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Curare, 38.2015

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Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

CC BY-SA: Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliographische Daten

Volltext: Curare, 38.2015

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-714783
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714783
Persistenter Identifier:
BV039673911
Titel:
Zeitschrift des Vereins für Volkskunde
Untertitel:
neue Folge d. Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft
Weitere Titel:
Verein für Volkskunde <Berlin>: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Behrend [[1906-1924]], Verein für Volkskunde, Berlin
Erscheinungsjahr:
1891
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-708058
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-708058
Persistenter Identifier:
DE-11-001674553
Titel:
Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 29/34.1919/24
Erscheinungsjahr:
1919
Signatur:
LA 8000-29/34
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
Neunundzwanzigster Jahrgang: 1919
Sonstige Person:
Boehm, Fritz
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Curare
    -
  • Curare, 38.2015
    [U1]
  • Zeitschriftenheft: Vol. 38 (2015) 1+2: Selbstreflexion im Kontext medizinethnologischer Langzeitfeldforschung/Self-reflection in the Context of Long-term Field Research in Medical Anthropology / Strauss, Annika
    [U1]
  • Zeitschriftenheft: Vol. 38 (2015) 3: Local Lifeworld and Global Mental Health - Perspectives from Medical Anthropology/Lokale Lebenswelten und globale seelische Gesundheit - medizinethnologische Perspektiven
    [U1]
  • Zeitschriftenheft: Vol. 38 (2015) 4: AGEM und 60 Jahre "Interdisziplinäres Arbeitsfeld Ethnologie und Medizin" Teil II. AGEM looking at 6 Decennia of Interdisciplinary Discourses in "Anthropology and Medicine," Part II / Schröder, Ekkehard
    [U1]
  • Titelseite
    [U1]
  • Impressum
    U2
  • Inhaltsverzeichnis: Inhalt / Contents Vol. 38 (2015) 4
    249
  • Autorenindex: Die Autorinnen und Autoren in Curare 38(3015)4
    251
  • Sonstiges: Eine Begegnung mit dem Khambo Lama im Gandan-Kloster in Ulaanbaatar 1960. Zum Titelbild / Brand, Peter
    252
  • Vorwort: 60 Jahre Znterdisziplinäres Arbeitsfeld Ethnologie und Medizin Il: Transdisziplinäre Aspekte. Editorial [mit einem eingeschlossenen Mizellen-Reprint von Alfred Dileck (Gefahren der Feldforschung) aus Curare 1985, 4] / Schröder, Ekkehard
    255
  • Vorwort: "Ethnomedizin quid es et quo vadis?" Medizinethnologische Editorials der Curare-Jahrgänge 4(1981) bis 14(1991) in ausgewählten Reprints
    259
  • Zeitschriftenartikel: Auf dem Weg in eine defensive Psychotherapie. Nach den Ärzten droht auch den Psychotherapeuten eine Überregulierung ihrer Arbeit / Schmidbauer, Wolfgang
    275
  • Zeitschriftenartikel: Dimensionen von "Krankheit" und "Gesundheit" in geistes- und sprachwissenschaftlicher Sicht [Reprint 1988] / Fischer-Harriehausen, Hermann
    278
  • Zeitschriftenartikel: Klimawandel und Kultur: Annäherungen an ein aktuelles kulturanthropologisches Thema / Rossbach de Olmos, Lioba
    282
  • Zeitschriftenartikel: Was leistet das Wohnen für die emotionale Stabilität? [Reprint 1977] / Schmitz, Hermann
    291
  • Protokoll: "Transforming Tibetan Anatomy," Vienna, June 12-13, 2014. A Report / Sabernig, Katharina
    296
  • Protokoll: "Comparative Perspectives on Body Materiality and Structure in the History of Sinitic and East Asian Medicines," Ann Arbor, 2-4 October 2015. A Report / Sabernig, Katharina
    298
  • Zeitschriftenrezension: Buchbesprechungen / Book Reviews Manfred Brinkmann & Franz Michael (Hg) 1982. Nachtschatten im weißen Land, Betrachtungen zu alten und neuen Heilsystemen [...] // Rotschuh 1983. Naturheilbewegung - Reformbewegung - Alternativbewegung [Reprint 1983] / Bichmann, Wolfgang
    301
  • Zeitschriftenrezension: Helmut Milz. 1985. Ganzheitliche Medizin. Neue Wege zur Gesundheit [...] // Renate Jäckle. 1985. Gegen den Mythos ganzheitliche Medizin [Reprint 1988] / Bichmann, Wolfgang
    302
  • Zeitschriftenrezension: Julia Thiesbonenkamp-Maag 2014. "Wie eine Quelle in der Wüste": Fürsorge und Selbstsorge bei der philippinisch-charismatischen Gruppe El Shaddai in Frankfurt / Kurz, Helmar
    303
  • Zeitschriftenrezension: Eva-Maria Knoll & Pamela Burger (Eds) 2012. Camels in Asia and North Africa. Interdisciplinary Perspectives on their Past and Present Significance. (Veröffentlichungen zur Sozialanthropologie 18) / Märcz, Lisa
    308
  • Zeitschriftenartikel: Baubo - die personifizierte Vulva [Reprint 1983] / Devereux, George
    311
  • Zeitschriftenartikel: "Weiblicher Schamanismus" und "Wilde Frauen". Bemerkungen zu Mühlmann und Devereux [Reprint 1983] / Hauschild, Thomas
    315
  • Zeitschriftenartikel: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Ethnomedizin MAGEM Nr. 35/2015
    320
  • Sonstiges: Résumés des articles de Curare 38(2015)3
    324
  • Sonstiges: Résumés des articles de Curare 37(2014)4 & 38(2015)4
    326
  • Sonstiges: Hinweise für Curare-Autoren / Instructions to Curare Authors
    [U3]
  • Sonstiges: [Hinterer Umschlag / Back Cover]
    [U4]
  • Farbkeil
    -

Volltext

260 
können untersuchen, wie sich eine Spezialisierung 
der Heilberufe mit eigenen Verhaltenskodizes ent- 
wickelt und wie die Konzepte von Krankheit und 
Gesundheit und das Verhalten in Krankheit und Ge- 
sundheit in logischer und pragmatischer Hinsicht 
verknüpft sind. 
Zwei Beispiele medizinischer Wertproblematik 
in fremden Kulturen mit den daraus resultierenden 
Fragen seien hier kurz vorgestellt: Kindstötung und 
Tötung Alter und Kranker kamen und kommen in 
traditionellen Kulturen als akzeptierte gesellschaft- 
liche Praxis, ja manchmal als Verpflichtung vor 
(3). Gibt es hier Werte, die den grundsätzlichen 
Aufgaben der Heilkunde, Leben zu schützen und 
den Kranken zu nützen und nicht zu schaden (4), 
übergeordnet sind? Steht hier vielleicht dem indi- 
viduellen Schaden für den einzelnen Betroffenen 
ein größerer Nutzen für die Gesellschaft gegenüber, 
oder sehen die Individuen selbst das für sich als 
Nutzen, was wir aus der Sicht einer fremden Kultur 
als Schaden empfinden? Wird hier der einzelne un- 
nütze Esser oder Behinderer der Wanderbewegung 
dem Überleben der Gruppe in Notzeiten geopfert? 
Wie weit empfinden sich Menschen kleiner tradi- 
tioneller Gruppen als Individuen im Sinne unserer 
europäischen Aufklärung, die unser eigenes histori- 
sches Menschenbild mitgeprägt hat? 
Das zweite Beispiel kommt aus der medizini- 
schen Entwicklungshilfe (5): Im Jemen wurde ein 
Verbrecher nach dem traditionellen islamischen 
Recht dieser Kultur zum Verlust einer Hand ver- 
urteilt. Man trat an eine französische Ärztin heran, 
die Hand fachgerecht zu amputieren. Sie lehnte das 
zunächst entsetzt ab, die Hand war ja gesund. Doch 
man überzeugte sie, dann würde die Hand in der tra- 
ditionellen Weise mit dem Beil abgehackt. Darauf 
nahm die Ärztin die Amputation vor. Nach welchem 
medizinischen Wertgesetz sollte sie handeln? Ihr ei- 
genes stand vordergründig mit dem einheimischen 
in Widerspruch. Doch dann analysierte sie wohl 
ihre konkrete Handlungsanweisung, nichts Gesun- 
des abzuschneiden, auf das dahinter stehende Prin- 
zip, mehr zu nützen als zu schaden, und wendete 
durch geringeren Schaden größeren ab. 
Aus diesen Beispielen wird ersichtlich, daß die 
Beschäftigung mit der Medizin fremder Kulturen, 
die Ethnomedizin, der vergleichenden medizini- 
schen Ethik sowohl theoretische Probleme liefern 
kann als auch Fallbeispiele, deren Analyse auf un- 
sere eigene medizinische Theorie und Praxis neues 
Ethnomedizin quid es et quo vadis? 
Licht werfen kann. Das erste Beispiel kann anre- 
gen, die wirtschaftlichen und sozialen Vorausset- 
zungen von situativen Handlungsanweisungen zu 
rekonstruieren, die die allgemeine übergeordnete 
Gruppennorm, die spezielle Verhaltensvorschrift in 
Krankheits- und Notzeiten und die Wertverteilung 
innerhalb der Gruppe beeinflusst haben können. 
Gemeinsame Wirklichkeitsannahmen der Gruppe, 
etwa die Einschätzung der ökonomischen Situation 
oder der Schwere einer Erkrankung bilden die Basis 
sozialer Interaktion, etwa des Verhaltens der Eltern 
gegenüber den Kindern, der Gesunden gegenüber 
den Kranken, der erwachsenen Kinder gegenüber 
den alternden Eltern (6). Die ethnomedizinische 
Literatur zeigt in vielen Fällen, wie die Entschei- 
dungen in kommunikativen Prozessen erarbei- 
tet werden, [197] sei es bei der Aussetzung eines 
Neugeborenen auf Neuguinea oder beim Verlangen 
eines greisen Eskimos an seinen Sohn, er solle ihn 
töten. Diese Prozesse können sehr subtil sein: wenn 
eine Mutter auf Neuguinea ihr Kind unmittelbar 
nach der Geburt allein im Wald zurücklässt, aber 
später doch wieder zu ihm hingezogen wird und 
es annimmt, vielleicht, weil die Kamera einer eu- 
ropäischen Beobachterin Zeuge war oder weil die 
besondere Vitalität des Kindes ihre mütterlichen 
Hilfsgefühle anrührte (7). 
Die Kommunikation kann aber auch in einem 
wortreichen Palaver einer Ratsversammlung oder 
in der gemeinsamen Entscheidungsfindung eines 
Kreises von Angehörigen mit den Betroffenen be- 
stehen (8). Hier ist vielleicht noch anzumerken, daß 
im Gegensatz zum europäischen Mehrheitsprinzip 
in den meisten traditionellen Kulturen Probleme so 
!ange erörtert werden, bis alle an der Entscheidung 
Beteiligten ihre Zustimmung gegeben haben, sei es 
aus Überzeugung, aus einem Gefühl der Solidarität 
mit den anderen oder aus einem Nachgeben gegen 
den Gruppendruck. 
Winfried Effelsberg *30.12.1952 
Dr. med,, Dr. rer. nat., M.P.H. (Johns 
Hopkins Univ.), ethnomed. Studien in 
Indonesien (Kei-Inseln), ethnomed. 
Lehrauftr. am Inst. f. Gesch. der Med. 
in Freiburg, Psychiater im öffentli- 
chen Gesundheitswesen (Offenburg). 
Er arbeitet heute als Professor für 
Sozialmedizin an der Katholischen 
Hochschule Freiburg. 
Bild 4/1982, Text 2/1989 aus Curare 
VWB — Verlag für Wissenschaft und Bildung
	        

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