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Full Text : Anthropos, 69.1974

Das  interdialektale  Sprachverhalten  zwischen
seßhaften  Balese-Hackbauern  und  nomadisierenden
Efe-Pygmäen  (Ituri-Region,  Ost-Zaïre)

Anton  Vorbichler

Inhalt:
I.  Einleitung
II.  Verwendete  Lautschrift
III.  Das  Zwiegespräch  zwischen  Uboitedu  und  Apacidi
IV.  Vergleichende  Analyse

\  I.  Einleitung
Im  folgenden  soll  ein  Zwiegespräch  zwischen  dem  Efe-Pygmäen  Uboitedu
und  dem  Neffen  des  Balese-Häuptlings  von  Pawanza,  Apacidi,  analysiert  werden. ­
  Es  fand  im  Frühsommer  1959  in  Biasa,  einem  von  der  belgischen  Verwaltung ­
  eingerichteten  Strafgefangenenlager  in  der  Nähe  von  Nduye,  64  km
nördlich  von  Mambasa,  statt.  Apacidi  (22),  mit  Kingwana-Namen  Aramazani,
und  Uboitedu,  alias  Marabo  (50),  hatten  mir  während  meines  ersten  Forschungsaufenthaltes ­
  unter  den  Balese  und  Efe  im  Winterhalbjahr  1954-55  als  Hauptinterpreten ­
  wertvolle  Dienste  geleistet.  Nun  befand  sich  Aramazani,  zu  zwanzig
Jahren  Zwangsarbeit  verurteilt,  in  dem  erwähnten  Strafgefangenenlager,  weil
er  als  Neffe  des  Häuptlings  von  Pawanza  irgendwie  an  der  Ermordung  des
Uroßhäuptlings  Ndungi  beteiligt  gewesen  war.  Ndungi  hatte  zuvor  ein  Mitglied
der  Sippe  von  Pawanza  getötet,  und  nach  dem  Gesetz  der  Blutrache  entsprechend ­
  der  Rechtstradition  der  Balese  mußte  Pawanza  Ndungi  beseitigen.
Die  belgische  Kolonialregierung  konnte  diese  Art  von  Rechtschaffung  nicht
billigen,  und  so  waren  etwa  zwanzig  männliche  Mitglieder  der  Sippe  von
Pawanza  im  Gefängnis,  Pawanza  selbst  in  eine  andere  Gegend  relegiert.
In  der  Folgezeit  wurde  es  mir  dank  meiner  Freundschaft  mit  dem  belgischen ­
  Administrateur  André  Pirmez  und  durch  das  freundliche  Entgegenkommen ­
  des  Gefängnisdirektors  von  Biasa,  Herrn  Derochette,  ermöglicht,  zu-
            
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