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Erst in den letzten Jahren ist sich die nepalische Regierung immer mehr der Tatsache
bewußt geworden, wie entscheidend die Erfassung der Bevölkerungsdichte und -verbreitung
für die Entwicklung des Landes ist. Entwicklungspolitisch relevante Fragen werfen z.B, die
Probleme mit der bevölkerungsspezifisch orientierten, fachgerechten Nutzung von Anbauflächen,
auf Erhalt und Anlage von Weideflächen, der Waldabholzung und -aufforstung, die
Ansiedlung von Manufakturen und Fabriken in ländlichen Gebieten, was zur Entfaltung von
Ansiedlungen mit städtischem Charakter führt, der Einsatz von Entwicklungshilfen in
bestimmten Teilen des Landes sowie der Aufbau von Entwicklungsprojekten oder die Anlage
von Straßen. Solche wirtschaftlichen Faktoren sind mitentscheidend für interne Wanderungsbewegungen
in Nepal, die es ihrerseits zu erfassen gilt, um z.B. der Überbevölkerung
bestimmter Regionen Einhalt gebieten zu können bzw. durch bedarfsgerechte Umverteilung
andere Gebiete Nepals wirtschaftlich interessant zu machen. Andere wichtige Auslöser, die
Migrationsbewegungen unterstützen, sind sozialer Natur, wie beispielsweise bessere Ausbildungsmöglichkeiten
in städtischen Bereichen, eine effizientere medizinische Versorgung dort
und damit verbunden eine höhere Lebenserwartung. Auch der höhere Lebensstandard, den
städtische Ansiedlungen zumeist bieten, ist oft ein Anreiz. Anpassung, Assimilation und
Integration sind Charakteristika dieser Wanderprozesse und wirken sich bei migrierten
Individuen oder ethnischen Gruppen unter sozialen, psychologischen und kulturellen Aspekten
aus. Zukünftiger Erfolg oder Mißerfolg der migrierten Personen hängt von diesen Faktoren
ab.
Bisher wurden u.a. folgende Themen für das Panel benannt
Ethnische und nationale Identität
Kreditwesen in Nepal
Einfluß indischer Geldverleiher
Erwachsenenbildung und nationale Identität
ökonomische und rituelle Grundlagen der ethnischen Identität bei den Sunuwar
- die Demokratiebewegung und ihr Einfluß auf die zeitgenössische Kunst in Nepal
Interessenten melden sich bitte bei: Dr. Susanne van der Heide, Museumsdienst Köln,
Richartzstraße 2-4 , 50667 Köln (5000 Köln)
Morgenland ist abgebrannt .... oder ex oriente lux ?
Bestandsaufnahme zur deutschsprachigen Ethnologie des Orients
Nächtliches Zündeln oder morgendliches Licht; Verstummen des Dialogs oder
kreativer Neubeginn? Spätestens seit 1979, dem Jahr der iranischen Revolution, ist immer
wieder die Frage aufgeworfen worden, ob die Ethnologie in ihrer Beschäftigung mit dem
Vorderen Orient ihren Aufgaben gerecht wird. Während (oder weil ?) sich in dieser Gesellschaft
grundlegende Veränderungen vollziehen, werden die Möglichkeiten zur wissenschaftlichen
und sozialen Befassung mit diesen Prozessen für Ethnologen und Ethnologinnen
im deutschsprachigen Raum schwieriger und enger.