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Pandecten

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Objekt: Pandecten

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-714790
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714790
Persistenter Identifier:
BV041717830
Titel:
Zeitschrift für Volkskunde
Weitere Titel:
Zeitschrift für Volkskunde
Erscheinungsort:
Münster [u.a.] ; München ; Berlin
Verlag:
Waxmann, Deutsche Gesellschaft für Volkskunde
Erscheinungsjahr:
1929
Lizenz:
Rechte vorbehalten - Freier Zugang
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-709979
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-709979
Persistenter Identifier:
DE-11-001938298
Titel:
Zeitschrift für Volkskunde, 88.1992
Erscheinungsjahr:
1992
Signatur:
LA 8001-88
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenrezension

Strukturtyp:
Zeitschriftenrezension
Titel:
Wolfgang Jacobeit/Josef Mooser/Bo Strath (Hrsg.), Idylle oder Aufbruch? Das Dorf im bürgerlichen 19. Jahrhundert. Ein europäischer Vergleich
Sonstige Person:
Becker, Siegfried
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Baessler-Archiv
    -
  • Baessler-Archiv, 2.1912
    -

Volltext

■Ew 
DIE KAROLINENINSEL NAMOLUK UND IHRE BEWOHNER I 197 
dich verbergen, da sie dich sonst töten werden.“ Nun lehrte sie ihm verschiedene Arten des 
Fischfangs (tu lima&ep wätak, ä&apar, tu au), Zaubermittel und Beschwörungen aller Art zur 
Abwehr des Hais. Abends kamen nun die anderen Geister nach Hause; da versteckte ihn die 
Göttin unter ihrer Brust. Die Geister sagten: „Wir riechen, daß ein Mensch hier ist.“ Die 
Göttin antwortete: „Wie soll ein Mensch in diese Gegend kommen können?“ Jene suchten nun 
umher, konnten den Menschen aber nicht finden, da sie die Brust der Göttin nicht zu berühren 
wagten. Schließlich gaben sie sich zufrieden und legten sich schlafen. Nun befahl die Göttin 
dem Mann, einen Lökotor mit dem Schwänze an das Haus festzubinden, ihn am anderen 
Morgen herabzuholen und ihn dann zu zerstückeln. Sie sagte: „Spalte den Bauch und be 
sichtige ihn!“ Wie der Mann das getan hatte, sah er, wie der Leib der Göttin sich von selbst 
spaltete. Er erschrak darüber, sie aber sagte: „Fürchte dich nicht! Dies ist mein Fisch, 
ebenso wie er aufgeschlitzt ist, bin ich es auch, dies ist der Beweis dafür. Nun trinke etwas 
von dem Blut des Fisches!“ Früh morgens wollten die Geister zum Fischfang ausziehen; nun 
tat der Mann es so, wie ihm die Göttin befohlen hatte, er zählte sie alle, es waren ihrer zehn, 
zählte sich selbst aber nicht mit; die Geister glaubten nun, es wären ihrer nicht mehr wie 
sonst und zogen nach Öneup zum Netzfischen. Einer sagte: „Wer wird das Netz aufstellen?“ 
Der Mann sagte schnell: „Ich werde es tun.“ Sie zogen nun fort, um die Fische hineinzu 
scheuchen. Der Mensch blieb beim Netz zurück und band es an einem Stein fest. Jene kamen 
zurück, um das Netz zu heben, vermochten es aber nicht, da es festgebunden war. Sie wurden 
es schließlich überdrüssig und liefen alle davon; dei Mann hob das Netz empor mit den Fischen 
und kehrte nach Oneup zurück. Hier lehrte er die Leute das Fischbluttrinken, und sie starben 
nun nicht mehr auf den Genuß von Seewasser wie früher. Er machte einen heiligen Stein 
hügel dicht am Meer (röneiset), und jetzt kam auch kein Hai mehr hinein. 
Fruchtbarkeit. 
Utut (Wasser übergießen). Wenn die Fruchtbäume nach Meeresfluten durch Salzwasser 
beschädigt sind, gießt man unter Beschwörungen frisches Wasser über sie, 
Püpat (Niedertreten des Kühlen, Feuchten). Bei Meeresfluten zerstört das „heiße“ See 
wasser die Pflanzen. Um das zu verhindern, spricht man Beschwörungen und tritt dabei auf 
den Boden. Dann soll bald kühles, feuchtes Regenwasser kommen. 
Rü&un sind Beschwörungsgesänge, die man beim Heben schwerer Lasten oder schweren 
körperlichen Arbeiten anstimmt. Sie sind auch in Ponape unter dem Namen Ntäri bekannt. 
Unter gewissen Umständen gelten Fruchtbäume, namentlich der Kokosbaum, für ver 
zaubert; ihre Nutznießung ist dann verboten, und dem Übertreter dieses Verbots ereilen dann 
die Strafen der Geister in Gestalt von Tod und Krankheiten. In diesem Falle kann die Be 
zeichnung „tabu“ somit richtigerweise benutzt werden. 
Zum Beispiel nennt man den Kokosbaum, von dem ein Mensch abgestürzt und zu Schaden 
gekommen ist: nun püniton. Man legt dann Zaubermittel um den Stamm herum, und niemand 
darf die Nüsse abpflücken. 
Nun maftau ist ein Kokosbaum, der einem kranken Menschen geweiht ist; er wird mit 
einem Kreise von Muscheln umgeben, in den Zaubermittel hineingelegt sind. Der Baum bleibt 
unbenutzt, bis er von selbst umfällt. 
Nun tarn (Kokosbaum des Ausliegers) ist ein Kokosbaum, der von dem Verfertiger des 
Kanuausliegers verzaubert ist, damit das Fahrzeug nicht zerbrechen soll; wer von den Nüssen 
ißt, bekommt Asthma. 
Nun pälu (Kokosbaum des Seefahrers) ist nur für den Pälu, den „Kapitän“, bestimmt. - 
Häufig sucht man sich auch vor Dieben dadurch zu schützen, daß man Beschwörungen über 
Bäume macht und sie dann mit einem Blattstreifen umgibt. Doch nutzt das nicht immer, denn 
26*
	        

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