46. Band. Oktober 1923. Äpfelsäurebestimmung in Fruchtsäften usw. 187
Zunächst wurden für vier Bestimmungen zwei Proben von 50 g und zwei Proben von
25 g Birnensaft, dessen Herstellung weiter unten beschrieben wird, abgewogen, mit 95 vol.-%-igem
Alkohol auf das etwa vierfache Volnmen, also auf 200 ccm bezw. auf 100 ccm aufgefüllt,
nachdem dem Koibeninhalt 4,2 ccm bezw. 2,1 ccm 0,5 N.-Salzsäure — die Methylora-ngealkalität
der Asche betrug 3,75 mval/100 g Saft — zugesetzt worden war, um die Abscheidung äpfel
sauren Calciums zu verhindern. Von den ausgefällten Pektinstoffen wurde durch ein trockenes
Faltenfilter abfiltriert (das Gewicht der Alkoholfällung wurde in einer der vier Proben in der
oben angegebenen Weise bestimmt). Vom Filtrat wurden 150 bezw. 50 ccm mit 525 bezw.
175 ccm 95 vol.-%-igen Alkohols, der aus der Titration eines anderen Teils der alkoholischen
Lösung mit 0,1 N.-Natronlauge berechneten Menge Bariumcarbonat und 2 ccm Bariumacetat
lösung auf dem Wasserbade erhitzt. Die gefällten Bariumsalze wurden durch eine gehärtete
Filterscheibe abgenutscht, mit 95 vol.-%-igem Alkohol gewaschen, nach dem Trocknen samt
Filter in ein 50 ccm-Kölbchen überführt, mit Wasser geschüttelt und aufgefüllt. Von der von
den ungelösten Bariumsalzen abfiltrierten Lösung wurden jeweils 2 X 10* ccm1) nach dem Uran
verfahren und 2 X10* oder 10* ccm nach dem Molybdänverfahren untersucht. Aus den
Drehungswinkeln der Uranmischungen wurde ihre Äpfelsäurekonzentration aus Übersicht 25")
entnommen; da die Molybdänmischungen noch nicht nach dem endgültigen Verfahren, sondern
mit festem Ammoniummolybdat bereitet worden waren, wurden zur Berechnung des Äpfelsäure
gehalts die dazugehörigen, von den endgültigen etwas abweichenden i aktoren benutzt.
Prüfung des Verfahrens an Birnensaft.
Einwage I 46,74 g; II 47,14 g; III 24,0 g; IV 25,72 g.
Zur polarimetrischen Untersuchung:
II 150 2 • 10* . . 0, \ Uranmischung
II/ 2ÖÖ‘~5Ö~ d6r EmWag6 m 25 CCm | Molybdänmischung
1 —. „^ „ ,, Uranmischung
j halb so viel „ „ „ „ „ Molybdänmischung
Korrektur für das Volumen der Alkoholfällung: —0,4%
. „ ,, ,, Ba-Salze -j- Filter: —- 1,3 %
III
IV
Ver
such
Nr.
Drehungswinkel
mmol Äpfelsäure
in 1 1 der Lösung in 100 g Saft
1. Uran — 1,86°
Molybdän — 3,10°
14,48
14,65 IM) 2.42
II. Uran - 1,88° 14,61
Molybdän 4- 3,13° 14,81
!;«} 2.42
III. Uran — 0,60° ; 4,80
Molybdän -j- 0,55° 2,46
2,33 1 o Qß
2,391 Adb
IV. Uran —- 0,62° 4,95
Molybdän -f- 0.60° 2,76
2.25 \ n 40
2,501 Z,4U
Gesamtmittel: 2,40
Die mit der größeren Ein wage an gestellten Analysen I und II haben also wesent
lich genauere Ergebnisse geliefert.
Es wurden nunmehr wiederum etwa 50 g Birnensaft eingewogen, der Einwage
0,673 mmol Äpfelsäure als titrierte Lösung zugesetzt und die Äpfelsäure in derselben
Weise bestimmt.
1) Die benuzte Pipette faßte genau 10,561 ccm; sie ist im folgenden mit 10* be
zeichnet.
2) Diese Zeitschrift 1923, 46, 146.
437