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Über ein althochdeutsches Schlummerlied

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

CC BY: Namensnennung 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Bibliographische Daten: Über ein althochdeutsches Schlummerlied

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-714849
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714849
Persistenter Identifier:
BV046933380
Titel:
Chronik der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin
Untertitel:
für das Rechnungsjahr ..
Erscheinungsort:
Goslar
Erscheinungsjahr:
1888
Lizenz:
Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0)
Sammlung:
Universitätsgeschichte > Humboldt-Universität zu Berlin
Wissensgebiet:
Institutions- und Universitätsgeschichte

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-712973
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-712973
Persistenter Identifier:
1603978351370
Titel:
Chronik der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, 23.1909
Erscheinungsjahr:
1909
Signatur:
AL 50710 C557
Sammlung:
Universitätsgeschichte > Humboldt-Universität zu Berlin

Zeitschriftenartikel

Strukturtyp:
Zeitschriftenartikel
Titel:
I. Akademische Behörden.
Sammlung:
Universitätsgeschichte > Humboldt-Universität zu Berlin

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Über ein althochdeutsches Schlummerlied
    [1]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel: Aus der Bibliothek der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. 1865
    -
  • Vorsatzblatt
    -
  • Titelseite
    [1]
  • Kapitel
    [3]
  • Tafel
    -
  • Nachsatzblatt
    -
  • Hinterer Buchspiegel
    -
  • Hinterer Einband
    -
  • Farbkeil
    -

Volltext

I 
304]5 
Da dieses als ein Zeichen hohen Alterthumes gelten kann, trug ich 
Scheu es in uuolfe zu ändern. 
Durch die Stelle uuerit — themo uuolfa vermögen wir auch für den in den 
Sitzungsber. Bd. 25, pag. 313 von dem Herrn Vicepräsidenten der k. Akad. der 
Wissenschaften, v. Karajan veröffentlichten Hirtenspruch eine sinnfördernde 
Leseart zu gewinnen. Die Stelle lautet dort: „Christ uuart gaboren er uuolf ode 
diob." Die ersten drei Worte: „Christ uuart gaboren“ sind, wie es scheint, un­ 
verändert als Weihnachtsgruss der Hirten aufrecht zu erhalten. Wie man 
sich zum Osterfeste mit „Christ ist erstanden“, so scheint man sich zur Weih­ 
nachtsfeier mit „Christ ist geboren“ gegrüsst zu haben (cnf. mein Epiphania, 
pag. 27, Anmerk. 53). Eine Weihnachtshomilie Leo des Grossen beginnt mit dem 
Jubelgrusse: „Salvator noster, dilectissimi, hodie natus est, gaudeamus!“ 
(S. Leo. 1 461. op., pag. 16, Venet. 1748) und diese ist auch in die von Paul 
Warnefried auf Karl des Grossen Geheiss veranstaltete Sammlung von Homilien 
für den Klerus des Reiches, unter die Weihnachts-Festpredigten ausgenommen 
worden (Homiliarius fol. 17. 5. Basel 1506). In ähnlicher Weise die weitver­ 
breiteten Weihnachtslieder: „Uns ist geborn Emanuel" „Ein Kintlein ist ge­ 
boren“ (Hoffmann v. Fall ersleben, Geschichte des deutschen Kirchen­ 
liedes pag. 164, 165; cnf. pag. 170, 197, 2. Ausgabe). Besonders entspre­ 
chend erscheint ein solcher Gruss im Munde jener, denen die Engel zuerst die 
frohe Kunde brachten, in dem der Hirten, die auch in den Weihnachtsmysterien 
sprechend eingeführt werden (siehe Mysterie aus einer Freisinger Handschrift 
S. XI bei Du Meril orig. lat. d. theat. pag. 161, und auch bei Weinh old, 
Weihnachtsspiele pag. 62). In Rouen wurde am Weihnachtsabende nach dem 
Te Deum das „Officium pastorum“ abgehalten, wobei die Anbetung der Hirten 
kirchlich schaugestellt wurde. Hier traten die Hirten, die Verse: „pax in terris 
etc.“ singend, durch das grosse Thor des Chores ein (Martene. De aut 
Eccl. ritib. 3, 96 d seq., Antwerp.). Ähnlich in den Kirchenliedern: „Quem 
pastores laudavere" (Daniel, Hymn. 1, 330 und Hoffmann v. Fallersleben, 
Geschichte d. deutsch. Kirchenliedes, pag. 343). „0 pastores currite, gregem 
vestrum sinite deum verum cernite“ (Weihnachtshymnus, S. XV. — Mone, latein. 
Hymn. des Mittelalters 1, pag. 66; und Kehrein, katholische Kirchenlieder, I, 
196 ff.). Wie nun der Pfarrherr am Vortage des Weihnachtsfestes in die Häuser 
seiner Parochialen trat, und mit den Worten: „Pax huie domui" u. s. w. diese 
segnend mit Weihwasser besprengte (Martene. „de antiqu. Eccl. ritib.“ 3, 
89, e edit. Antwerp.), ebenso scheinen zur Weihnachtszeit die Hirten mit dem 
Spruche: „christ uuart gaboren“, „uuerit uuolf ode (ode, hier im Sinne des 
mittelalterlichen lateinischen vel, e t,) diob“ u. s. w. durch’s Dorf gegangen zu 
sein, denn in dieser Zeit, in der der Rauchnächte (25. Decemb. bis 6. Jänn. cnf. 
mein Epiphania, pag. 5, Anm. 12), überhaupt im Glauben des Volkes eine 
spuekhafte, fällt die Brunstzeit der Wölfe wo diese sich in Rudeln sammeln, und 
noch am Ende des XVI. Jahrhunderts wurde zu Wien im St. Stephansdome in 
der Mitternachtsstunde (während einer der Rauchnächte) der Wolfssegen abge­ 
halten. Einen Wolfssegen aus dem XV. Jahrhunderte gibt v. Kobel: „ich treib 
heut aus in unser lieben Frauen Haus, in Abrahams Garten, der liebe Herr St.
	        

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