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förmlich, vor uns, wie diese Hoffnung zu Grabe getragen wild,
und hier leuchtet auch noch das Bewußtsein hindurch, daß es
gerade Mose gewesen, auf den man gehofft hatte.
Und er sah, daß lein Mann da war, Und erstaunte, daß keiner
eintrat,
Da half ihm sein Arm, Und seine Gerechtigkeit stützte ihn, 59,16.
Daß sich diese Hoffnung auf Mose konzentrierte, zeigen 63,11 ff.:
Und es gedenkt der Tage der Torzeit------------- —
Wo ist, der heraufführte aus dem Meer cDen5 Hirten seiner Schafe.
Wo ist, der in ihre Mitte gab Seinen heiligen Geist,
Der gehen ließ zur Beeilten Moses Seinen heiligen Arm,
Der Wasser vor ihm teilte weg, Sich zu machen einen ewigen
Namen? 63, 15 ff.
Mose erscheint hier als der Hirte schlechthin, vgl. Hos. 12,14,
der göttliche Geist, der Jes. 42, 1; 49,16 b auf ihn gelegt wurde,
und der göttliche Arm, der sich 53, 1 in seiner Geschichte ent
hüllte, werden hier neben ihn gestellt. Aber weil er nicht wieder
gekommen ist, muß nun Jahwe selbst und er ganz allein als Er
löser helfen 63, 15 ff. Daher findet sich hier auch kein unmitte -
bares Rekurrieren auf den Gotteswillen, wie er durch Mose ge-
offenbart war, die Polemik Tritojesajas gegen den Opferdienst
66 2 ff. bezieht sich — darin hat Duhm durchaus recht — nur
auf den an dem samaritanischen Konkurrenzheiligtum getriebenen,
das damals geplant wurde. Der Tempel in Jerusalem ist, obwohl
zum Bethaus für alle Völker bestimmt 56, 7 b ft doch zugleich
auch gottgewollte Stätte der Brand- und Schlachtopfer 56,7bo;
60, 7 usw.
Daß nicht zu entscheiden ist, ob der Zusatz in Joel 2, 23 bei
dem „Lehrer zur Gerechtigkeit“ an Mose oder an Elia denkt,
sahen wir bereits in c. IV. Dasselbe wird von der Interpolation
in Jes. 30, 20f. gelten:
Nicht ferner wird sich verbergen dein Lehrer,
Und es werden deine Augen sehen deinen Lehrer,
Und deine Ohren werden hören Bede hinter dir also:
Das ist der Weg! geht auf ihm, mögt ihr rechts, mögt ihr links gehen. 8*