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Baessler-Archiv, 57.2009(2010)

Zugriffsbeschränkung

Für diesen Datensatz liegt keine Zugriffsbeschränkung vor.

Nutzungslizenz

Der Status des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte für diesen Datensatz wurde nicht geprüft oder ist unklar. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an die Organisation, die das Objekt zur Verfügung gestellt hat.

Bibliographische Daten

Volltext: Globus, 10.1866

Zeitschrift

Strukturtyp:
Zeitschrift
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-714810
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-714810
Persistenter Identifier:
BV043551281
Titel:
Sociologus
Untertitel:
journal for social anthropology
ISSN:
0038-0377
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Duncker & Humblot
Erscheinungsjahr:
1932
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie
Wissensgebiet:
Sozial- und Kulturanthropologie > Allgemeines

Zeitschriftenband

Strukturtyp:
Zeitschriftenband
Werks-URN (URL):
https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:kobv:11-710938
URN:
urn:nbn:de:kobv:11-710938
Persistenter Identifier:
DE-11-002060192
Titel:
Sociologus, N.F. 56/57.2006/07
Erscheinungsjahr:
2007
Signatur:
Pm 44727:F8
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Zeitschriftenheft

Strukturtyp:
Zeitschriftenheft
Titel:
57. Jahrgang, 2007, Heft 2
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Anmerkungen

Strukturtyp:
Anmerkungen
Titel:
Hinweise für Autoren / Instructions for Authors
Sammlung:
Zeitschriften und Zeitungen > Zeitschriften zur Ethnologie

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

  • Globus
    -
  • Globus, 10.1866
    [III]
  • Vorderer Einband
    -
  • Vorderer Buchspiegel
    -
  • Vorsatzblatt
    -
  • Titelseite
    [III]
  • Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis
    [V]
  • Zeitschriftenheft
    [1]
  • Zeitschriftenheft
    [33]
  • Zeitschriftenheft
    [65]
  • Zeitschriftenheft
    [97]
  • Zeitschriftenheft
    [129]
  • Zeitschriftenheft
    [161]
  • Zeitschriftenartikel: Aus Livingstone's Reisen am Sambesi, auf dem Nyassa-See und dem Rofuma-Strome. I.
    [161]
  • Zeitschriftenartikel: Die Kämpen zwischen Nogat und Weichsel / Dentler, Friedrich
    172
  • Zeitschriftenartikel: Johann Jakob von Tschudi's Reisen durch Südamerika
    173
  • Zeitschriftenartikel: Theatralisches aus Tibet / Schlagintweit, Emil
    176
  • Zeitschriftenartikel: Ein Beitrag zur Kunde der Inselbildungen / Boll, Ernst
    177
  • Zeitschriftenartikel: Das posener Land jetzt und früher / Kattner, Edwart
    182
  • Kapitel: 1. Die Schlachzitzen und Bedienten
    182
  • Kapitel: 2. Die Städte
    183
  • Zeitschriftenartikel: Anthropologische Beiträge. III. Das deutsche Archiv für Anthropologie
    185
  • Zeitschriftenartikel: Aus allen Erdtheilen
    188
  • Zeitschriftenheft
    [193]
  • Zeitschriftenheft
    [225]
  • Zeitschriftenheft
    [257]
  • Zeitschriftenheft
    [289]
  • Zeitschriftenheft
    [321]
  • Zeitschriftenheft
    [353]
  • Nachsatzblatt
    -
  • Hinterer Buchspiegel
    -
  • Hinterer Einband
    -
  • Farbkeil
    -

Volltext

182 E , Kattncr : Das Posi 
sondern vorläufig die Thatbestände selbst noch recht sorg - faltig zu beobachten , wobei es sich denn wahrscheinlich immer überzeugender herausstellen wird , daß trotz der ahn - lichen Symptome die wirkenden Ursachen doch sehr verschie - dener Natur sind . 
Schließlich muß ich noch die Ueberzeugung aussprechen , daß beide Phänomene , — die Jnselbildung und das wallen der Seegewässer , — viel häufiger sind , als es nach meiner obigen Darstellung scheinen möchte . Aber da dies 
'v Land jetzt Mb früher . 
keine großartigen , den Blicken sich gleichsam aufdrängenden Vorgänge sind , so gehen leider die meisten Menschen achtlos daran vorüber . Eine Sammlung zahlreicherer Beispiele und eiu noch sorgfältigeres Studium derselben wären jedeu - falls von Interesse , und daher erlaube ich mir die Blicke der zahlreichen Leser des Globus aus diesen Gegenstand zu lenken , — vielleicht ist einer derselben im Stande und auch gewillt , noch einige Mittheilungen über die bezeichneten Phänomene zu geben . 
Das posener ? » n 
Von Edwa 
1 . Die Schlachzitzen und Bedienten . 
Es sind nun schon einige Wochen her , daß mich eine Geschäftsreise wieder einmal mitten durch die Provinz Posen führte . Der Anblick und die Bilder , welche sich da meinem Auge darboten , waren nicht neu ; aber sie gaben mir doch Beweise für die weitere Entwicklung des Landes , wie ich sie erwarte , eine Entwicklung zum Besseren . Und dieses Bessere betrifft auch das Volksthum ; das Land wird immer mehr germanisirt . Man mißverstehe mich nicht : ich gehöre nicht zu denjenigen , welche fortwährend mit vollen Backen die Ausbreitung des Deutschthums daselbst verkünden , aber mit Thatsachen und Zahlen ihre Aufstellungen selten zu belegen vermögen . Ich gebe im Gegentheil zu , daß die Vermehrung der Zahl der Deutschen im Vergleich zu der Zahl der Polen in der Provinz seit 10 Jahren keineswegs sehr erheblich ist . Ich komme darauf zurück . Eben so wenig ist bei den Polen eine bewußte Hinneigung zum Deutschthum auch nur im Keimen begriffen . Seit den dreißiger Jahren diefes Jahrhunderts , bis wohin zwischen beiden Völkern ein leidliches Einvernehmen herrschte und in dem polnischen Statthalter , Fürsten Radziwil , seinen Ausdruck fand , wuchs die gegenseitige Abneigung in beiden von Jahr zu Jahr , bis sie 1848 zum vollständigen Haß wurde und in einem wahren Volkskriege ausbrach . 
Seitdem besteht eine feste Scheidewand zwischen beiden Stämmen . Dennoch aber fage ich , daß das Deutschthum Fortschritte und zwar bei den Polen selbst macht . Die Leute merken es größtentheils gar nicht , daß ihnen von ihrer heißgeliebten „ Nationalität " immer ein Stück nach dem andern abhanden kommt ; sehr wenige sind im Stande , alle diese Verluste seit der Zeit der Theilnngen nachzurechnen ; die allerwenigsten besitzen so viel ruhiges Urtheil , um auch nur sich selbst ganz im Geheimen zuzugestehen , wie viel wohlhabender , freiersnatürlich , was das ganze Volk , nicht etwa blos den Edelmann angeht ) , knltivirter , glück - licher die preußischen Polen seitdem geworden sind . Daß aber irgend einer von ihnen öffentlich aufträte , sich zu dieser Ansicht bekennte und sie gegen die eigenen Landsleute ver - theidigte , eine solche Mannesthat ist bei einem Volke eine Unmöglichkeit , bei dem die Nationalität zum Gegenstande des Fanatismus geworden ist . 
Dennoch werden die Polen in Preußen unaufhaltsam 
jrtzt und früher . 
Kattner . 
mehr und mehr germanisirt , während sie unverändert fest an ihre Sprache und die katholische Kirche geklammert bleiben . Meine Meinung ist , daß , wenn bei dem jetzigen System fest beharrt wird , wonach sie von der Regierung immer eiue Nachgiebigkeit für ihre nationalen Prätentionen zu erwarten haben , während kleine persönliche Scherereien und Verfolgungen gegen sie ganz aufhören , so wird selbst das leicht aufflammende Slawenblut zuletzt seinen Hoff - nungen entsagen und sich mit der Zeit immer williger neuen , besseren Zuständen und dem Deutschthum sammt Sprache fügen . 
Das allmälige Absterben einer altpolnischen Einrich - tung und eines altnationalen Standes machte sich mir auf der Reise dadurch bemerklich , daß ich ans Post und Eisen - bahn gewissen Männern in verschiedenem Alter , von 20 bis 60 Jahren , noch seltner begegnete , als sonst . Das Reisegepäck solcher Leute ist leicht und befindet sich am liebsten in einer Jagdtasche . Ihre Kleidung besieht aus langen Stieseln , kurzen Hosen , dem bekannten polnischen Schnurrock und in Zeiten nationaler Hoffnungen unfehlbar aus der viereckigen Mütze . Sind diese Hoffnungen aber wieder einmal niedergeschlagen worden , wie jetzt eben , so wird dieselbe etwas seltner und wechselt mit modischen Mützen , auch wohl mit kleinen Hüten ab . Nur den echten Eylinder sieht man niemals auf diesen Häuptern . Die Kopfbedeckung wird immer zierlich auf einem Ohr getragen . Ein amarantrothes Halstuch ist iu mannigfachen Ver - schlingungen um den Hals , zum Theil auch um die Brust gelegt . Die Leibwäsche entzieht sich entweder ganz den neugierigen Blicken des Beschauers , oder sie besteht aus einem Oberhemd , welches mit reichlichen Knöpfen nebst Brustnadeln aus böhmischen Fabriken verziert ist , und welches dadurch und durch feine Feinheit uns dermaßen imponirt , daß wir mit dem Besitzer über den Punkt der Reinlichkeit mit Recht hinwegsehen . Auch an den Fingern erblicken wir geschmackvolle Ringe , ^ welche mit dem Gold - schmied Nichts zu thun haben . Von ähnlichem glänzend gelbem Metall besteht die Uhrkette , wenn sie eine Veran - lassung hat , vorhanden zu sein . Der Bart des Mannes ist mannigfaltig zugeschnitten , zeichnet sich aber jedenfalls durch einen möglichst langen Schnurrbart aus . Der Körper ist fchlauk , aber sehnig , seine Haltung nur etwas gebeugt . Aus seinen Gesichtszügen spricht Geistlosigkeit
	        

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