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Sexualpathologie, 2, Sexuelle Zwischenstufen

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Bibliographische Daten

Volltext: Sexualpathologie, 2, Sexuelle Zwischenstufen

Monographie

Strukturtyp:
Monographie
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-747823
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-747823
Persistenter Identifier:
BV050155117
Titel:
Kampf um die Scholle
Untertitel:
das Bauernhilfsprogramm der KPD
Herausgeber:
Kasper, Wilhelm
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Internationaler Arbeiter-Verlag
Erscheinungsjahr:
1931
Umfang:
24 Seiten
Beschreibung:
Politik
Signatur:
Fo 52285:59:F4
Lizenz:
Rechte vorbehalten - Zugang nach Autorisierung
Sammlung:
Flugblätter und Flugschriften > Weimarer Republik > Linkes Spektrum
Wissensgebiet:
Politik

Titelseite

Strukturtyp:
Titelseite
Sammlung:
Flugblätter und Flugschriften > Weimarer Republik > Linkes Spektrum

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Sexualpathologie
    -
  • Sexualpathologie, 2, Sexuelle Zwischenstufen
    [III]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel
    -
  • Vorsatzblatt
    -
  • Sonstiges: Vorderumschlag
    -
  • Leerseite
    [I]
  • Titelseite
    [II]
  • Inhaltsverzeichnis
    [V]
  • Kapitel: I. Kapitel: Hermaphroditismus
    [1]
  • Kapitel: II. Kapitel: Androgynie
    93
  • Kapitel: III. Kapitel: Der Transvestitismus
    139
  • Kapitel: IV. Kapitel: Die Homosexualität
    179
  • Kapitel: V. Kapitel: Der Metatropismus
    224
  • Register: Namenregister
    [272]
  • Register: Sachregister
    [274]
  • Werbung
    -
  • Sonstiges: Rückumschlag
    -
  • Leerseite
    -
  • Nachsatzblatt
    -
  • Hinterer Buchspiegel
    -
  • Hinterer Einband
    -
  • Farbkeil
    -

Volltext

100 
II. Kapitel: Androgynie 
Brustdrüsen, Gebärmutter und Begattungsapparat, stehen beim vermännlichten Weib 
chen in ihrer Entwicklung still oder erfahren sogar eine R ü c k.b i 1 d u n g. 
Die Körperformen werden ausgesprochen männlich; das weiche, geschmeidige 
Haarkleid des Weibchens schwindet und macht dem groben, struppigen Haar des 
Männchens Platz. „Das ganze Aussehen gleicht dem des ausgewachsenen normalen 
Männchens; in bezug auf Robustheit und die Größe des Kopfes wird dieses sogar 
übertroffen.“ Ähnlich ist es mit der Wandlung der Psyche: „Die maskulierten 
Weibchen erhalten ausgeprägt männlichen Sexualtrieb; sie 
unterscheiden sofort ein nichtbrünstiges von einem brünstigen Weibchen. Sobald sie 
ein solches aufspüren, verfolgen sie es unaufhörlich, umwerben es leidenschaftlich und 
springen auf. Normalen Männchen gegenüber benehmen sie sich mit männlicher 
Eigenart.“ Das Zentralnervensystem ist also bei den vermännlichten Weibchen 
„männlich erotisiert". 
Prof. Brandes, Direktor des Zoologischen Gartens in Dresden und Dozent 
an der Tierärztlichen Hochschule daselbst, hat entsprechende Geschlechtsumwand 
lungen bei höheren Säugern, und zwar bei Damhirschen, vorgenommen. Er schreibt 
mir darüber: 
„Wir haben vor etwa einem Vierteljahr den Hoden eines Damhirsches in die 
Weiche eines weiblichen Damtieres eingepflanzt und dessen Ovarien herausgenommen 
und diese dann dem Hirsch eingepflanzt. Beide Tiere waren selbstverständlich noch 
ganz jung. Jetzt zeigt sich bereits bei beiden die Umwandlung. Das frühere Weib 
ehen zeigt deutliche Ansätze zu einem Geweih, es zeigt den sonst nur dem männ 
lichen Tier eigenen Adamsapfel, und vor allem fängt es auch an zu 
springen, wie sonst nur die Hirsche tun. Umgekehrt läßt der frühere 
Hirsch jeden Geweihansatz vermissen, ebenso ist von dem Adamsapfel keine Spur zu 
sehen. Dafür sind aber sonderbarerweise schon die Milchdrüsen vorhanden, die bei 
den Weibchen erst entstehen, wenn Junge da sind.“ 
Steinach nimmt nach seinen Befunden an, daß die gesamte Anlage des Organis 
mus indifferent, asexuell aufzufassen ist. Erst wenn sich die zuänchst in 
differente Geschlechtsdrüse zu differenzieren beginnt, entscheidet sich das Geschlecht 
des Embryo. Entwickelt sich im indifferenten Embryo eine männliche Pubertäts 
drüse, so entseht ein männliches Individuum. Entwickelt sich eine weibliche Puber 
tätsdrüse, so entsteht ein weibliches Individuum. Ist die Differenzierung 
nicht so scharf durchgeführt, indem nebeneinander männ 
liche und weibliche P u b e r t ä t s z e 11 e n vorhanden und wirk 
sam sind, so entstehen sexuelle Zwischenstufen, Vermischungen 
der männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmale. 
Soweit waren die Steinachschen Forschungen gediehen, bei deren chronologischer 
Wiedergabe ich mich zum Teil auf eine übersichtliche Arbeit des Berner Physiologen 
Dr. Alexander Lipschütz in der „Umschau“ gestützt habe, als der Krieg aus 
brach. Wie alle wissenschaftlichen Arbeiten, erlitten auch die hier vorliegenden zu 
nächst eine jähe Unterbrechung. Im Verlauf des Jahres 1916 hat aber Prof. Steinach 
zwei weitere Arbeiten veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß er seine Studien auch 
im Kriege keineswegs völlig ruhen ließ, sie vielmehr noch weiter gefördert 
und in beachtenswerter Weise bereichert hat. 
Als ich Steinach im Winter vor dem Kriege in seinem Wiener Forschungsinstitut 
im Prater auf suchte und mir von ihm seine Versuchstiere und Präparate zeigen ließ, 
bemerkte ich, daß es von hohem Wert sein würde, wenn er kastrierten Tieren einmal 
gleichzeitig Hoden und Eierstockgewebe einpflanzen und dann das 
Verhalten der in solcher Weise hermaphrodisierten Lebewesen beobachten 
würde. Damals teilte mir Steinach mit, daß er sich selbst schon mit diesem Gedanken 
beschäftigt hätte und ihn bald zu verwirklichen gedenke. Das Ergebnis dieser neuen 
Versuchsreihen legte der verdienstvolle Wiener Gelehrte am 11. Mai 1916 in der 
Sitzung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Kaiserlichen Akademie
	        

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