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Volltext: Arbeiten aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte,18.1902

98 Einige mit anderen Salzen in grossen Mengen angestellte Versuche (s. Tab.) bestätigen im Allgemeinen die Ansicht, dass es für die Beeinflussung des Stoff­ wechsels allein auf die absolute Steigerung der Harnmenge nicht an kommt, sondern darauf, ob mit der Diurese eine Wasserentziehung eintritt. Besonders scheint das Verhalten des kohlensauren Natriums dies zu beweisen; als einziges Salz unter den unten aufgezählten bewirkt es gesteigerten Ei weisszerfall; es ruft auch allein eine gleichzeitige Wasserentziehung hervor. Die (bedauerlicher Weise an einem Hund mit sehr schwankendem Körpergewicht) angestellten Versuche J. May er’s1) und die von Salkowski und Munk2) deuten im Verein mit den Kochsalz- und Salpeter versuchen darauf hin, dass soweit es sich um grosse Gaben handelt und unsere Untersuchungsverfahren es festzu­ stellen gestatten, den genannten Salzen neben der Salz Wirkung nicht eine spezifische sondern eine allen gemeinsame Wirkung auf den Stoffumsatz zuzukommen scheint. Diese dürfte wohl ebenfalls physikalischer Natur sein. So grosse Salzmengen können, selbst wenn durch Vermeidung einer Wasserentziehung infolge Wasserdarreichung gröbere Störungen nicht zu stände kommen, Art des Salzes Dosis pro Kilo Körpergewicht N Bilanz Harnmenge Harn im Ver- hältniss zum Nahrungswasser Autoren I. Gleich bleibende Wasserzufuhr in der Nahrung (525 ccm); Hund 22000—22800 g schwer. Essigsaures Natrium 0,33 g wasserfrei Verminderung um 5—8 % gesteigert von 340 auf 470 ccm Harn < N ahrungs wasser Kohlensaures Natrium 0,33 g wasserfrei 0,17 g wasserfrei Steigerung um 5—6°/o Steigerung um 2—3% gesteigert von 385 auf 573 ccm gesteigert von 420 auf 500 ccm Harn > Nah­ rungswasser Harn annähernd = Nahrungs­ wasser J. Mayer Schwefelsaures Natrium 0,23 g wasserfrei 0,12 g wasserfrei Verminderung um 3—7% Verminderung um 1—5% gesteigert von 380 auf 388 cm gesteigert von 386 auf 395 ccm Harn < Nahrungswasser Harn < Nahrungswasser Phosphorsaures Natrium 0,33 g wasserfrei 0,17 g wasserfrei Verminderung um 4—6% Verminderung um 1—3% gesteigert von 356 auf 436 ccm gesteigert von 365 auf 422 ccm Harn < N ah rungs wasser Harn < Nahrungswasser II. Nicht gl ei ch bleibende Wasserzufuhr in der Nahrung; Hund 20500 g schwer. Essigsaures Natrium 0,5 g Steigerung um 5% gesteigert, aber auch Nahrungs­ wasser gestei­ gert Harn > Nahrungswasser an einem Tag Salkowski und J. Munk 9 Jacques Mayer, Ueber den Einfluss der Natron salze auf den Eiweissumsatz inl Thierkörper. Zeitschr. f. klin. Med. ßd. 3. (1881). S. 82. 2) Salkowski und Munk, Ueber die Beziehungen der Reaktion des Harns zu seinem Gehalt an Ammoniumsalzen. Virchow's Arch. Bd. 71. (1877). S. 500.
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