Buchbesprechungen
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Anschein hat) gewidmet, welche sich heute im
British Museum befinden. Sie stellen die
größte an einem Orte befindliche Gruppe solcher
Objekte dar. Ihre Veröffentlichung, sowohl
in Zeichnungen als auch in sehr guten
Farbbildern kann von jedem Fachmann nur
begrüßt werden, um so mehr, als in den Anhängen
A und B sie eingehend beschrieben sind
und ihre Geschichte geschildert wird, die sich
sicher allerdings meist nur bis in die Mitte des
19. Jahrhunderts zurückverfolgen läßt.
Der Haupttext, der für den Besucher von
Interesse ist, bezieht sich dagegen kaum auf
die Türkismosaike. Hier ist das Thema die
Eroberung Mexicos durch Cortes, allerdings
unter besonderer Berücksichtigung der Geschenke
und Beute, wie denn auch der Untertitel
dieses Teiles „Wie die Türkismosaike und
andere aztekische Schätze nach Europa kamen"
lautet. So interessant dieser Abschnitt
ist, so geht er doch letztlich am Thema vorbei,
und man vermißt (wahrscheinlich auch als Besucher)
ein Eingehen auf die Technik, die soziologische
Stellung der Mosaikarbeiter usw.
Diesen Fragen soll, wie das Vorwort bezeugt,
eine besondere Abhandlung gewidmet werden,
doch wären wenigstens einige Andeutungen
sicherlich am Platze gewesen. ^ j-jaberland
URSULA DYCKERHOFF:
Die „Crónica Mexicana“ des Hernando
Alvarado Tezozomoc. Quellenkritische Untersuchungen.
(Dissertation.) (= Hamburger
Reihe zur Kultur- und Sprachwissenschaft,
Band 7.) Herausgeber: Arbeitskreis anthropologischer
Wissenschaften an der Universität
Hamburg. Hamburg. München: Kommissionsverlag
Klaus Renner. 1970.
Don Hernando de Alvarado Tezozomoc,
Nachkomme des mexikanischen Herrscherhauses
und Angehöriger der führenden indianischen
Familien der Kolonialzeit, schrieb am
Ende des 16. Jahrhunderts die Crónica Mexicana,
einen umfangreichen Bericht über die
Geschichte der Mexica-Tenochca von ihrer
mythischen Herkunft, über ihren Aufstieg zur
Macht, bis zum Beginn der spanischen Eroberung.
Die Crónica Mexicana ist eine der
wichtigsten Quellen zur aztekischen Kultur
und Geschichte.
Die Verfasserin der vorliegenden Dissertation
hat sich die Aufgabe gestellt, früherer
mexikanistischer Forschung über diese Quelle,
soweit sie den völkerkundlichen Bereich betrifft,
eine analytische Untersuchung gegenüberzustellcn,
die sich auch auf die der Crónica
Mexicana im wesentlichen parallellaufende
„Historia de las Indias de Nueva España"
des Diego Duran erstreckt. Sie sollte „generalisierende
Aussagen über die Verläßlichkeit der
beiden genannten Quellen, vornehmlich der
Crónica Mexicana, in den dahingehend bisher
noch nicht ausgewerteten völkerkundlichen
Aussagebereichen gewinnen“ (S. IX).
Wegen der Fülle des Materials in der Crónica
Mexicana wurde die Untersuchung auf
bestimmte Bereiche begrenzt: die exemplarische
Untersuchung der Tracht als Ausschnitt
der materiellen Kultur, die Untersuchung der
Berichte über das Tlacaxipehualiztli-Fest und
die Bestattungsfeiern für die Herrscher, dazu
die Totenfeiern für die im Kampf verbliebenen
Krieger. Die zum Vergleich herangezogenen
Quellen sind 1. indianische Quellen, zu
denen die Verfasserin das aztekischsprachige
Material, Codices der frühen Kolonialzeit und
spanische Berichte von Autoren indianischer
Herkunft mit überwiegend indianischer Materialgrundlage
rechnet, begrenzt auf etwa ein
Jahrhundert nach der Konquista und auf den
engeren Raum des Hochtales von México.
Dazu werden gelegentlich Quellen herangezogen,
die außerhalb dieses Raumes entstanden
sind; 2. spanische Quellen der gleichen
Zeit, soweit in ihnen für diese Untersuchungen
wichtiges Material zu erwarten
war.
Ein Abschnitt der einleitenden Kapitel ist
der Stellung der Crónica Mexicana innerhalb
einer Gruppe von Quellen gewidmet, die eine
bestimmte mexikanische Geschichtsauffassung
tradiert, und für die schon seit langem die
Existenz einer gemeinsamen Grundlage (die
„Crónica X“) postuliert wird. Wenn ihre
Untersuchungen zu dieser Frage, wie die Verfasserin
selbst sagt (S. 371), auch keine wesentlich
neuen Ergebnisse brachten, so Ist dennoch
die klare und übersichtliche Zusammenfassung
zu diesem Thema zu begrüßen.
Die „exemplarische Untersuchung eines Ausschnittes
der materiellen Kultur in der Crónica
Mexicana: die Tracht“ umfaßt den größten
Teil der Arbeit. Trotz guter Quellenlage
bringt die Bearbeitung gerade der aztekischen
Tracht erhebliche Schwierigkeiten mit sich.
m. knwxfMWxyxvm