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Globus, 49.1886

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

fullscreen: Globus, 49.1886

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-714802
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714802
Persistenter Identifier:
BV042595654
Titel:
Freischärler
Untertitel:
für Kunst u. sociales Leben
Weitere Titel:
Freischärler
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Lassar [u.a.]
Erscheinungsjahr:
1848
Sammlung:
Flugblätter und Flugschriften > Sammlung 1848
Wissensgebiet:
Geschichte

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-710112
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-710112
Persistenter Identifier:
DE-11-001951688
Titel:
Freischärler, 1.1848,2-3
Erscheinungsjahr:
1848
Signatur:
Rf 64026:F4
Sammlung:
Flugblätter und Flugschriften > Sammlung 1848

Vorderer Einband

Strukturtyp:
Vorderer Einband
Sammlung:
Flugblätter und Flugschriften > Sammlung 1848

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
    -
  • Globus, 49.1886
    [III]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel
    -
  • Vorsatzblatt
    [I]
  • Titelseite
    [III]
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichniß
    [V]
  • Zeitschriftenheft: No. 1. 1886 / Kiepert, Richard
    [1]
  • Zeitschriftenheft: No. 2. 1886 / Kiepert, Richard
    [17]
  • Zeitschriftenheft: No. 3. 1886 / Kiepert, Richard
    [33]
  • Zeitschriftenheft: No. 4. 1886 / Kiepert, Richard
    [49]
  • Zeitschriftenheft: No. 5. 1886 / Kiepert, Richard
    [65]
  • Zeitschriftenheft: No. 6. 1886 / Kiepert, Richard
    [81]
  • Zeitschriftenheft: No. 7. 1886 / Kiepert, Richard
    [97]
  • Zeitschriftenheft: No. 8. 1886 / Kiepert, Richard
    [113]
  • Zeitschriftenheft: No. 9. 1886 / Kiepert, Richard
    [129]
  • Zeitschriftenheft: No. 10. 1886 / Kiepert, Richard
    [145]
  • Zeitschriftenheft: No. 11. 1886 / Kiepert, Richard
    [161]
  • Zeitschriftenheft: No. 12. 1886 / Kiepert, Richard
    [177]
  • Zeitschriftenheft: No. 13. 1886 / Kiepert, Richard
    [193]
  • Zeitschriftenheft: No. 14. 1886 / Kiepert, Richard
    [209]
  • Zeitschriftenheft: No. 15. 1886 / Kiepert, Richard
    [225]
  • Zeitschriftenheft: No. 16. 1886 / Kiepert, Richard
    [241]
  • Zeitschriftenartikel: Porto Novo. (Die Abbildungen nach Original-Photographien) / Pauli
    [241]
  • Zeitschriftenartikel: Cagnat's und Saladin's Reisen in Tunesien. VII.
    249
  • Zeitschriftenartikel: Die Bewohner des Nama- und Damralandes. Auszüge aus einem Aufsatze des Missionars H. Brincker
    253
  • Zeitschriftenartikel: Aus allen Erdtheilen
    256
  • Zeitschriftenheft: No. 17. 1886 / Kiepert, Richard
    [257]
  • Zeitschriftenheft: No. 18. 1886 / Kiepert, Richard
    [273]
  • Zeitschriftenheft: No. 19. 1886 / Kiepert, Richard
    [289]
  • Zeitschriftenheft: No. 20. 1886 / Kiepert, Richard
    [305]
  • Zeitschriftenheft: No. 21. 1886 / Kiepert, Richard
    [321]
  • Zeitschriftenheft: No. 22. 1886 / Kiepert, Richard
    [337]
  • Zeitschriftenheft: No. 23. 1886 / Kiepert, Richard
    [353]
  • Zeitschriftenheft: No. 24. 1886 / Kiepert, Richard
    [369]
  • Nachsatzblatt
    -
  • Hinterer Buchspiegel
    -
  • Hinterer Einband
    -
  • Farbkeil
    -

Volltext

248 
Dr . Pauli : Porto Novo . 
durch die Finger ziehend , wobei nicht ausgeschlossen ist , daß derselbe Suren aus dem Koran herleiert . Treffen geringere auf mächtigere Glaubensgeuosseu , so fallen sie in die Knie , beugen den Kopf bis zur Erde und eine endlos lange haltung beginnt mit einem untergebenen Gruße , der gnädigst erwidert wird . Bei bedeutend höher Stehenden ist die Cere - monie nur eine kurze . Sonst aber macht die Frage : „ wie gehts deinen Kindern ? " den Anfang ; es folgt die gung nach dem „ ältesten Sohne " , iin Speciellen nach den „ Frauen " und den „ Viehheerden " . Hat der Fragende geendigt , so beginnt seitens des Gefragten das gleiche Spiel . In Bezug auf den Gruß der Weiber gegen ihre Glaubcns - brnder glaube ich das Gleiche bemerkt zu haben ; jedenfalls habe ich sie gegen höher gestellte Mohammedanerinnen , die ebenso wenig wie die Anderen verschleiert gehen , den Fnß - fall machen sehen . 
Die Weißen betreiben hier nur Engros - Geschäfte , indem sie die üblichen und bekannten Waaren einführen , welche auf dem afrikanischen Markte für Landesprodnkte gefordert werden . Unter sich sicht man die Schwarzen neben hölzern , Thonwaaren ( wie Teller , Pfeifen , Töpfen ) , Messer , Bindfaden , Tabak , Zeugen auch einheimische Sachen kaufen : Erdnüsse , Mais , Pams , Erbsen , Bohnen , rohr , geräucherte Fische ; ferner selbst geflochtene mützen und Basthüte mit einem kolossalen Rande , so daß sie sowohl als Regen - , als auch als Sonnenschirm sehr - praktisch sind . Außerdem verfertigen sie aus dem Baste der Pisang oder Savanncngräser sehr dauerhafte größere und kleinere Körbe , Matten und Decken , aus Palmrippen Stühle , aus Ziegenfellen große Fächer und Schuhe , welche geschmackvolle Stickereien aufweisen . Der in Porto Novo ansässige Weiße sucht wohl dann und wann derartig graphisch wichtige Dinge zu sammeln , aber als ein zweig kann ein derartiger Kauf nicht bezeichnet werden . 
Der Schwarze arbeitet auch aus Kupfer Fächer und Messer , welche mit subtilen Eiugravirungen versehen sind oder auch ciselirt werden . Schmiedeten sie früher Ringe aus Silber , das aus dem nördlichen Inneren kam , so schmelzen sie heutzutage das von Weißen in ziemlicher Menge importirte englische Silbergeld in selbst gebrannten thöner - nen Gefäßen ein , schneiden in Holzstücke Rinnen , aus denen sie dann das ausgeflossene , kaum erstarrte Metall nehmen und zu Finger - oder Armringen verarbeiten . Aeußerst schmackvoll sind die Ringe gcrifft und verziert . Dabei dienen sie sich der Säure zerschnittener Limonenscheiben , um durch Reiben eine Politur des Ganzen zu erzielen . In gleicher Weise stellen sie aus Kupfer , Bleierz oder einer Metallmischnng ihre Fetischsiguren her . 
Kann man in den Straßen von Porto Novo die Neger bei ihren einzelnen Beschäftigungen beobachten , die ihnen im kleinen Maße ein gewisses Verdienst sichern , so trifft man auf freieren Plätzen auch ihre Doktoren mit den vor ihnen auf Matten ausgebreiteten Instrumenten . Kleinere Messer , eiserne Spitzen , zum Schröpfen bestimmte kleine Hörnchen von Ziegen , Antilopen oder Gazellen , Schnüre , Kräuter und Tränkchen machen ihren medicinischen Apparat aus . Derselbe wird von der großen Menge und den Patienten , die sich an Ort und Stelle von ihnen behandeln lassen , mit Ehrfurcht augestaunt . 
Weil an baarem Gelde das Silber dem Golde bei Weitem vorgezogen wird , so ist im Kleinhaudel neben Silber - große Nachfrage nach Kauri - Muscheln . Es werden diese kleinen , 2 cm langen , gelblichweißen Porzellanmuscheln der Kaurischnecke ( P^praea naonata ) aus dem Indischen Oceane in Säcken von der Ostküste Afrikas auf dem Seewege um das Kap der guten Hoffnung herumgebracht . Solch ein 
importirter Sack Kauri , der 24 000 Stück enthalten soll , kostet den Weißen in Porto Novo etwa 9 Mark . An diesem Orte werden aber 2000 Stück einer Mark gleich gerechnet , so daß der Kaufmann einen Reingewinn von 25 Proc . erzielt . 20 000 Kauri machen einen kleineren Sack ans , welchen man in der Pornbasprache okekan nennt ( oke , Sack , okian , einer ) . 
2000 Kauri heißen egbah = 1 head 40 „ „ ogaji — 1 string 
200 „ „ igbawo — 5 „ 
40 Kauri würden also einen Werth von zwei Pfennigen repräsentiren . Und doch sieht man . oft um ein paar Kauri die Marktweiber feilschen ! Ein anderes heiteres Bild kann man oft beobachten , wenn die Händlerinnen Abends bei einer Oellampe , deren Inhalt , dickflüssiges Palmöl , einen Docht von Baumwolle speist , ihren Tagesverdienst rechnen und mit Neid bei Anderen einen reichhaltigeren Erfolg wahrnehmen . Daß es dabei auch nicht an geschrei und Gekeife , Gezänk und Geschimpf fehlt , braucht kaum bemerkt zu werden . 
Hat Schachern und Handeln sein Ende erreicht , so suchen sich die Neger in Porto Novo durch Spiel und Tanz zu ergötzen . Klappernde Schellen , die um höhlte Calabassen gehängt sind , der einförmige Ton des Tamtam oder der laute Lärm einer größeren Trommel müden das Ohr des Europäers . Weiber habe ich nicht tanzen sehen ; doch wird es in gleicher Weise der Fall sein , wie bei anderen Negerstämmen . Sehr beliebt ist ein spiel , das von selten mehr als zwei Personen mit Nüssen , Kernen , Muscheln oder Steinchen gespielt wird . Aus weichem Holze schneidet man ein ca . 25 am breites und 3 / 4 m langes Brett , welches dann zu zwei Reihen mit je sechs faustgroßen Aushöhlungen versehen ist . Die Spieler setzen dann mehrere Steine in die ersten Löcher und scheinen sich dann analog unserem Damenbrettspiele zu schlagen zu suchen : doch vermag ich nicht genauer die Pointe des Spieles anzugeben . 
Als Arbeiter für die Weißen werden in den Faktoreien auch in Porto Novo Kruneg er von der liberianischen oder Pfefferküste verwendet , welche aber nach Jahresfrist ihrer Heimath wieder zueilen . Dahingegen haben sich aus Akkra und von der Goldküste einige Fanti angesiedelt , um sich durch Ausübung eines Handwerkes einen Verdienst zu werben . Einige sind mit Porto - Novo - Frauen verheirathet , andere haben sich aus ihrer Heimath ihre Weiber Nachkommen lassen . Oft genug sind noch Mina , welche auch von der Goldküste stammen , beim Verladen der Schiffe thätig : ein Stamm , der ebenso schmutzig als träge ist , so daß bei eiliger Arbeit gar häufig noch Porto - Novo - Neger herangczogcn werden müssen . Da es sich hierbei um Löschen von Waaren aus Europa und Laden von einheimischen Produkten delt , die vom Lagunenufer zur Faktorei oder umgekehrt transportirt werden müssen , so haben der besseren Kontrolle wegen einige Faktoreien Münzen oder Marken mit ihrer Firma prägen lassen , deren einzelner Werth einer einzelnen Arbeitsleistung entspricht . Halbwüchsige Jungen und Frauen mit ihren Kindern drängen sich dann , um zuletzt die worbenen Geldstücke entweder gegen Waaren und Kauri - mnscheln einzutauschen , oder sie , da dieselben durchlöchert sind , auf Fäden zu ziehen und als Halsschmuck zu tragen . 
Wie schon bemerkt , sind die Monate Juli bis Anfang Oktober die regnerischen , daher auch die kühlsten . Damit hängt auch die in diesen Monaten beobachtete größere Sterblichkeit der Schwarzen und die leichtere Disposition der Weißen zu Erkrankungen zusammen . Unerträglich
	        

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