Berichte der Volkskundlichen Landesstellen
(Fortsetzung, vgl. dgv-Informationen Nr. 82, H. 1, 1973, S. 3 ff)
Institut für geschichtliche Landeskunde, Abteilung für rheinische
Volkskunde, Bonn
il. Eine Rheinische Landesstelle im eigentlichen Sinne gibt es zur Zeit
noch nicht. Es besteht im Institut für geschichtliche Landeskunde der
Rheinlande (also einem Institut an der Universität Bonn) ‚eine Abteilung
für rheinische Volkskunde unter Leitung des Lehrstuhlinhabers für
Volkskunde (Prof. Dr. M. Zender) mit einer Universitäts-Assistentenstelle
(Dr. J. Fellenberg gen. Reinold). Außerdem ist dem Institut
eine "'Volkskundliche Arbeitsstelle des Landschaftsverbandes Rheinland"
angeschlossen unter Leitung von Prof, Dr. M. Zender mit einem Beamten
(LOVR Dr. G. Simons). Beide Dienststellen sind zwar nach Etat und
Besitz getrennt, arbeiten jedoch zusammen, Ebenso ist eine Zusammenarbeit
mit dem Atlas der deutschen Volkskunde selbstverständlich. Die
volkskundliche Arbeitsstelle wird in den nächsten Jahren zu einer Rheinischen
Landesstelle ausgebaut. Die den drei Abteilungen des Instituts
für geschichtliche Landeskunde gemeinsame Bibliothek von 60 000 Bänden.
die eine sehr umfangreiche und vollständige Bücherei zur Volkskunde
Nordwestdeutschlands, der Beneluxländer und Nordfrankreichs beinhaltet,
steht ebenso zur Verfügung wie die Bibliothek des Volkskundlichen
Seminars mit 11 000 Bänden.
2. Mehrere handschriftliche Sammlungen zur Volkskunde sind vorhanden:
Sammlungen zur Volkskunde der Rheinlande seit 1904; Rheinisches
Volksliedarchiv: Fragebogen zur rheinischen Volkskunde 1922-1939;
Sammlungen der volkskundlichen Arbeitsstelle mit etwa 60 000 Karteiblättern.
Im Institut befinden sich außerdem die Sammlungen des Atlas
der deutschen Volkskunde von 1930-1935, und die neuen Umfragen zu
Arbeit und Gerät von 1965-1970 (3 Fragehefte mit insgesamt ca. 7 400
Exemplaren und 20 500 Fotos usw. ). Für den Niederrhein liegen gesonderte
Fragebogen vor, die von der volkskundlichen Arbeitsstelle in den
letzten Jahren erstellt wurden.
An speziell rheinischen Arbeiten seien die wissenschaftlichen Filme
genannt (bisher 54 Titel), zu denen eine ausführliche historische und
volkskundliche Dokumentation gehört. Hier liegt der Schwerpunkt in der
Erforschung aussterbender Handwerke und der Arbeitsvorgänge im
bäuerlichen und frühindustriellen Bereich sowie der Aufnahme von verschwindendem.
ehedem charakteristischem Brauchtum der Landschaft.
Es muß auch hingewiesen werden auf die Beratung von Vereinen und
ainzelnen Gewährsleuten, ferner auf eine große Zahl von Vorträgen