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Full Text : DGV-Informationen, 80.1971,1-3

Zur Benennung des Faches
Die Dokumentation der Diskussion (s. Nr. 80, H. 1, S. 1-18) hat anregend gewirkt,
 Von verschiedenen Seiten wurden Stellungnahmen und Ergänzungen eingesandt,
 Davon werden hier wichtige Teile abgedruckt, Weiterhin wäre es m. E.
nützlich, wenn alle neuen Initiativen, Anträge und Entscheidungen an die
"dgv-Informationen'' gesandt werden, damit die Interessierten über die weitere
Entwicklung informiert bleiben,

1. Die Fachbezeichnung in Schweden
Le mn BO SPEHNUNG IN Schweden
von Prof, Dr. Nils-Arvid Bringeus, Lund

Im Jahre 1839 wandte man - nach ausländischem Vorbild - in der schwedischen
wissenschaftlichen Literatur zum ersten Mal die Bezeichnung "Ethnologie" an.
G. O. Hylten-Cavallius’ großes Werk '"'Wärend och wirdarne' (1863-68), das
als ein Grundstein für die späteren Forschungen betrachtet werden kann, hatte
als Untertitel ''Ett försök i Svensk Etnologi'' (Ein Versuch in schwedischer
Ethnologie). Daher waren gute Möglichkeiten gegeben, daß diese Bezeichnung
von Anfang an als Fachbezeichnung üblich wurde. Jedoch trat das nicht ein. Als
sich die Disziplin zu Beginn des 20, Jahrhunderts als akademisches Lehrfach
etablierte, wurde die Fachbezeichnung statt dessen mit den persönlichen Forschungsrichtungen
 unserer Vorgänger eng verknüpft, Dadurch wechselte sie an
den verschiedenen Universitäten,
Da in Lund der bekannte Folklorist C. W. von Sydow tätig war, wurde zu Beginn
des 20. Jahrhunderts die Bezeichnung "Folkminnesforskning' - am ehesten
nach dem dänischen "Folkmindeforskning' - als Bezeichnung für die Wissenschaft
 von der geistigen Volkskultur (vor allem Erzählgut, Glaube und Sitte)
eingeführt,

In Uppsala wurde 1909 eine Dozentur für ''Svensk folklivsforskning'' eingerichtet,
 eine Bezeichnung, die von Nils Edvard Hammarstedt stammte. Jedoch kam
der Lehrbetrieb nur eine kurze Zeit zustande, Statt dessen wurde diese Fachbezeichnung
 inzwischen mit Stockholm verknüpft, da das Nordische Museum im
Jahre 1918 eine Donationsprofessur für "Nordisk och jämförande folklivsforskning''
 (Nordische und vergleichende Folklivsforskning) erhielt, "umfassend sowohl
 die bäuerliche Kultur wie die der übrigen Gesellschaftsklassen''

In Uppsala kam nach und nach der akademische Unterricht im Fachgebiet mit
Sigurd Erixon als Lehrer zustande, jetzt unter der Bezeichnung "Nordisk
etnologi'', Er erhielt 1934 die oben genannte Professur am Nordischen Museum,
aber er las auch an der Stockholmer Hochschule "Nordisk etnologi''. Das Gebiet
umfaßte vorzugsweise die materielle und soziale Kultur.

Durch die Einrichtung staatlicher Lehrstühle in den vierziger Jahren wurde die
Frage der Fachbezeichnung neu aktualisiert, So erhielt von Sydow im Jahre 1940
eine persönliche Professur für "Folkkulturforskning'. Jedoch blieb diese Fachbezeichnung
 von kurzer Dauer. Als man Ordinariate in Lund (1946) und in Uppsala
(1948) einrichtete. schuf man eine einheitliche Fachbezeichnung im ganzen Land,
            
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