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Volltext: Arbeiten aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte, 9.1894

307 Törichte über Leipzig-Stadt und Land gefunden, da der betreffende Berichterstatter erklärt, hier­ über keine Angaben machen zu können." . „Unter den 3135 an Influenza erkrankten Mannschaften des Armeekorps wurden in 53 Fällen Recidive beobachtet, mithin in 1,7 % aller Fälle." „Der Verlauf der Rekonvalescenz." „Die allgemeine Erfahrung über den Verlauf der Rekonvalescenz nach der Influenza geht dahin, daß dieselbe bei Kindern und jungen sonst gesunden und kräftigen Leuten und in nicht komplizirten Fällen emen raschen Verlauf genommen habe, so daß die Krankheit dann binnen 8 bis 14 Tagen als ab­ geschlossen hat erachtet werden können; daß aber auch im Gegensatze zu einem solchen raschen und günstigen Verlaufe die Rekonvalescenz zumal bei älteren, durch die Krankheit geschwächten oder bei zuvor schon schwächlichen Personen, oder in Folge von schweren Komplikationen eine langsame, sich durch Wochen und selbst Monate hinziehende gewesen sei, so daß es vielfach noch im April und Mai Personen gegeben habe, die sich noch nicht völlig erholt hatten, indem sie über anhaltende Mattigkeit, Schwere in den Gliedern, Appetitlosigkeit, Bronchialkatarrh, neuralgische Beschwerden n. s. w. klagten." „Einfluß der Influenza auf bestehende Krankheiten." „Die überwiegende Mehrzahl der bezirksärztlichen Berichte spricht sich dahin aus, daß die Influenza einen verschlimmernden Einfluß auf bestehende Krankheiten, namentlich der Athmnngsorgane gehabt habe. In letzterer Beziehung wird insbesondere des verschlimmernden Einflusses der Influenza auf den Verlauf einer bereits bestehenden Lungentuberkulose gedacht. So wird aus dem Medizinal­ bezirke Pirna gemeldet, daß in 17 Fällen eine bis dahin chronisch verlaufende Phthtise durch Hinzutritt der Influenza einen akuten Verlauf genommen und 15 mal rasch zum Tode geführt habe. Aus dem Medizinalbezirke Dippoldiswalde wird bemerkt, daß im ersten Quartale 1890 die Zahl der Todes­ fälle an Lungenschwindsucht gegen früher bedeutend zugenommen habe, indem diese Zahl, die tut ersten Quartale im fünfjährigen Durchschnitte von 1886 bis 1889 nur 25,4 betragen habe, auf 45 tut ersten Quartale gestiegen sei. Dieselbe Wahrnehmung wurde tut Medizinalbezirke Glauchau gemacht, wo die Sterblichkeit an Lungenschwindsucht im Januar 1890 wesentlich höher als sonst war. Denn es starben in diesem Monat tut ganzen Bezirke überhaupt 61 Personen an dieser Krankheit, während sonst m vierjährigem Durchschnitte von 1886 bis 1889 nur 29,25 Personen im Januar daran gestorben waren. Desgleichen wird aus dem Medizinalbezirke Chemnitz die sehr nngünstige Beeinflussung der Lungenschwindsucht durch die Influenza ganz besonders hervorgehoben, indem in vielen Fällen, welche zum Stillstand gekommen seien, die Tuberkulose rasch um sich gegriffen habe und dadurch ihr tödtliches Ende beschleunigt worden sei. In auffälligem Gegensatz zu dieser, auch in der Mehrzahl der übrigen Berichte bestätigten Beobachtung steht die in dem Berichte über den Medizinalbezirk Leipzig enthaltene Thatsache, daß in den Verhandlungen der medizinischen Gesellschaft zu Leipzig betont worden sei, daß die Jnfluenzapneumonie die Entwicklung der Lungentuberkulose tiicht beschleunigt habe." „Auch auf bestehende chronische Herzleiden hat die Influenza nach mehreren Berichterstattern einen verschlimmernden Einfluß ausgeübt; im Medizinalbezirke Löbau wurde ein Fall von Diabetes beobachtet, der in Folge hinzngetretener Influenza einen raschen tödtlichen Verlauf nahm. Im Ganzen wurde die Erfahrung gemacht, daß zahlreiche, schwächliche und kränkliche Personen durch die Influenza hingerafft worden sind." ' „Es sind aber auch einzelne Beispiele mitgetheilt worden, in welchen das Gegentheil beobachtet wurde, nämlich die Besserung, beziehentlich das völlige Verschwinden von jahrelang bestehenden Leiden durch das Ueberstehen der Influenza. So wird aus Hainichen-Stadt berichtet, daß ein 65jähriger Mann, der in Folge von chronischem Bronchialkatarrh und Bronchialerweiternng an hochgradigen asthmatischen, ihm alle Nachtruhe raubenden Beschwerden jahrelang gelitten hatte, von letzteren vvll- ltändig befreit blieb, als er von einer Jnflnenzapneunomie ergriffen wurde, und daß das Ausbleiben tefer Beschwerden anhielt, solange wenigstens die ärztliche Behandlung und Beobachtung attdauerte. ^In gleicher Fall wird ans dem Medizinalbezirk Planen mitgetheilt, daselbst kamen außerdem 2 Fälle in welchen die betreffenden Kranken durch das Neberstehen der Influenza jahrelang bestehende Gaitralgien verloren." Württemberg. Beginn der Erkrankung. beginn meist mit großer Abgeschlagenheit, körperlicher Ermattung, Unwohlsein, von leichtern '' ehagen an bis znm Gefühl schwerster Erkrankung gesteigert, Appetitmangel, Schlingbeschwerdeit, e elkeit und Schlaflosigkeit, mit lästigen Kopf-, Nacken-, Glieder- und Krenzschmerzen, Nasen- und ugenkatarrh, zuweilen nur mit leichtem Frösteln, vielfach mit plötzlich eintretendem Schüttelfrost und
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