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Globus, 5.1864

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Objekt: Globus, 5.1864

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-715865
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-715865
Persistenter Identifier:
BV048394334
Titel:
Zwanzig Jahre Krüppelfürsorge im Oscar-Helene-Heim für Heilung und Erziehung gebrechlicher Kinder
Untertitel:
Zentral-Forschungs- und Fortbildungsanstalt für die Krüppelfürsorge in Preußen und im Deutschen Reiche, Berlin-Dahlem Kronprinzenallee 171/173 : eine Festschrift
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Otto Elsner
Erscheinungsjahr:
1926
Beschreibung:
Pädagogik
Medizingeschichte
Signatur:
DT 5000 Z97
Lizenz:
Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Sammlung:
Heilpädagogisches Archiv > Sammlung Hans Würtz > Bücher und Drucke
Wissensgebiet:
Pädagogik
Medizingeschichte

Kapitel

Strukturtyp:
Kapitel
Titel:
8. Das Oscar Helene⸗-Heim als Zentral⸗-Forschungs- und Fortbildungsanstalt für die Krüppelfürsorge in Preußen und im Deutschen Reiche
Sammlung:
Heilpädagogisches Archiv > Sammlung Hans Würtz > Bücher und Drucke

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
    -
  • Globus, 5.1864
    [I]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel
    -
  • Vorsatzblatt
    -
  • Titelseite
    [I]
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis
    [III]
  • Abbildungsverzeichnis: Illustrationsverzeichnis
    [VI]
  • Impressum
    -
  • Zeitschriftenheft
    [1]
  • Zeitschriftenheft
    [33]
  • Zeitschriftenheft
    [65]
  • Zeitschriftenheft
    [97]
  • Zeitschriftenheft
    [129]
  • Zeitschriftenheft
    [161]
  • Zeitschriftenheft
    [193]
  • Zeitschriftenheft
    [225]
  • Zeitschriftenheft
    [257]
  • Zeitschriftenheft
    [289]
  • Zeitschriftenartikel: Das Harzgebirge. II.
    [289]
  • Zeitschriftenartikel: Kulturgeographische Erläuterungen zur Karte von Nordwest-Afrika. II. / Andree, Karl
    299
  • Zeitschriftenartikel: Die Bedeutung der Hausthiere für die Kulturentwicklung der Völker. II. Die Hunde. Das Rind
    305
  • Zeitschriftenartikel: Die Heimath der Bernsteingräber. Ein Ausflug in das preuߟische Polen / Ruß, Karl
    309
  • Zeitschriftenartikel: Neuere Mittheilungen über das Erdbeben in Manila / Birnbaum, H.
    313
  • Zeitschriftenartikel: Charakterskizze der Groߟ-Russen und der Klein-Russen / R., S.
    315
  • Zeitschriftenartikel: Aus allen Erdtheilen
    317
  • Zeitschriftenheft
    [321]
  • Zeitschriftenheft
    [353]
  • Karte: Afrika, Nordwestl. Blatt.
    -
  • Karte: Schleswig
    -
  • Nachsatzblatt
    -
  • Hinterer Buchspiegel
    -
  • Hinterer Einband
    -
  • Farbkeil
    -

Volltext

Die Bedeutung der Hausthiere für die Knltureutwicklung der Völker . 
307 
Guzerat ; diese Spielart wird nicht viel hoher als eine große Heidschnucke . 
Die große Mannigfaltigkeit ist ganz gewiß kein Produkt der bloßen Züchtnng , anf welche bekanntlich die auf niedriger Stufe befindlichen Völker keinen Werth legen , und um welche sie sich auch uicht kümmern . Das zahme Rind ist schon bei Aubeginu der Geschichte vorhanden . Manche Zoologen nehmen Nlit Cnvier an , daß unser zahmes Rind ein Nachkomme des Urstieres ( Bos primigenius ) sei , der einst über Europa weit verbreitet gewesen ist und , , vielleicht " auch in Mittelasien vor - kam . Aber wozu eine solche Ableitung , gegeu welche Manches spricht , nnd die noch heute coutrovers ist ; vou Baer und Pusch habeu sich dagegen erklärt . „ Mit Sicherheit läßt sich unser Hausochs vou keiner der jetzt lebenden wilden Arten ableiten " ( P öp pig , Naturgeschichte des Thierreichs , Leipzig 1851 . 1 , 266 ) . Auf keinen Fall kauu man die Annahme rechtfertigen , daß die zahmen Ninderarten von einem bestimmten Pnukte der Erde und vou Eiuer bestimmten Art herzuleiten seien . Dagegen spricht die ungemein große Mannigfaltigkeit und die äußerer - deutlich weite Verbreitung . Entweder sind von Anfang an schon viele , der Zähmung geneigte Arten vorhanden gewesen , oder viele wilde , mit einander nahe verwandte Species , aus dereu Vermischung die unzähligen Varietäten entsprangen , welche wir jetzt haben . 
Es ist wohl zu beachten , daß jede Hauptsprache eine be - soudere , unterscheidende Benennung für das Hausriud besitzt , als ob jedes Volk für sich , unabhängig von anderen , dasselbe gezähmt hätte ; so im Arabischen , im Sanskrit , in den von diesem unabhängigen Sprachen Indiens , in Hinterindien nnd bei den Malayen . In jenen Ländern , welche das Rind nicht im wilden oder zahmen Zustande hatten , führt es natürlich eine fremde Benennung , so in Südamerika und auf den Philip - pinen eine spanische , in Australien und Neuseeland eine lische . Das Griechische du Iis , das lateinische dos , das ita - lienische bue nnd bove , das spanische buey und das sische boeut' , verrathen ihre Verwandtschaft , wie das platt - deutsche Osse , hochdeutsche Ochs , englische ox . Stier , Kuh und Kalb werden in allen Sprachen unterschiede» ; lateinisch z . B . taurus , vacca , vitulus . Im Gaelischeu heißt die Kuh Marl , das Kalb Laogh , die Färse Atherla , der verschnittene Ochs Damh . Für die Kuh hat man auch Bo , das offenbar vom Lateinischen abgeleitet ist , der Bulle heißt Tarbh . Die ken , diese alten europäischen Ursassen , haben auch ureigene Be - Nennungen für das Rindvieh , das sie schwerlich ans Asien , aus einer phantastischen „ Wiege des Menschengeschlechts " , be - kommen haben . Der Ochs heißt Jdea , die Kuh Beia , der Bulle Ceeeea . Das Sanserit , das Persische und Hindi habeu Gau ( plattdeutsch in manchen Theileu Niedersachsens Kau für Kuh , oder Koh ) . Das Tamil im südlichen Indien hat für Kuh Pascha , der Bulle heißt Uerudi . Im Malayischeu wird das zahme Rind als Lambn bezeichnet , im Javanischen heißt es S api , während die wilde Art B antin g heißt . 
Das zahme Rind ist so alt , wie der Anbeginn der Civili - sation anf unserer östlichen Erdhalbe , und , wie schon angedeutet wurde , sicherlich in sehr vielen Gegenden , die unter sich gar keinen Zusammenhang hatten , gezähmt worden . Nichts lag dem Menschen so nahe , als sich ein so fügsames Thier , welches sich ihm gleichsam von selbst darbot , nutzbar zu macheu . Dazu brauchte mau keine Unterweisung und Anleitung aus der Fremde her . Auf den ägyptischen Denkmälern aus sehr alter Zeit finden wir schon dieselben Rinderarten , die auch heute noch in Aegypten vorkommen ; wir sehen sie weiß , schwarz , roth und gefleckt , mit langen und kurzen Hörnern , und auch ohne Hörner . Wie viele tausend Jahre früher mag das Rind dort schon Hausthier gewesen sein ! In den Pfahlbauten an den Schweizerseen , welche doch mindestens 9000 Jahre alt sind , 
fand man Knochen von zwei Rindvieharten , die vielleicht auch schon zahm waren . 
Das Rind verläßt im wilden oder , wie wir in Südamerika sehen , im verwilderten Zustande seine heimathliche Weide nicht ; es hat theilweise ganz gewiß seine weite Verbreitung durch große Völkerbewegungen gewonnen . Nomaden sowohl wie auswandernde Ackerbauer nehmen das Rind mit sich . Für uns liegt ein Hauptbeweis , daß Amerika mit der alten Welt vor den Zeiten der Entdeckung keinen Zusammenhang gehabt hat , in dem Mangel an zahmen Rindvieh , welches der neuen Welt völlig unbekannt war . Wären die „ Eivilisatoren " Peru's , Merico's und Eeutralamerika's aus der alten Welt eingewau - dert , sie hätten gewiß den Zusammenhang mit ihrer alten Heimath so wenig unterbrochen , wie es später die Spanier gethan haben , nnd gewiß hätten sie das nützlichste aller Haus - thiere mit sich genommen . Der Weg von Amerika nach der alten Heimath war nicht weiter , als jener aus der letztern nach dem erster» . Auch würden dann die Amerikaner eine ganz andere Art von Schiffsbau gehabt haben , als jene , die man zur Zeit der Entdeckung bei ihnen fand . Dem : in offenen Käh - nen kauu man nicht die Südsee aus Asieu uach Peru , und den Atlantischen Oeean von Europa nach Mexico durchschiffen . Doch das hier nur beiläufig . 
Nordamerika hat den Bison nnd den Moschus stier , aber beide sind nicht zu zähme» , si»d und bleiben nrwild , eignen sich auch nicht zur Vermischung mit dem zahmen Rind . Ich weiß sehr wohl , daß man sagt , im vorigen Jahrhundert habe man in Virginien einen gemischten Schlag vom Bison nnd Hausrind gezüchtet ; gewiß bleibt aber , daß von einem solchen keine Spur mehr übrig ist . Das von Europa her eingeführte Rindvieh hat dagegen auf der westliche» Erdhalbe Verhältnisse gefunden , die ihm uugemeiu zuträglich waren und sich iu den Pampas uud auf deu Savaunen in erstaunlicher Weife ver - mehrt . Höruer und Häute uud Talg bilden Hauptausfuhr - waaren des östlichen Südamerika . 
SämmtlichenInseln derSüdsee , also ans dem weiten Räume zwischen Amerika und Asten , fehlte das Rind , das nun auf Neuseeland , in Australien nnd überall , wohin man es ge - bracht hat , vortrefflich gedeiht . Es kauu sich z . B . in Neusüd - wales ohne Beihülfe des Menschen vermehren . Einst verliefen sich fünf Kühe in den „ Busch " ; mehrere Jahre nachher deckte man sie wieder , aber die Heerde bestaud nun aus 15 Häuptern , unter denen auch einige Bullen sich befanden . 
Als die Spanier im Anfange des 16 . Jahrhunderts die unweit von den Küsten Asiens liegenden Philippinischen Inseln entdeckten , fanden sie dort kein Rind ! Sie brach - ten aber dasselbe bald in diese ihre neue Besitzung , doch nicht aus Europa oder Indien , sondern quer über die Südsee ans Amerika , und es gedieh , so daß es jetzt auf jene» : ganzen Archipelagns vom 19 . bis zum 8 . Grade nördlicher Breite gefunden wird , zum Theil verwildert , aber auch so ganz unbelästigt von wilde» Schieren , da Wölfe und Leoparden dort fehlen . Seltsam ! Die Philippinen sind von den Küsten Chiiia's und deu malayischeu Inseln nur durch einen schmalen Meeresraum getrennt und erhielten vou beideu , welche doch das zahme Rind hatten , nicht dieses oder auch Pferd und Büffel , sondern nur den Hund nnd das Schwein . 
Ochs und Pflug sind bei den meisten Völkern beinahe unzertrennliche Begriffe . Denn das Pferd tritt erst spät als Pflugzieher auf und ist in Griechenland nnd Rom nie als solcher verwandt worden ; auch heute ist es in Südeuropa der Ochs hauptsächlich , welchen mau vor den Pflug spannt , und im westlichen Asien , Indien und China sehen wir dasselbe ; auch ist er in Asien und Afrika vorzugsweise Zugthier . In den Kolonien ziehen die germanischen Völker das Pferd , die romanischen den Ochsen vor , gerade wie in Europa auch , und 
39 *
	        

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