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Einige mit anderen Salzen in grossen Mengen angestellte Versuche (s. Tab.)
bestätigen im Allgemeinen die Ansicht, dass es für die Beeinflussung des Stoff
wechsels allein auf die absolute Steigerung der Harnmenge nicht an kommt, sondern
darauf, ob mit der Diurese eine Wasserentziehung eintritt. Besonders scheint das
Verhalten des kohlensauren Natriums dies zu beweisen; als einziges Salz unter
den unten aufgezählten bewirkt es gesteigerten Ei weisszerfall; es ruft auch
allein eine gleichzeitige Wasserentziehung hervor. Die (bedauerlicher Weise an
einem Hund mit sehr schwankendem Körpergewicht) angestellten Versuche
J. May er’s1) und die von Salkowski und Munk2) deuten im Verein mit den
Kochsalz- und Salpeter versuchen darauf hin, dass soweit es sich um
grosse Gaben handelt und unsere Untersuchungsverfahren es festzu
stellen gestatten, den genannten Salzen neben der Salz Wirkung nicht
eine spezifische sondern eine allen gemeinsame Wirkung auf den
Stoffumsatz zuzukommen scheint. Diese dürfte wohl ebenfalls physikalischer
Natur sein. So grosse Salzmengen können, selbst wenn durch Vermeidung einer
Wasserentziehung infolge Wasserdarreichung gröbere Störungen nicht zu stände kommen,
Art des Salzes Dosis pro Kilo Körpergewicht
N
Bilanz Harnmenge
Harn im Ver-
hältniss zum
Nahrungswasser
Autoren
I. Gleich bleibende Wasserzufuhr in der Nahrung (525 ccm); Hund 22000—22800 g schwer.
Essigsaures
Natrium
0,33 g
wasserfrei
Verminderung
um 5—8 %
gesteigert von
340 auf 470 ccm
Harn <
N ahrungs wasser
Kohlensaures
Natrium
0,33 g
wasserfrei
0,17 g
wasserfrei
Steigerung
um 5—6°/o
Steigerung
um 2—3%
gesteigert von
385 auf 573 ccm
gesteigert von
420 auf 500 ccm
Harn > Nah
rungswasser
Harn annähernd
= Nahrungs
wasser J. Mayer
Schwefelsaures
Natrium
0,23 g
wasserfrei
0,12 g
wasserfrei
Verminderung
um 3—7%
Verminderung
um 1—5%
gesteigert von
380 auf 388 cm
gesteigert von
386 auf 395 ccm
Harn <
Nahrungswasser
Harn <
Nahrungswasser
Phosphorsaures
Natrium
0,33 g
wasserfrei
0,17 g
wasserfrei
Verminderung
um 4—6%
Verminderung
um 1—3%
gesteigert von
356 auf 436 ccm
gesteigert von
365 auf 422 ccm
Harn <
N ah rungs wasser
Harn <
Nahrungswasser
II. Nicht gl ei ch bleibende Wasserzufuhr in der Nahrung; Hund 20500 g schwer.
Essigsaures
Natrium
0,5 g Steigerung
um 5%
gesteigert, aber
auch Nahrungs
wasser gestei
gert
Harn >
Nahrungswasser
an einem Tag
Salkowski
und
J. Munk
9 Jacques Mayer, Ueber den Einfluss der Natron salze auf den Eiweissumsatz inl
Thierkörper. Zeitschr. f. klin. Med. ßd. 3. (1881). S. 82.
2) Salkowski und Munk, Ueber die Beziehungen der Reaktion des Harns zu
seinem Gehalt an Ammoniumsalzen. Virchow's Arch. Bd. 71. (1877). S. 500.