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Globus, 13.1868

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

fullscreen: Globus, 13.1868

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-716263
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-716263
Persistenter Identifier:
BV048245740
Titel:
Die Geschenke des kleinen Volkes - KHM 182 - eine vergleichende Untersuchung
Autor:
Greverus, Ina-Maria
Erscheinungsort:
Marburg
Erscheinungsjahr:
1956
Beschreibung:
Sozial- und Kulturanthropologie#Kunst und Wissen
Signatur:
Gre 7.1
Lizenz:
Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)
Sammlung:
Allgemeiner Bestand
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Kunst und Wissen

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
II. Abgrenzung der Begriffe Sage und Märchen
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
4. Die Jenseitigen in Märchen und Sage
Sammlung:
Allgemeiner Bestand

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
    -
  • Globus, 13.1868
    [III]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel
    -
  • Vorsatzblatt
    -
  • Vorblatt
    [I]
  • Titelseite
    [III]
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis
    [V]
  • Zeitschriftenheft
    [1]
  • Zeitschriftenartikel: Die Stadt Kuka in Bornu / Gerhard, Rohlfs
    [1]
  • Zeitschriftenartikel: Die neuesten Ansichten über das Fortrücken der Gletscher. I. / H., Birnbaum
    6
  • Zeitschriftenartikel: Aus dem Kriegerleben der Abyssinier / A.
    8
  • Zeitschriftenartikel: Die hohe Pforte in Konstantinopel und ihre Säulen / Hermann, Vambery
    15
  • Zeitschriftenartikel: Die Umwandelung in der Sprache bei uncivilisirten Völkern / A.
    18
  • Zeitschriftenartikel: Von Panama nach Acapulco / Theodor, Kirchhoff
    20
  • Zeitschriftenartikel: Die Zustände der Menschen im Steinzeitalter, verglichen mit jenen der jetzigen wilden Menschenracen
    23
  • Zeitschriftenartikel: Die Ermordung des Missionärs Baker auf den Fidschi-Inseln
    25
  • Zeitschriftenartikel: Affen und Menschen
    26
  • Zeitschriftenartikel: Aus allen Erdtheilen
    27
  • Zeitschriftenheft
    [33]
  • Zeitschriftenheft
    [65]
  • Zeitschriftenheft
    [97]
  • Zeitschriftenheft
    [129]
  • Zeitschriftenheft
    [161]
  • Zeitschriftenheft
    [193]
  • Zeitschriftenheft
    [225]
  • Zeitschriftenheft
    [257]
  • Zeitschriftenheft
    [289]
  • Zeitschriftenheft
    [321]
  • Zeitschriftenheft
    [353]
  • Nachsatzblatt
    -
  • Hinterer Buchspiegel
    -
  • Hinterer Einband
    -
  • Farbkeil
    -

Volltext

H . Birnbaum : Die neuesten Ansic 
Gletscher finden wir in der „ Beschreibung der helvetischen Eisberge " , welche der naturforschende Reisende Ä . G . Alt - mann 1751 herausgegeben hat . In ganz gleicher Weise sprach sich auch Gruner in seiner 1760 erschienenen Schrift — „ Die Eisgebirge des Schweizerlandes " — aus . Beide waren der Meinung , daß diese Bewegung dnrch den gewal - tigen Druck der großen Eismasse längs der geneigten Thal - bahn bewirkt werde . Hiermit stimmte auch H . B . de Saus - sure , der geistreiche Erforscher der hohen Alpenwelt , über - ein , fügte aber noch eine zweite wahrscheinliche Ursache hinzu , welche darin bestehe , daß die ununterbrochen thätige Erd - wärme ein fortwährendes Schmelzen der untern und seitlichen Gletscherflächen bewirke , wodurch die Bewegung nach unten eine Haupthülfe erhalte . Er trat damit 1769 in einer be - sondern Schrift hervor und bildete so die erste Theorie des Gegenstandes , welche dann später in den eifrigen Vergreisen - den Kuhn , Hngi , Merian begeisterte Anhänger faud . Lange Jahre hindurch galt die Sanssnre'sche Auffassung für die allein richtige , und alle Forschung verfolgte den Zweck , die Wahrscheinlichkeit zu einer unzweifelhaften Gewiß - heit zu bringen . 
Da trat der Schotte Fordes auf und brachte durch seine unbefangenen selbständigen Untersuchungen neues Leben in die Erklärung des Gegenstandes . Seine 1842 auf dem Moutanvert angestellten Messungen gaben erst eigentlich Licht über die Art und Größe des Fortrückens der Gletscher . Durch unermüdlich fortgesetzte scharfe Ausmessungen fand er das durchschnittliche tägliche Fortrücken des untern Glet - schers 16 , 7 Zoll , während dasselbe oben in der Nähe des Firns nur 10 , 2 Zoll betrug . Auch war er der Erste , wel - cher durch wirkliche Messung herausbrachte , daß sich die Eis - masse in der Mittlern Oberfläche rascher bewege als an den Seitenwänden . Um dieselbe Zeit war auch Agassiz emsig bemüht , den Aargletscher eben so genau zu erforschen ; hier betrug das durchschnittliche tägliche Borrücken 14 , ? Zoll , und er erkannte schon eine laugsamere Bewegung im Winter als im Sommer ; auch schien ihm ein ähnlicher Unterschied zwi - schen dem Fortrücken bei Nacht und bei Tage zu bestehen . In gleicher Weise nahm damals auch Hugi Messungen am Grind elwaldglets cher vor und fand hier das durchschnitt - liche tägliche Vorrücken 12 bis 14 Zoll . 
Durch diese genauere Erforschung überzeugte man sich aber , daß die Sanfsnre'sche Erklärung nicht mehr ausrei - chen wollte . Es war allerdings nicht zu leugnen , daß der mächtige Druck von oben ein Haupthebel des Hinabrückens bilde , iudeß war damit noch nicht erklärt , wie die starre Eismasse sich schmiegen und biegen könne , um alle Windungen des Thalbettes ausfüllen und verfolgen zu köu - nen ; wie es dadurch möglich fei , daß sich der Gletscher durch Engen hindurchzwänge und gleich hinterher wieder ausdehne , wenn die Erweiterung des Bettes dazu die Gelegenheit gäbe . Noch weniger war dadurch zu erklären , warum die compacte Eismasse in ihrer Mitte sich geschwinder bewege , als an den Seitenwänden und aus dem untern Boden . Forbes versuchte nun wieder zuerst eine neue Theorie aufzustellen . Er meinte , daß die Messungen und Beobachtungen der Glet - scherbewegung zu der Annahme drängten , daß dabei ein wirk - liches Fließen stattfinde . Man könne allerdings dem Eise , soweit man dasselbe bisher kennen gelernt habe , die Eigen - schast des Fließens nicht beilegen , aber es sei dies auch ein Begriff , wozu eine ganz neue Thatsache unwiderstehlich nöthige , und da es überhaupt möglich sei , die Zähflüssigkeit bis ins Unendliche sich immer mehr und mehr in Abnahme begriffen orzustellen , fo wäre eigentlich kaum ein Stoff zu denken , dem left Eigenschaft gänzlich fehle . Er nahm also an , daß das 1 r Gletscher eine zähflüssige Materie fei , und 
en über das Fortrücken der Gletscher . 7 
erklärte daraus mit kühnen Griffen alle Erscheinungen dieses wunderbaren Naturphänomens . 
Agassiz schloß sich im Allgemeinen der Forbes'schen Hypothese an , wich aber doch in vielen Punkten davon ab . Er war ein zu gewissenhafter , selbständiger Forscher , als daß er sich dazu verstehen konnte , seine aus Thatsachen gestützte Anschauung einer bloßen Idee unterzuordnen , welche zu ihrer Begründung wenig mehr für sich habe , als die Nothwendig - keit , einen endlichen Erkläruugsgrund aufstellen zu müssen . Alles , was Forbes und Andere herausgefunden hätten , deute allerdings mit Entschiedenheit darauf hin , daß das Vorrücken der Gletscher eine große Aehnlichkeit mit dem Fließen einer zähflüssigen Materie besitze , aber es vertrage sich doch nicht mit der Vorsicht eines gründlichen Naturkundigen , nun gleich die Behauptung auszusprechen , daß der Schein eine unum - stößliche Wahrheit sei . In den oberen Regionen zeige sich in der heißen Jahreszeit die Gletschermasse allerdings als eine aus Wasser , Schnee und Eis zusammengemengte zäh - flüssige Materie , hier habe die Ansicht Forbes' ihre volle Be - rechtiguug . Aber in den unteren Partien , wo Alles eine starre , compacte Eismaffe ausmache , könne unmöglich von einer Zähflüssigkeit die Rede sein . Er wies daraus hin , daß der Act des Schmelzens bei keinem Gletscher je aufhöre , daß derselbe in feinem Innern und feiner Grundfläche Jahr aus Jahr ein eine Temperatur von 0° bewahre , wie Bohrversuche und jahrelange Beobachtung nachgewiesen hätten . Regen und Schmelzwasser gehe durch die Spalten und Haarröhr - chen des Gletschereises flüssig hindurch und treibe mit seinem bekannten mächtigen hydraulischen Drucke die Eismassen in die Tiefe und zur Seite , wodurch recht gut eine Erscheinung erklärlich fei , die mit dem Fließen des Ganzen Aehnlichkeit habe . Für diese Ansicht stimme auch die auf Ausmessung gestützte Thatsache , daß das Vorrücken der Gletscher jedesmal im Frühjahre bei plötzlichem heftigen Thanwetter am größ - ten sei , und daß dasselbe im Sommer nach andauerndem Regensich immer größer erwieseu habe , als während längerer Dürre . Und wenn mitten im Winter auch das Minimum des Thauens und Vorrückens liege , so sei dasselbe der Ersah - rnug nach doch nie Null . 
Diefe neue Auffassung des Gegenstandes stimmte genau mit der Wahrnehmung im alltäglichen Leben überein . Wer nur irgend einmal eine Wanderung über den Gletscher ge - macht hat , erinnert sich der hier beständig herrschenden Was - serbildung und Wasserthätigkeit , wie diese Flüssigkeit sich zu kleinen Rinnen und Pfützen , zu größereu Bächen und Tei - chen ansammelt , den Berg hinabrieselt , plätschert und strömt , wie dieselbe an einigen Stellen brausend und schäumend sich in die Eisspalten ergießt und dem wildtosenden Flußquell tief unten den nie aufhörenden Zuwachs giebt . Auf dem Mer de Glace bildet dies Schmelzwasser fogar kleine Seen , denen die Volksmeinung Heilkräfte andichtet , wenigstens be - haupteu die Führer , daß felbst die erhitzten Reifenden von diefem eiskalten Wasser sich ohne Schaden fatttrinken könn - ten . Das poröse Gefüge der Gletschermasse scheint sich überall mit dem Schmelzwasser gesättigt zu haben und darin sestzn - - stehen , aber ein Blick unter das schaurige Eisgewölbe läßt sogleich erkennen , daß das ununterbrochene starke Herabtrau - seu hauptsächlich dem Durchsickern zuzuschreiben sei . 
Man erkennt anch übrigens eine gewaltige Thätigkeit in dem anfangs starr und tobt scheinenden Kolosse . Es bilden sich fortwährend nene Risse und Spalten mit einem eigen - thümlichen lauten Krache , Bruchstücke lösen sich in dem Ge - wölbe der untern Fläche los und stürzen mit dumpfem Don - nergetöfe in die unterirdischen Finthen des Gletscherstroms . Auch hört man , wie in der Ferne Lawinen aus die oberen Gletscher fallen und ein andauerndes Gewitterrollen erzeugen .
	        

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