23. Mar und Björn
^^igfus, der Sohn Björn Ottarssohns, wohnte in Drapa-
Halde, wie früher gesagt wurde. Er hatte Thorgerd, Thor-
beinirs Tochter, zur Frau. Er war ein angesehener Bauer, doch
ein gewalttätiger Mann. Bei ihm hielt sich ein Schweftersohn
auf, namens Björn. Das war ein vorlauter und wenig um
gänglicher Bursche. Im gerbst nach der Rechtssache wider die
Leute von Mövenhalde fand man Thorbjörns des Starken
Gestüt in den Bergen. Sein Mengst hatte den Weideplatz vor
Thorarirs Mengst nicht behaupten können. Man fand Thor
björns Rosse alle tot und mit Schnee bedeckt.
Im selben Herbste waren viele Leute auf der Landzunge
zwischen den beiden Lacksachen mit dem Heimtreiben der
Schafe beschäftigt. Zu diesem Zweck kamen auch Gode Snorris
Rnechte dahin. Sie wurden von Mar Hallvardssohn, Snorris
(vheim, beaufsichtigt. Helgi hieß Snorris Schafhirt. Björn,
Vigfus' Neffe, lag innerhalb des Steinwalles und hatte einen
Stock zum Eintreiben der Schafe in der Hand.
Helgi zog nun Snorris Schafe aus der Herde. Björn frug
dabei einmal, was für ein Schaf das wäre, das jener eben für
sich ausgesondert habe. Und als man näher zusah, trug das
Schaf vigfus' Marke. „Recht liederlich scheidest du heute die
Schafe aus, Helgi", rief da Björn. „Eher trifft das auf euch
zu," erwiderte Helgi, „ihr haust doch nahe dem Gemeindeland."
„was verstehst du davon, du Dieb", versetzte Björn. Darauf
lief er auf jenen zu und schlug ihn mit dem Stock, daß er ohn
mächtig hinsank. Da nun Mar dies sah, zog er sein Schwert und
hieb aufBjörn. Er traf ihn an den Arm oben an der Achsel, und
das gab eine große Wunde. Darauf schieden die Männer sich
in zwei Parteien, einige aber traten dazwischen, und es gelang
ihnen, sie zu trennen, so daß zunächst nichts weiter geschah.
Am nächsten Morgen ritt Vigfus herab nach Heiligenberg und
forderte Buße für diese Gewalttat. Snorri aber erwiderte,
er könne in dem, was auf beiden Seiten geschehen wäre,
keinen Unterschied der Schuld entdecken. Dies kränkte Vigfus
gewaltig, und sie schieden höchst verstimmt.
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