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Full Text : DGV-Informationen, 82.1973,2

lichen Schichten auf dem Lande gewesen zu sein, die mangels anderweiter
 Erwerbsmöglichkeiten im Gewerbe ihr Auskommen suchten,

9, Die merkantilistische Wirtschaftspolitik versuchte in einigen Gebieten,
 besonders in den mittleren und östlichen Provinzen Preußens,
die Ausdehnung des Landhandwerks durch Verbote und dgl. zu verhindern.
 Nachhaltiger Erfolg war ihr damit nicht beschieden,
10. Der Einfluß der Gewerbefreiheit, der im 19, Jahrhundert zumeist
als ausschlaggebend angesehen wird, ist in der neueren Forschung
stark umstritten.

Literatur: Eine zusammenfassende Darstellung zum Thema liegt nicht
vor. Hinweise finden sich u. a. in folgenden Veröffentlichungen:
Abel, Wilhelm und Mitarbeiter: Handwerksgeschichte in neuer Sicht,
(Göttinger handwerkswirtschaftliche Studien, Bd. 16) Göttingen 1970.
Fischer, Wolfram: Die rechtliche und wirtschaftliche Lage des deutschen
 Handwerks um 1800 und: Das deutsche Handwerk in den Frühphasen
 der Industrialisierung, Beide Aufsätze in: Fischer, Wolfram:
Wirtschaft und Gesellschaft im Zeitalter der Industrialisierung. (Kritische
 Studien zur Geschichtswissenschaft, Bd. 1) Göttingen 1972,
Ss. 296-337. - Kaufhold, Karl Heinrich: Das preußische Handwerk in
der Zeit der Frühindustrialisierung. In: Fischer, Wolfram (Hrsg):
Beiträge zu Wirtschaftswachstum und Wirtschaftsstruktur im 16. und
19. Jahrhundert. (Schriften des Vereins für Socialpolitik. Neue Folge,
Bd. 63) Berlin 1971, S. 169-193. - Schmoller, Gustav: Zur Geschichte
der deutschen Kleingewerbe im 19. Jahrhundert, Halle 1870.

Gerd Spies, Braunschweig: Das Bild der bäuerlichen Welt im 19, Jahrhundert
 aus der Sicht des Bürgertums, aufgezeigt an Bildern eines
Braunschweiger "Bauernmalers'”

Der Braunschweiger Maler Carl Schröder (1802 bis 1867) gehört zu
jenen "'Volkslebenmalern", die im 19. Jahrhundert, zur Zeit grundlegender
 wirtschaftlicher und sozialer Reformen auf dem Lande, mit
großer Freude am Detail die bäuerliche Welt aufzeichneten, Die Viel
zahl der erhaltenen Arbeiten - insgesamt sind es etwa eintausend -
und die sachlich genaue Malweise dieses für die Biedermeiermalerei
typischen Künstlers erlauben eine umfassende Betrachtung der Bildinhalte
 mit bäuerlicher Thematik, Innerhalb der vom Künstler begrenzten
 Themenauswahl wird auf den von ihm grundsätzlich aufgezeigten
Gegensatz zwischen städtischem und ländlichem Milieu eingegangen,
Literatur: H. Bausinger, Dorf und Stadt, 1968. - B. Deneke, Fragen
der Rezeption bürgerlicher Sachkultur bei der ländlichen Bevölkerung,
in: Kultureller Wandel im 19. Jh., hrsg. v. G. Wiegelmann, Göttingen
1973. - G. Spies, Braunschweiger Volksleben, 1967 (hier weitere Literaturangaben).

            
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