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Globus, 16.1869

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

fullscreen: Globus, 16.1869

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-714784
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714784
Persistenter Identifier:
BV041217508
Titel:
Globus
Untertitel:
illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde
Weitere Titel:
Globus
Erscheinungsort:
Braunschweig
Verlag:
Vieweg
Erscheinungsjahr:
1862
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-708379
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-708379
Persistenter Identifier:
DE-11-001723745
Titel:
Globus, 16.1869
Verlag:
Vieweg
Erscheinungsjahr:
1869
Signatur:
LA 3252-16
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
No. 5. September 1869
Sonstige Person:
Andree, Karl
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenartikel

Strukturtyp:
Zeitschriftenartikel
Titel:
Eine Wanderung von Calcutta nach den Tempeln von Dschagganath. I.
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Abbildung

Strukturtyp:
Abbildung
Titel:
Eine Pagode bei Kuttack
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
    -
  • Globus, 16.1869
    [III]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel
    -
  • Vorsatzblatt
    -
  • Titelseite
    [I]
  • Titelseite
    [III]
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis
    [V]
  • Zeitschriftenheft: No. 1. August 1869 / Andree, Karl
    [1]
  • Zeitschriftenheft: No. 2. August 1869 / Andree, Karl
    17
  • Zeitschriftenheft: No. 3. August 1869 / Andree, Karl
    [33]
  • Zeitschriftenheft: No. 4 .September 1869 / Andree, Karl
    [49]
  • Zeitschriftenheft: No. 5. September 1869 / Andree, Karl
    [65]
  • Zeitschriftenartikel: Eine Wanderung von Calcutta nach den Tempeln von Dschagganath. I.
    [65]
  • Abbildung: Die Göttin Kali
    66
  • Abbildung: Ein Arbeits-Zebu
    66
  • Abbildung: Ein Büßer mit einem Eisenringe
    67
  • Abbildung: Eine Pagode bei Kuttack
    68
  • Zeitschriftenartikel: Das Einströmen der Chinesen in das Mississippithal und die Südstaaten der Union
    69
  • Zeitschriftenartikel: Mittheilungen über Spanien / Heinrich, Hedwig
    71
  • Zeitschriftenartikel: Erforschung der Mongolei durch russische Reisende
    73
  • Zeitschriftenartikel: Friedrich Whymper's Schilderungen aus dem Innern von Alaska. III.
    75
  • Zeitschriftenartikel: Aus allen Erdtheilen
    77
  • Zeitschriftenheft: No. 6. September 1869 / Andree, Karl
    [81]
  • Zeitschriftenheft: No. 7. September 1869 / Andree, Karl
    [97]
  • Zeitschriftenheft: No. 8. October 1869 / Andree, Karl
    [113]
  • Zeitschriftenheft: No. 9. October 1869 / Andree, Karl
    [129]
  • Zeitschriftenheft: No. 10. October 1869 / Andree, Karl
    [145]
  • Zeitschriftenheft: No. 11. October 1869 / Andree, Karl
    [161]
  • Zeitschriftenheft: No. 12. November 1869 / Andree, Karl
    [177]
  • Zeitschriftenheft: No. 13. November 1869 / Andree, Karl
    [193]
  • Zeitschriftenheft: No. 14 November 1869 / Andree, Karl
    [209]
  • Zeitschriftenheft: No. 15 November 1869 / Andree, Karl
    [225]
  • Zeitschriftenheft: No. 16. December 1869 / Andree, Karl
    [241]
  • Zeitschriftenheft: No. 17. December 1869 / Andree, Karl
    [257]
  • Zeitschriftenheft: No. 18. December 1869 / Andree, Karl
    [273]
  • Zeitschriftenheft: No. 19. December 1869 / Andree, Karl
    [289]
  • Zeitschriftenheft: No. 20. December 1869 / Andree, Karl
    [305]
  • Zeitschriftenheft: No. 21. Januar 1870 / Andree, Karl
    [321]
  • Zeitschriftenheft: No. 22. Januar 1870 / Andree, Karl
    [337]
  • Zeitschriftenheft: No. 23. Januar 1870 / Andree, Karl
    [353]
  • Zeitschriftenheft: No. 24. Januar 1870 / Andree, Karl
    [369]
  • Zeitschriftenheft: No. 25. Februar 1870 / Andree, Karl
    [385]
  • Zeitschriftenheft: No. 26. Februar 1870 / Andree, Karl
    [401]
  • Nachsatzblatt
    -
  • Hinterer Buchspiegel
    -
  • Hinterer Einband
    -
  • Farbkeil
    -

Volltext

Gustav Müller : Preußisch Littauen und die Littauer . . 59 
Preußisch Littaue 
Eine Skizze von 
Die meisten Littauer beschäftigen sich mit dem Ackerbau , andere mit der Fischerei . Der Betrieb des erstern läßt aller - dings öfters viel zu wünschen übrig . Mit einem Pfluge , der eigentlich nichts weiter als ein starker Dorn oder Stachel ist , ritzt er den Boden bis auf kaum drei Zoll Tiefe und streut die Saat hinein , deren Ertrag dann allerdings kein beson - derer ist . In der Nähe von Memel , das sehr viel rüstige Hände auf seinen Speichern und Holzgärten braucht , wozu die littauischen Männer vortrefflich passen , bearbeiten die Weiber den Boden , und es ist für den Vorübergehenden ein eigentümlicher Anblick , vor einen solchen Pflug , „ Stachntt " genannt , ein Pferd und eine Kuh gespannt zu sehen , die von einer Frau gelenkt werden . 
Die Vortheile einer guten , deutscheu Feldwirtschaft greifen sie entweder nicht oder wollen sie nicht begreifen . Ein Littauer , der nach alter schlechter Weise ackerte , hatte zum Grenznachbar einen tüchtigen deutschen Landmann , dessen Feld immer gut trug , während jenes des Littauers kläglich anzuschauen war . Trotzdem gab er nicht zu , daß der Deutsche den Lohn seiner Arbeit ernte , sondern erwiderte : „ Ja , das ist ein frommer Mann , den segnet Gott . " 
Das Phlegma des littauischen Arbeiters kann die ganze Geduld des deutschen Arbeitgebers herausfordern , und doch , wie alt sind diese Klagen schon ! „ Wenn sie für sich arbei - ten , verrichten sie es mit Fleiß ; wenn sie ihr eigenes Korn schneiden , so wissen sie sich wohl zu bücken , geschwind uud gleich mit der Sichel zu schneiden , damit sie keinen ungleichen und hohen Stoppel lassen , auch das Gras kurz an der Erde abzuhauen , allein , wenn sie im Schaarwerk oder sonsten bei uns Deutschen als Gärtner , Knechte und Mägde ums Lohn , oder als Erbetene umsonst arbeiten , wissen sie sich wohl zu schonen und nicht zu übereilen . Wenn man auf ihre Arbeit nicht genau Achtung giebt , hat man nnverleidigen Schaden . Es wird der Acker übel gepflüget und geegget , der Stoppel am Getreide wird hoch gelassen , das Getreide wird nicht rein zusammengeharkt und sehr übel gebunden , das Gras wird nicht von der Erde abgehauen . Mit einem Wort : Keine Sommer - und Winterarbeit geschieht von den Littaueru bei einem deutschen Wirth tüchtig und fleißig , wenn er nicht bei ihnen vorne und hinten ist . Ja , sie sagen insgemein : Ist doch dieseArbeit nur eine Schaarwerks - Verrichtung ! " 
Die Männer sind sonst geschickte uud anstellige Leute . Ihre Häuser , wie fchon erwähnt , bauen sie ohne Hülfe des Zimmermanns , Schlitten und Wagen machen sie sich selber . Oft sind der Aermeren Wagen ohne ein Stückchen Eisen . Daher man im Sprüchwort sagt : „ Der Littauer reitet in den Wald und kommt zu fahren heraus ! " Stränge , Sielen , Zäume und Stricke machen sie sich selber . 
Die Weiber und Mädchen beschäftigen sich mit Spinnen und Weben , denn ganz besonders hoch wird ein Vorrath von Handtüchern , Hemden , Hosenbändern und Eggen , die als Hochzeitsgeschenk gebräuchlich sind , gehalten , allerliebste , viel - farbige Muster geben sie den Eggen und Hofenbändern ( Pakeles ) . Giebt man ihnen Seide , Gold - und Silber - fäden dazu , so stellen sie ein tadelloses Gewebe davon her . 
Die Speisen sind einfach , oft schlecht und ungesund . 
und die Littauer . 
Gustav Müller» 
Meistens trifft auch noch für unsere Zeit die Schilderung des Mannes zu , der sich vor mehr denn 150 Jahren so darüber ausließ : „ Alles Brot der Littauer wird durch die Handmühlen gemahlen , sowohl das Weizenbrot als die Fladen , die sie Plön es nennen ; diese beschmieren sie mit Grütze , Glumse oder Hanfsamen . Sie haben noch andere Fladen , welche Plyckai heißen , die sie mit Butter , Schmalz oder Schmand beschmieren , und wie die Kielken ( Klöße ) im Kessel kochen , gemeinlich , wenn zum ersten Male gepflügt wird ; sie nennen dieselben Pfannkuchen ( Pautieues ) . Ihre Stritzel , welche Piragai heißen , sind von Weizenmehl ge - backen . Ihr gemeines Brot ist aus Korn gebacken . Der Vermögenden Brot ist fein klein , durch ein dichtes Bastsieb gesichtet . Bisweilen ist das Brot so groß , daß sie nur vier derselben von einem Scheffel Mehl backen . Die Armen essen sehr schlechtes und grobes Brot von ungewürfeltem Korn , zu dem sie noch bisweilen Hafermehl thun , wenn der Vorrath gering ist und damit sie viel Personen , so oft in nicht ge - ringer Anzahl in einem Hause sind , erhalten können . Es ist meistens so schlecht , grob und speiligt , daß es mancher Hund nicht fressen will . Sie haben kleine Geküch - und gar einige Obstgärten , darinnen die Bäume so dicht und nahe an einanderstehen , daß sie nicht wohl wachsen können ; man wird auch selten zehn Aepfel - oder Birnbäume , so nur schlechter Art sind , es sei denn , daß sie von den Deutschen was Gutes erhalten , darin finden . In ihren Geküchgärten haben sie allerhand , doch weniges Gemüse , als Rüben , Möhren , Pa - stinak , Zwiebeln , Knoblauch , Kumst und selten Braunkohl , rothe Benten , von deren Wurzeln und Blättern sie ein saures Gemüse machen , welches Barszczei heißet . Sie haben noch ein sonderliches Zugemüse und Gericht , welches sie am liebsten essen , und das so gemacht wird : Sie nehmen Hafer - mehl , legen Sauerteig hinein , lassen das Mehl durch ein Sieb , kochen es dann mit etwas eingestreutem Salz zu einem dicken Brei , den sie warm und kalt , mit und ohne Milch essen . Dieses Gericht nennen sie Kissielus und halten von selbigem so viel , als die Dänen von ihrer dickgekochten Grütze , darin sie viele Stückchen Butter legen und in die heiße Grütze kaltes Bier gießen , so den meisten von ihnen appetitlicher und niedlicher ist als eine Pastete . 
Alle Speisen sind sehr gesalzen . Den Magen des ge - schlachteten Schweins stopfen sie mit gehacktem Fleisch ; dieses nette Essen nennen sie Skillandis , von „ Skilwys , der Magen . " Wenn sie ein Schwein schlachten , bitten sie ihre guten Freunde zum Gastmahl , welches von ihnen Skerstn - wes genannt wird , von Skersti , ein Schwein schlachten . Zu diesem Mahle backen sie Fladen , Ragaiszin , welche sie mit Schweinefett begießen . 
Grobes Salz ist ihr einziges Gewürz , wiewohl etliche Wohlhabende auch Pfeffer gebrauchen . Sonst sind unsere Littauer sehr gefräßige Leute , als die einen rechten Wolfs - Hunger haben . Wenn man meint , sie werden aufhören , so fangen sie erst recht zu essen an . Insonderheit geht's über das liebe Brot her . Wenn sie nur die Augen des Morgens aufthun und aufgestanden sind , sprechen sie stracks : „ Düksz walgyt , gieb Essen ! " Ja sie haben ein Sprüchwort : 
8 *
	        

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