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1. Versuchsreihe.
Um den bei der Verbrennung der Preßkohlen auftretenden Geruch zu beobachten,
wurden zunächst klein geschlagene Stückchen der einzelnen Sorten auf Drahtnetz offen
verbrannt. Unter Rauchbildung trat der bei der Verbrennung jeder Kohlenart ent
stehende, bekannte Geruch der gasförmigen, brenzlichen Produkte auf, welcher sich in
keiner Weise von dem beim Brennen der guten Braunkohlen sich bemerkbar machenden
unterschied.
2. Versuchsreihe.
Um einen vielleicht deutlicher wahrnehmbaren Unterschied der sich entwickelnden
gasförmigen Produkte hervorzubringen, wurden kleine Mengen der Kohlen der trockenen
Destillation unterworfen; wie beim Erhitzen jeder Kohle entstanden eine Menge
mehr oder weniger flüchtiger, organischer Verbindungen, deren Eindruck auf das
Geruchsorgan von dem durch Braunkohlendestillation hervorgebrachten nicht abwich.
Allein die Steinkohlenbriquettes ließen sehr übel riechende Gase entweichen, ans denen
sich bei der Berührung mit einer kalten Fläche Schwefel abschied.
3. Versuchsreihe.
Es wurde mm zur Bestimmung des Aschengehaltes der Kohlen geschritten. Um
richtige Durchschnittsproben zu erhalten, mußte von jeder einzelnen Preßkohle ein Stück
abgeschlagen und im Porzellanmörser fein zerrieben werden; das von je einer Kohlen
sorte erhaltene Pulver wurde innig gemischt und durch Sieben von allen gröberen
Theilchen befreit; je ‘2,o g des feinen Kohlenstaubes kamen zur Veraschung, deren zahlen
mäßiges Ergebniß nachstehend unter Beifügung einiger über Farbe und Verhalten der
Asche beim Befeuchten mit Wasser und mit Salzsäure gemachten Beobachtungen zu
sammengestellt ist.
Nr. Marke Asche
%
Aussehen der
Asche
Die Asche entl
mit Wasser
nieselt beim Befeuchten
mit verdünnter Salzsäure
1 A. 10,31 gelb keinen Geruch schwach Schwefelwasserstoff
2 B. kl. Form 10,27 grauweiß - „ „
3 B. gr. „ 10,6 weiß „ „
4 C. kl. „ 9,57 rothbraun „ „
5 C. gr. „ 5,12 grauweiß „ „
6 D. 8,83 gelbweiß Sp. H2S „
7 E. 5,32 braun keinen Geruch feilten Geruch
8 F. 7,56 grauweiß „ schwach Schwefelwasserstoff
9 G. 11,21 weiß „ „
10 H. 11,75 dunkelgrau „ „
11 Preßsteinkohle 21,54 „ „
12 Braunkohle 2,77 grauweiß " "
Wenn auch der Aschengehalt der einzelnen Preßkohlensorten unter sich in quan
titativer Hinsicht nicht unbedeutende Unterschiede aufweist, so bietet er doch für den
vorliegenden Fall nichts bemerke ns werth es, da er aus den üblichen Grenzen nach keiner
Richtung heraustritt; nur das Eine läßt sich erkennen, daß nämlich dieselbe Preßkohlen-