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5) Die Fixierung von Ausstattungsformen und sogar Rückgriffe auf ältere,
bereits schon einmal abgelegte Formen bilden als Tradition einen Teil der
Zugehörigkeitsdemonstration.
Als Beispiel für die Ambivalenz solcher Triebkräfte sei die Konkurrenz und
die Selbstbehauptung der Landhandwerker gegenüber der städtischen Produktion
angeführt. Dies konnte unter bestimmten Bedingungen zug Aufnahme
aktueller städtischer Formen führen, oder unter anderen Bedingungen wurden
die im Lande als gewohnt und beliebt geltenden Muster als Schutz für das einheimische
Handwerk in Anspruch genommen.
Literaturhinweise:
Bausinger, Hermann Volkskultur in der technischen Welt,
Stuttgart (1961).
König, Rene Kleider und Leute. Zur Soziologie der Mode, Frankfurt/M.
u. Hamburg 1967 (Fischer Bücherei 822).
Bauche, Ulrich Landtischler, Tischlerwerk und Intarsienkunst in den
Vierlanden unter der beiderstädtischen Herrschaft Lübecks und
Hamburgs bis 1867, Hamburg 1965.
7. Hinrich Siuts: Phasen von Beharrung und Wandel im Volksleben Mitteleuropas
1) Problematik der Dokumentation: Für viele Bereiche des Volkslebens liegen
noch keine brauchbaren Dokumentationen vor; für einige z.B. Volkserzählungen,
sind sie auch nicht mehr zu erstellen, - Selektive Aufnahme und Lösung
aus dem Funktionsgefüge, Regionale und großräumige Darstellungsmöglichkeiten,
2) Für die Untersuchung werden besonders herangezogen: Volksgesang, Ansingelieder,
Totenbrauchtum (Westfalens), Tracht. Handwerk, Nahrungswesen,
Regionaldarstellungen.
3) Phasenschwellen des Wandels: um 1800, 1850 und 1870.
4) Beharrung und Wandel bedingen einander; eins resultiert aus dem andern.
5) Der Wandel ist u, a, zurückzuführen auf: wirtschaftliche und politische Entwicklungen,
pädagogisch-philanthropische, religiöse,’ revolutionäre’ und
nationalistische Tendenzen, Es braucht nur einer dieser Faktoren vorzuliegen;
meistens wirken aber mehrere zusammen.