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Bibliographische Daten: Tribus, 8.1959,N.F.

Der westliche Hoka-Komplex 
87 
(1) Südkalifornien 
(2) Halbinsel Baja California 
(3) Nordost-Arizona 
(4) Unteres Coloradotal 
(5) Sonora 
(6) Sonora-Küste 
(7) Nördliche Sierra Madre 
(8) Fuerte-Yaqui-Tiefland 
Diese Bezeichnungen sind geographische Bezeichnungen, d. h. sie beziehen sich 
auf geographisch abgrenzbare Räume und sind nur bedingt als Kulturräume aufzu 
fassen. Vergleichen wir sie mit dem Verbreitungsgebiet der Sprachen, so können wir 
eine der sprachlichen Dichotomie entsprechende kulturgeographische Zweigliederung 
nicht feststellen. Wir stehen vielmehr einer Vielzahl von — anscheinend — gleich 
wertigen und gleichförmigen Teilräumen gegenüber. Dieses undifferenzierte Neben 
einander läßt uns weder die kulturgeschichtliche Situation dieses Gebietes noch, wie 
wir später sehen werden, eine ethnische oder ökonomisch bedingte Gliederung erken 
nen. Erst wenn wir die geographischen Areale mit den Sprachen der dort lebenden 
ethnischen Gruppen identifizieren — was sich in diesem Teil Nordamerikas in ver 
tretbarer Weise durchführen läßt, weil innerhalb des relativ kleinen Raumes die 
einzelnen Teilräume scharf voneinander unterschieden sind — erst dann erkennen 
wir in diesen Arealen Teile jener Sprachverbreitungsgebiete wieder, mit denen wir 
uns eingangs befaßt haben. Legen wir jqtzt die beiden Verbreitungskarten neben 
einander, dann können wir folgende Einzelheiten erkennen; 
(1) Südkalifornien mit Ausnahme seines nordwestlichen Teiles entspricht der vom 
Großen Becken her vorgeschobenen Zunge schoschonischer Sprachen. Der nord 
westliche Teil dieses Kulturareals wird von den Chumash, Esselen und Salinan 
eingenommen, die zur Hoka-Sprachfamilie zählen. 
(2) Die Halbinsel Baja California, die von Kroeber als einheitliches Kulturareal 
betrachtet wird, ist weder geographisch noch ethnisch homogen. Vielmehr kann 
man geographisch drei Landschaftsräume auf Baja California unterscheiden: 
einen nördlichen mit Gebirgs- (San Pedro Märtir-Gebirge) und Steppencharakter 
bis etwa 29 1 /2° n. Br., einen mittleren mit Halb- bis Vollwüste bis etwa zum 
24. Breitengrad und einen südlichen, der durch seine zum Teil innerhalb des 
Wendekreises liegende Zone zahlreiche Niederschläge erhält und dementspre 
chend eine üppige Vegetation aufweist 6 ). Ethnisch muß man mindestens zwei 
Bevölkerungen unterscheiden: Der nördliche und mittlere Teil der Halbinsel 
wird von den Yuma sprechenden Diegueno und Cochimi eingenommen, denen 
wahrscheinlich auch noch die weiter südlich wohnenden Waicurä zuzurechnen 
sind; der südliche Teil wurde von den sprachlich völlig isolierten Pericu bewohnt, 
deren technisches Inventar auf die Zugehörigkeit zu einer sehr alten Vorbevöl 
kerung hindeutet, die von den von Norden einströmenden Hoka-Leuten immer 
G ) Klute: 432 ff.; Merrill: 972 ff.
	        
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