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mirador: mirador

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porkelsson; 
Die Annalen des Bischof Gisli Oddsson in Skálholt 
von 1637. 
Mitgeteilt von Jon porkelsson. 
Unter den Handschriften, welche Professor Finnur Magnússon 1832 
der Bodlejanischen Bibliothek in Oxford verkaufte, sind zwei Papierhand¬ 
schriften in 4°, JSTr. 50 und 51, welche die Annalen des Gisli Oddsson, 
Bischof von Skálholt auf Island, von 1631—1638, enthalten. Diese Annalen 
sind im Jahre 1637 geschrieben und jetzt nirgends sonst als an der vor¬ 
genannten Stelle zu finden. Beide Handschriften sind Originale, wenn es 
auch ungewiss ist ob von der eigenen Hand des Bischofs, abgesehen von 
der Unterschrift in Nr. 50 und einem kleinen Abschnitt in 51. 
Die Annalen beginnen mit dem Jahr 1106 und gehen bis 1637, über¬ 
springen aber viele Jahre, so dass von 1106 bis zum Ende des 14. Jahr¬ 
hunderts nur folgende vorkommen: 1106, 1117, 1153, 1158, 1159, 1165, 
1168, 1181, 1199, 1223, 1226, 1227, 1238, 1240, 1244, 1245, 1275, 1279, 
1308, 1331, 1340, 1342, 1346, 1374 und 1379. Es ist dies alles ohne 
Wert, denn es ist nur anderen älteren Annalen und Quellenschriften ent¬ 
nommen, von welchen manche sehr unzuverlässig sind (den Oddaverja- 
annalen, der Lyskanderskronik 1608). Professor Gustav Storni in 
Kristiania hat eine Untersuchung darüber gegeben im Arkiv för nord. 
Filologi VI. Neue Folge II, 351—357. Es war zum ersten Mal, dass 
diese Annalen beachtet wurden; aber Storm fehlten alle Aufschlüsse über 
den späteren Teil des Jahrbuchs, von dem man vermuten konnte, dass er 
beachtenswert sei. Ich freute mich deshalb im Sommer, als ich die Aus¬ 
sicht hatte nach England zu reisen und isländische Handschriften zu unter¬ 
suchen, an das Jahrbuch Gisli Oddsson zu kommen, weil ich darin 
grosse historische Kenntnis, besonders aus dem 17. Jahrhundert zu finden 
erwartete, der Zeit, in welcher der Verfasser selbst lebte, zumal es kein 
unbedeutender Mann, sondern der Bischof von Skálholt war, der geschrieben 
hatte. Allein ich wurde in meiner Hoffnung gänzlich getäuscht, da er keines 
historischen Ereignisses gedenkt, das nicht anderwärts ebenso gut erwähnt 
wird. Aber das sah ich, dass er sehr merkwürdig in volkskundl-icher Hinsicht 
ist, denn er ist voll von Aberglauben und wunderlichen Ereignissen und erzählt 
Volkssagen, die sonst nirgends erwähnt werden. Es ist in Wahrheit die
	        
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