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A. Referate. Urgeschichte.
Verfasser weist auf Grund prähistorischer Funde nach, daß an der Küste
der Vendée eine Senkung des Erdbodens von der neolithischen Zeit an bis
um das Jahr 600 n. Chr. erfolgt ist. Seitdem ist wieder eine Hebung des
Küstenlandes eingetreten, die in der Gegenwart noch anhält.
Prof. Dr. Mertins-Breslau.
63. Marcel Baudouin: Le polissoir ou pierre à rainures de la
Brélaudière à L’Aiguillon-sur-Vie (Vendée). Bullet, et Mém.
de la Soc. d’Anthropol. de Paris 1902. Série V, tome III, p. 182
bis 205.
Verfasser bespricht einen mit langen, flachen Rinnen versehenen Stein,
der wahrscheinlich in neolithischer Zeit zum Schleifen von Steinbeilen
gedient hat. Prof. Dr. Mertins-Breslau.
64. Marcel Baudouin et G. Lacouloumère: L’époque du bronze dans
la Vendée Maritime. Bullet, et Mém. de la Soc. d’anthrop. de
Paris 1903. Série V, tome IV, p. 146—-168.
Bericht über zwei Depotfunde von Bronzekelten und verschiedene andere
bronzezeitliche Altertümer aus dem Küstengebiet der Vendée (Arrondisse
ment des Sables-d’Olonne), soweit sie aus älteren Veröffentlichungen, mehreren
Privatsammlungen und dem Museum von La Roche - sur - Yon bekannt ge
worden sind. Der Depotfund von Saint-Mathurin bestand aus 46 Kelten,
von denen noch 33 Kragenkelte (haches à bord droit) und 5 Absatzkelte
(haches à talon) nachweisbar sind. Ein Absatzkelt ist auf den Breitseiten
mit einer mittleren Längsrippe versehen, an die sich schräg gestellte Quer
rippen anlehnen. Dasselbe Ornament befindet sich auf einem Kragenkelt, der
so eine Mittelstellung zwischen den Kragen- und Absatzkelten einnimmt.
Die chemische Analyse eines Kragenkeltes ergab an Cu 85,31, Sn 12,60,
Fe 1,09, S, As, 0 usw. 1,00 Proz. Epoche „Morgienne“. — Zu dem Depot
funde von Jard gehörten etwa 20 Bronzekelte, von denen nur einer mit stark
entwickelten Lappen, quer gestellter Schneide und kräftiger Ose erhalten
ist. Epoche „Larnaudienne“. — Von den sonst zutage getretenen Alter
tümern ist ein Kelt bemerkenswert, der sich auf den Breitseiten nach der
Mitte zu einem Quergrad stark verdickt, so daß der Längsschnitt durch die
Breitseiten rautenförmig ist. Randerhebungen fehlen. Schneide ungleich
mäßig verbreitert. Auf dem Bahnende sind zwei Systeme von parallelen
Linien so übereinander gelegt, daß sie ein Band von Rauten bilden. Von
diesem Kelt, wie von einem Meißel, der einem Flachheit sehr ähnlich ist,
erscheint eine Analyse erwünscht. Weiterhin sei erwähnt ein Lappenkelt
mit Öse, eine Gußform zu einem Kelte mit Öse, ein Ilohlkelt, die halbmond
förmige Klinge eines Rasiermessers, drei plankonvexe Bronzescheiben im
Gesamtgewicht von 9 kg. Einem Ganggrabe wurde eine kupferne Nadel und
ein Amulett aus einer Bronze entnommen, die aus Cu 80,31, Sn 8,30, Zn 8,11,
PI 1,78, Fe, As 1,78 Proz. besteht. Die dankenswerte Übersicht läßt er
kennen, daß die bronzezeitlichen Funde in derselben Gegend auftreten wie
die zahlreichen megalithischen Kolonien. Wo sie innerhalb des dem Meere
abgewonnenen Gebietes Vorkommen, hat man es mit ehemaligen Inseln
zu tun. Prof. Dr. O. Mertins-Brest au.
65. Charles Buttin: Les anneaux disques préhistoriques et les
Tcliakras de l’Inde. Annecy, Abry, 1903 [71 p., 6 tig.].
L’auteur étudie les larges disques de pierre, à bords plus ou moins tran
chants et à large ouverture centrale, qui semblent représenter dans l’arme-