der früher gefrorene Boden 
weich wird, so daß man auf ihm gut fährten und 
abspüren kann. 8 
Ohr, das, ein in der Waidmannssprache für 
Haarwild verpöntes, durch Lauscher, Gehör 
und Löffel ersetztes Wort; dagegen gilt es für 
die Gehörorgane der Vögel, besonders bei jenen 
Arten, die an der Ausmündung der Ohrmuüschel 
derlängerte Federn tragen; man nennt auch diese 
Federbüschel, wenn fie, wie beim Uhu, der Wald⸗ 
und Zwergohreule und dem Ohrensteißfuß, stark 
hervortreten, die Ohren. 
Ohrband, das, s. Ortband. 
Ohrenkrebs, der, soviel wie Ohrenwurm. 
Ohrenzwang, der, Krampf in den Ohren bei 
Hunden. 
Ohrwurm, der, die bekannte Hundekrankheit 
am Behang. 
Okuli, s. Ocultit. 
Orgeln, vorb. intrans. oder schreien heißt 
das Ausstoßen des Brunftlautes beim Rothirsch. 
Orkband, das, heißt der untere Metallbeschlag 
an der Scheide des Hirschfängers. 
Otter, der, für Fisch⸗ und Sumpfotter. Die 
hJäufige Schreib⸗ und Sprachweise die Otter ist 
falsch, da das Wort im weiblichen Geschlecht nur 
als Bezeichnung für Schlangen gilt. 
Otterin, die, heißt der weibliche Otter beider 
Arten. 
Otterrute, die. Wenn der Dachshund eine 
lang herabhängende Rute hat, so nennt man 
dieselbe Otterrute. 
P 
Raar, das, heißt bei dem in Monogamie 
lebenden Federwilde die Vereinigung Lines 
Männchens mit einem Weibchen; haät bei einem 
Paar die Begattung bereits stattgefunden, so 
nennt man es ein gepaartes Paar. 
Raarhühner, die (pl.), nennt man die Reb— 
hühner, sobald sich die Ketten in Paare aufgelöst 
haben und paarweise aufzustehen egen 
Baarzeit, die, bei allen Federwildarten, für 
welche nicht der Ausdruck Balz (s. d.) gilt, die 
Zeit der Begattung; vergl. Reihzeit und Balz-, 
Brunft⸗, Ranz⸗, Roll⸗, Rauschzeit. J 
Raaren, verb. reflex, sich begatten, von 
allem Federwilde mit Ausnahme der Waldhühner 
und Trappen. Vergl. treten. 
Ralmhirsch, der, seltener Lokalname für einen 
Kapitalhirsch, dessen Geweih Schaufelkronen trägt; 
in älterer Zeit auch für den Damhirsch. 
Ranne, die (verdorben aus penne-Feder), 
die Handschwingen bei den Beizvögeln. 
Ransen, der, heißt der Magen bei allen 
wiederkäuenden Wildarten. — 
Banthera, die (vom franzöfischen pantièro), 
ein heute nicht mehr übliches Netz zum Massen⸗ 
jange kleiner Vögel in der Zugzeit. 
Ranzer, der. l) Eine aus starkem, gepolstertem 
und eventuell noch durch Spangen von Fischbein 
en Barchent hergestellte abgesteppte Hülle, 
welche man den Hatzhunden anlegte, um sie vor 
allzuschweren Schlägen beim Decken (s. d. eines 
Keilers zu bewahren. Man nannte diese Hüllen 
auch Jacken und die mit ihnen versehenen Hunde 
Panzerhunde, gepanzerte oder gejackte 
Hunde. 2) Beim Kämpfen in der Rauschzeit werden 
tarke Keiler oft von Nebenbuhlern an den Blättern 
geschlagen; durch den Schweiß, den Schlamm der 
Suhle und das Harz der Malbäume (s. d.) wird die 
Grundwolle dann oft derart verfilzt, daß fie eine dicke, 
feste Kruste, den Panzer, bildet, welcher mitunter 
so hart ist, daß Kugeln gar nicht oder doch nur 
chwer durchschlagen; man nennt solche Sauen 
Panzerschweine. 
Rarforce, franz. wörtlich: durch Kraft. 1) 
Wenn man einen Hund im Gegensatze zu der 
Oswald'schen Methode mit scharfen Mitteln, also 
unter Zuhilfenahme von Peitsche und Korallen, 
zu jagdlichen Zwecken brauchbar macht, so 
dressiert man ihn parforce. 2) Wenn man 
hohes Haarwild ohne Zuhilfenahme von Feuer— 
waffen zu Pferde mit Hunden so lange jagt, bis 
es sich den letzteren stellt und abgefangen werden 
kann, so nennt man dies: das Wild parforce 
tagen, die Jagdart die Parforcejagd, die Teil— 
nehmer Parforcejäger, das Horn, auf welchem 
die Parforcejagdsignale gegeben werden, das 
Parforcehorn, die verwendeten Hunde Par— 
forcehunde, die lange Hetzpeitsche die Parforce— 
peitsche ꝛc. S. Haßz, Hetzjagd. 
Sark, der, s. Wildpark. 
Saß, der, soviel wie Wechsel bei allem Haar⸗ 
raubzeug und dem zur Niederjagd gehörigen 
gaützlichen Haarwild; also stets Hasenpaß, 
Fuchs paß, niemals Hasen- oder Fuchswechsel; 
für Bär, Wolf und Luchs, als zur hohen Jagd 
gehörig, wird mitunter auch der Ausdruck Wonn 
ingewendet. 
Rassagier, der, hieß in der Sprache der 
Beizjagd ein während der Zugzeit in ausge—⸗ 
vachsenem Zustande eingefangener Falke oder 
habicht im Gegensatze zu dem aus dem Horste 
gehobenen und in der Gefangenschaft aufgebrachten 
Nestling. Vergl. Wildfang. 
asse, die, selten für Ansitz oder Anstand, 
besonders auf Hasen und Raubzeug.
	        

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