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Streitfall Stadtmitte

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Nutzungslizenz

CC BY-NC-SA: Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

fullscreen: Streitfall Stadtmitte

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-712797
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-712797
Persistenter Identifier:
BV046787356
Titel:
Streitfall Stadtmitte
Untertitel:
der Berliner Schloßplatz
Autor:
Binder, Beate
Erscheinungsort:
Köln [u.a.]
Verlag:
Böhlau
Erscheinungsjahr:
2009
Beschreibung:
Sozial- und Kulturanthropologie#Raumforschung
Signatur:
LB 72000 B612
Zusätzliche Information:
Literaturverzeichnis: Seite [305]-327
Lizenz:
Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Raumforschung

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
Kontexte. Perspektiven. Zugänge
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
4. Zugänge I: Raum, Geschichte und städtischer Wandel im Kontext sozialwissenschaftlicher Theorieansätze
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Streitfall Stadtmitte
    [5]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel
    -
  • Titelseite
    [1]
  • Titelseite
    [3]
  • Sonstiges: Zitat
    [5]
  • Leerseite
    [6]
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt
    [7]
  • Vorwort
    [11]
  • Kapitel: Ausgangspunkte
    13
  • Kapitel: Kontexte. Perspektiven. Zugänge
    31
  • Kapitel: 3. Berlin. Eine Stadtlandschaft im Umbruch
    31
  • Kapitel: 4. Zugänge I: Raum, Geschichte und städtischer Wandel im Kontext sozialwissenschaftlicher Theorieansätze
    45
  • Kapitel: 5. Zugänge II: Theoretische Perspektiven
    59
  • Kapitel: 6. Zugänge III: Forschungsverlauf und Analysestrategien
    93
  • Kapitel: Repäsentationen. Praxen. Verhandlungsräume
    113
  • Kapitel: Ausblick
    291
  • Anhang
    305
  • Werbung
    328
  • Hinterer Buchspiegel
    329
  • Hinterer Einband
    330
  • Farbkeil
    331

Volltext

Zugänge I: Raum, Geschichte und städtischer Wandel 
von Raum, den Blick auf soziale Aushandlungsprozesse zu richten und die Prozesse 
der Konstituierung von lokalen Gemeinschaften herauszustellen. Gemeinschaften 
sind nicht »gegeben«, quasi naturgemäß vorhanden, sondern werden immer wieder 
hergestellt.‘® Hierin besteht ja die eigentliche Zumutung der Spätmoderne, dass die 
Verbindlichkeiten von Regelwerken und Traditionen wie von Zugehôrigkeiten immer 
wieder ausgehandelt werden müssen.“ 
Das öffnet ein Forschungsfeld, das erlaubt, nach den Diskontinuitäten und Kontin- 
genzen im play of culture/history zu fragen, eben weil bewusst bleibt, dass im Dienst 
der Kapitalakkumulation und der politics of culture/history gespielt wird. Der Einsatz 
ist hoch. Gespielt wird darum, wer Räume besetzen, nutzen kann, wer dazugehôrt, 
wer die soziale Hegemonie erringt und hilt.” Wenn man aus dieser Perspektive nach 
dem Verhältnis von Raum und Geschichte und nach der Refiguration spätmoderner 
Städte fragt, fragt man zugleich nach sozialen Praxen der (auf Räume bezogenen) 
Bedeutungsproduktion: Wie wird — real — Ortsbezogenheit hergestellt? Ich schlage 
vor, die Dichotomie zu überwinden zwischen einer im Raum abgespeicherten oder 
verborgenen authentischen Geschichte, die, wird sie nur sichtbar gemacht, Identität 
stiftende Prozesse in Gang setzt, einerseits und der Inszenierung unauthentischer Ge- 
schichtsbezüge andererseits, die, nur weil sie Vermarktungsperspektiven eröffnet, allein 
als Ästhetisierungsstrategie angeprangert wird. Ich schlage auch vor, die Vorstellung 
einer ursprünglichen, quasi natürlichen Verbindung von Raum und Geschichte zu 
überwinden. Statt die Grenze zwischen Authentischem und Unauthentischem von 
vorneherein festzuschreiben und von einer (spätmodernen) Verlusterfahrung auszu- 
gehen, halte ich es für produktiver, nach den Handlungsräumen fragen, die durch 
Bezugnahme auf Geschichte und die Etablierung historischen Wissens geschaffen 
werden. Sie stehen im Mittelpunkt meiner Überlegungen. Es ist sicherlich möglich, 
zwischen authentischer und unauthentischer Geschichte, zwischen einer legitimen, 
weil »natürlichen«, Bezugnahme und illegitimen Inszenierungen von Geschichte zu 
unterscheiden. Doch in meinen Augen ist diese Grenzziehung selbst Gegenstand wie 
Produkt von Verhandlung und politischer Auseinandersetzung: Sie wird geschaffen in 
realen Kontroversen.?! 
Ich schlage also vor, zwei zusammenwirkende Entwicklungen analytisch mitein- 
ander zu verbinden. Die Produktion von Raum in dieser Weise betrachtend, entgeht 
mir nicht, dass die Strategien des Imageneering machtvoller Teil der Verfahren sind, 
Damit ging der heuristische Wert dieser idealtypischen kategorialen Trennung verloren, auch 
a wenn diese wegen der dichotomen Gegenüberstellung grundsätzlich problematisch ist. 
Appadurai (1996): Production of Locality. 
o Giddens (1993): Tradition. 
Jacobs (1998): Staging Difference, 256, unterscheidet zwischen play of difference und politics of 
difference. 
Zumal, wie auch Sharon Zukin (1992) anmerkt, die Initiatoren solcher Prozesse häufig von 
»auften« kommen und gerade nicht biographischen Erfahrungen mit Raum verbinden, sondern 
Verbinduneslinien zur Vergangenheit erst herstellen, um sie nutzen zu können. 
57
	        

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